Dischingen Energizer kauft Varta für zwei Milliarden US-Dollar

Bis Jahresende soll der Deal unter Dach und Fach sein: Der Dischinger Batteriehersteller Varta wird für zwei Milliarden US-Dollar an den amerikanischen Energizer-Konzern verkauft.
Bis Jahresende soll der Deal unter Dach und Fach sein: Der Dischinger Batteriehersteller Varta wird für zwei Milliarden US-Dollar an den amerikanischen Energizer-Konzern verkauft. © Foto: Markus Brandhuber
Dischingen / Von Laura Strahl 17.01.2018
Der Dischinger Batteriehersteller geht für zwei Milliarden US-Dollar an einen amerikanischen Konzern. Die Zustimmung der Kartellbehörde steht jedoch noch aus.

Varta bleibt in der Hand von Amerikanern: Wie Spectrum Brands, der bisherige Mutterkonzern des Batterieherstellers, mitgeteilt hat, hat man im Konkurrenten Energizer Holdings einen Käufer für die Batteriesparte gefunden. Auch über den Preis ist man sich bereits einig geworden: Varta Consumer Batteries und der amerikanische Batteriehersteller Rayovac wechseln den Besitzer für zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,6 Milliarden Euro). Der Deal soll noch vor Ende des Jahres in trockene Tücher gebracht werden. Lediglich die Zustimmung der Kartellbehörde steht noch aus.

Betroffen von dem Verkauf ist freilich auch das Varta-Werk in Dischingen. Dort wurden die rund 470 Mitarbeiter Anfang Januar über die Verkaufspläne informiert. Wer der neue Eigentümer sein könnte, stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fest. Man wolle den Verkauf als Chance sehen, hieß es damals und den Wachstumskurs auch nach dem Eigentümerwechsel fortsetzen. Am Montag wurden die Belegschaften in Dischingen und Ellwangen (Sitz der deutschen Vertriebsgesellschaft) nun darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Suche nach einem Käufer beendet ist. Zur Stimmung im Unternehmen gab Varta am Mittwoch keine Auskunft. Wie die „Aalener Nachrichten“ schreiben, sei die Nachricht über den Verkauf mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Vor allem in Ellwangen herrsche Verunsicherung, weil einige Mitarbeiter dort nicht nur im Varta-Vertrieb, sondern auch im Vertrieb für die Elektrokleingeräte-Sparte von Spectrum Brands eingesetzt sind.

Die notwendige Markterfahrung

Bei Spectrum Brands selbst ist man über den Verkauf mehr als glücklich. „Wir sind erfreut, an einen Eigentümer zu verkaufen, der die notwendigen Ressourcen sowie die notwendige Markterfahrung mitbringt und unseren Leuten starke Unterstützung und Wachstumspläne für die Zukunft bietet“, wird Geschäftsführer Andreas Rouvé in der Pressemitteilung zitiert. Für Spectrum Brands selbst erhoffe man sich durch den Verkauf eine Steigerung des Unternehmenswerts. Denn: Mit dem Verkaufserlös will Spectrum Brands Schulden abbauen, mehr ins Kerngeschäft investieren – dazu zählen Armaturen und Beschläge im Wohnbereich, Autopflege, Tierbedarf sowie Produkte für Haus und Garten – und Aktien zurückkaufen. David Maura, Vorstandsvorsitzender des Spectrum-Brands-Konzerns, sieht den Verkauf der Batteriesparte als einen wichtigen Schritt für die Neuausrichtung der eigenen Kapitalstrategie, mit der man das Ziel verfolgt, schneller zu wachsen und größere Margen zu produzieren.

Auch beim neuen Eigentümer Energizer äußert man sich erfreut über den zweifachen Zuwachs im Unternehmen. Durch die Übernahme von Varta und Rayovac will die Holding an Präsenz im internationalen Markt gewinnen. Zudem sollen das Portfolio und die Produktionskapazität erweitert sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen gesteigert werden.

Erfreut und aufgeregt

Wie Energizer-Geschäftsführer Alan Hoskin in einer Pressemitteilung sagt, sei man erfreut und aufgeregt, „talentierte Kollegen beider Firmen zusammenzubringen, um das Geschäft auf ein neues Level zu heben“. Um Geld geht es dabei auch: Man wolle künftig kostensparender arbeiten, um die Firma wettbewerbsfähiger zu machen.

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