Bildung Eltern wollen Grundschule erhalten

Am 10. März wird es spannend: Mindestens 25 Kinder müssten sich dann für den Unterricht an der Heuchlinger Grundschule angemeldet haben, damit sie auf in Zukunft weiterbestehen kann.
Am 10. März wird es spannend: Mindestens 25 Kinder müssten sich dann für den Unterricht an der Heuchlinger Grundschule angemeldet haben, damit sie auf in Zukunft weiterbestehen kann. © Foto: Foto: Jens Eber
Heuchlingen / Jens Eber 21.02.2014
Die Gemeindeverwaltung wollte ein Stimmungsbild und bekam ein eindeutiges geliefert: Die Grundschule soll in Heuchlingen bleiben – und sei es für nur noch zwei Jahre. Im Moment liegen dafür allerdings nicht genügend Anmeldungen vor.

Reicht es oder reicht es nicht? Diese Frage wird erst nach dem 10. März beantwortet werden können, wenn der Anmeldetag für die Grundschule vorbei ist. Mindestens 25 Kinder müssten dann für den Unterricht an der Heuchlinger Schule angemeldet sein, damit diese weiterbesteht.

Bei einem Infoabend in der Hungerbrunnenhalle zeichnete Bürgermeister Roland Polaschek zunächst ein ernüchterndes Bild: „Die Entwicklung der Kinderzahlen in Heuchlingen kann als dramatisch bezeichnet werden.“ Der Geburtenstatistik zufolge würden dieses Jahr nur zwei Heuchlinger Kinder eingeschult. Die Tendenz? „Weiter sinkend“, so der Bürgermeister.

Viel Zeit bleibt nicht. Nach dem Anmeldetag soll sich der Ortschaftsrat mit dem Thema befassen, am 25. März wird die Zukunft der Grundschule dann im Gerstetter Gemeinderat beraten. Polaschek betonte, Ziel sei eine von der breiten Mehrheit der Bürger- und Elternschaft getragene Lösung.

Auch im Staatlichen Schulamt Göppingen hat man sich mit der Heuchlinger Schule beschäftigt. „Solche Termine sind nicht angenehm“, sagte der leitende Schulamtsdirektor Hans-Jörg Polzer. Zurzeit seien sie allerdings häufig, wenn auch meist in Bezug auf Hauptschulen. Dass auch Grundschulen bei der Standortfrage unter Druck geraten, sei dagegen neu – der Trend werde sich aber verstärken. Die vorliegenden Zahlen seien die Fakten, von denen auszugehen sei. Demnach werde der notwendige Klassenteiler von 25 Schülern nicht erreicht. Die „schlechteste Lösung“, so Polzer sei eine, „die ein Jahr später nicht mehr trägt“. Andauernde Unsicherheit sei tödlich für eine Schule.

Allerdings war in den Gesprächen am Infoabend auch mehrfach von Kindern zu hören, die womöglich früher eingeschult würden, von einem Kind aus Dettingen, das in Heuchlingen zur Schule gehen könnte oder gar von mehreren Kindern, die durch Zuzug zu erwarten seien.

Polzer warnte hier vor allzu knappen Lösungen: Entscheidend sei, wie viele Kinder am ersten Schultag nach den Sommerferien tatsächlich kommen würden. Seien es weniger als 25, müsste vom nächsten Tag an eine alternative Lösung greifen.

Drei Modelle stellte der Schulamtschef vor, welche auch die Heldenfinger Grundschule betrachteten, die mit voraussichtlich 39 Schülern im kommenden Schuljahr stabil bestehen wird: Beim ersten Modell bliebe eine Gemeinschaftsklasse (eins bis vier) in Heuchlingen, in Heldenfingen wären wie gehabt die Klassen eins und zwei sowie drei und vier zusammengefasst.

Modell Nummer Zwei setzt auf die Heldenfinger Grundschule, dort würden die Kinder aus beiden Orten gemeinsam in jeweils zwei jahrgangsgemischte Klassen gehen. Das dritte Modell war eine Grundschule mit zwei Klassen pro Jahrgang am Standort Dettingen. Polzers Empfehlung fiel eindeutig aus: Heuchlingen aufgeben, mit Heldenfingen zusammenführen und dort relativ kleine Kombiklassen bilden.

Heuchlingens Ortsvorsteher Frank Schied brachte freilich noch das „Modell Null“ ins Spiel: Wenn die nötige Schülerzahl für den Erhalt der bisherigen Schulform erreicht werde, möchte man sie auch weiterführen. Es gebe, so Schied, durchaus Hoffnung auf 26 oder mehr Schüler für das kommenden Schuljahr. Werde dieses Ziel nicht erreicht, sei ein gemeinsamer Unterricht in Heldenfingen die beste Alternative.

Dem schlossen sich in der Diskussion auch etliche Eltern an. Sie hängen demnach an der von Hiltrud Litzka-Huber geleiteten Schule. Eine Mutter wollte auch gleich garantieren, dass ihr Kind im Sommer vorzeitig eingeschult werde, wenn der Erhalt der Schule gesichert sei. Befürchtet wurde von den Eltern auch, die Heuchlinger Kinder würden „auseinandergerissen“. „Jedes Jahr, das die Schule länger besteht, würden wir begrüßen“, betonte eine Mutter. Die Rektorin wollte sich nicht abschließend für eine Variante aussprechen. Wichtig sei jedoch, keine Risse in der Dorfgemeinschaft entstehen zu lassen.

Mit diesem klaren Meinungsbild, so Bürgermeister Polaschek, werden sich im März die Gemeindegremien befassen. Ziel ist nun, die Heuchlinger Schule zumindest für die kommenden zwei Jahre zu erhalten. Danach allerdings könnten die Kinderzahlen nach heutigem Stand erneut deutlich einbrechen. Wichtig sei allerdings auch die Gewissheit, dass die Heuchlinger Kinder – wann auch immer – in Heldenfingen „freudig und mit offenen Armen“ empfangen würden.

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