Eglingen Entseht ein Friedwald bei Eglingen?

Eglingen / Holger Scheerer 23.01.2019
Der Gemeinderat möchte sich mit neuen Bestattungsformen in einem Waldgebiet bei Eglingen beschäftigen.

Der Gemeinderat beschäftigte sich bei seiner jüngsten Sitzung mit der Einrichtung eines Friedwaldes. Das hierfür in Frage kommende Waldgebiet misst rund 40 Hektar und liegt zwischen den Gemarkungen Eglingen und Demmingen. Im Norden wird es vom Griesbach eingegrenzt, westlich verläuft es ziemlich genau auf der Württembergisch-Bayerischen Grenze, im Osten stößt es an den Wildpark Duttenstein, im Süden an den Weiler Wagenhofen, der zu Demmingen gehört.

Stephan Martini, verantwortlich für Standortentwicklung und Kommunalberatung bei der Firma Friedwald GmbH, malte sein Projekt in den leuchtendsten Farben. Ein Baumgrab ist schon für rund 500 Euro zu haben, hinzu kommen dann noch 350 Euro Bestattungskosten. Damit ist die Baumbestattung gar ein wenig günstiger als eine herkömmliche Urnenbeisetzung auf dem Friedhof.

Ansonsten verläuft die Beerdigung ohne viel Aufheben, ohne Pfarrersegen und Weihrauchschwank, ohne Grabstein oder äußerliche Kennzeichnung. „Sogar die Grabpflege übernimmt die Natur selbst“, so der Referent. Ein kleines Namensschild am Baum erinnert an den letzten Ruheort des Verstorbenen. Um das Grab wiederzufinden, benötigen Angehörige allerdings eine genaue Lageskizze. Bis zu acht Urnengräber finden Platz unter einem Baum. Wenn man bedenkt, wie viele Bäume auf einem Gebiet von 40 Hektar stehen können, dann ergibt sich selbst bei einem Mindestabstand von zwei bis drei Metern zwischen den einzelnen Bäumen ein beeindruckendes Entwicklungspotential.

Auch wenn man mit dem etwas heiklen Thema noch nicht ganz grün geworden war, beschloss der Gemeinderat, mit der Firma Friedwald in Verbindung zu bleiben und das Projekt ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

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