Hermaringen Hauff-Technik braucht eine schnelle Lösung

Bei Hauff-Technik wird der Platz eng. Aus baurechtlichen Gründen kann allerdings erst erst im Frühjahr 2019 mit dem Erweiterungsbau begonnen werden. Jetzt wird improvisiert.
Bei Hauff-Technik wird der Platz eng. Aus baurechtlichen Gründen kann allerdings erst erst im Frühjahr 2019 mit dem Erweiterungsbau begonnen werden. Jetzt wird improvisiert. © Foto: Archiv/Sabrina Balzer
Hermaringen / Brigitte Malisi 10.08.2018
Weil sich der geplante Neubau der Firma Hauff-Technik verzögert, soll nun eine Leichtbauhalle helfen.

An Erfolgsmeldungen der Firma Hauff-Technik hat man sich in Hermaringen schon fast gewöhnt: Seit der Einweihung des Firmenstandorts 2014 gehen die Umsatzzahlen steil nach oben. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich praktisch verdoppelt und liegt inzwischen bei 279.

Bereits Ende des vergangenen Jahres verkündete Hauff-Geschäftsführer Dr.Michael Seibold, dass die Firma, die zur Indus-Holding- AG gehört, umfangreiche Erweiterungen plant. Im Herbst schon sollte der Startschuss dafür fallen und spätestens 2020 das neue Logistik-Gebäude und ein weiteres Bürogebäude in Betrieb gehen. Den Platz für die dann ausgelagerte Logistik braucht die Firma dringend, um ihre Produktionskapazitäten auszubauen.

Umsatzziel: 80 Millionen Euro

Die Hauseinführungen der Firma Hauff sind auf dem Markt so gefragt, dass die Produktion in Hermaringen kaum noch nachkommt. Noch Ende 2017 hatte Seibold das Ziel von 80 Millionen Euro Umsatz ganz grob für 2025 angepeilt. Nun sieht es ganz danach aus, also ob Hauff dieses Ziel bereits in diesem Jahr erreichen wird.

Also alles bestens bei Hauff? Nicht ganz, denn der Start für den dringend erwarteten Erweiterungsbau wird sich deutlich verzögern. Voraussichtlich erst im Frühjahr 2019 kann es losgehen. Schuld daran sind baurechtliche Umstände. Bebauungsplan und Flächennutzungsplan stimmen nicht überein und das muss nun nachgeholt werden. Viele verwaltungsrechtliche Schritte gilt es dabei einzuhalten, bevor das Landratsamt dann eine Baugenehmigung erteilen kann.

Das Ganze zieht sich also, aber bei Hauff ist Feuer unterm Dach. Bis zu 17 Laster hätten in den vergangenen Wochen an manchen Tagen angestanden und auf ihre Lieferung gewartet, berichtet Geschäftsführer Seibold. Bereits im Juli habe das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Trotz der Erfolge der vorherigen Jahre sei das so nicht zu erwarten gewesen. Und selbst wenn der Spatenstich, wie geplant, im Herbst hätte erfolgen können, wäre Hauff um eine Zwischenlösung nicht herumgekommen, erklärt Seibold.

Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, wird die Firma deshalb eine Leichtbauhalle mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern auf dem bisherigen Firmengelände erstellen. Ein entsprechendes Baugesuch liege dem Landratsamt bereits vor und man gehe davon aus, die Halle bereits im September aufstellen zu können. Läuft alles nach Plan, könnte die Fertigung dort zum neuen Jahr starten.

Ab dem kommenden Frühjahr soll es dann endlich losgehen mit den Neubauten, die dann ab Mitte 2020 genutzt werden könnten. Noch einmal rund elf Millionen Euro wird Hauff in den kommenden Jahren am Standort Hermaringen investieren.

Wie sieht die geplante Erweiterung aus?

30 000 Quadratmeter Gewerbefläche in Richtung Bergenweiler hat die Firma Hauff-Technik für die geplante Erweiterung gekauft. Damit wird das bestehende Firmengelände fast verdoppelt. Ursprünglich war eine Erweiterung in Richtung Osten vorgesehen, doch logistisch sinnvoller sei sicher die Erweiterung in Richtung Süden, erklärt Geschäftsführer Dr. Michael Seibold. Das gefällt nicht allen Gemeinderäten, weiß der Geschäftsführer. Er habe sich erst kürzlich den durchaus kritischen Fragen des Hermaringer Gemeinderates gestellt.

15 Meter hoch soll das neue Logistik-Gebäude werden. Auch das sei bereits angesprochen worden. Der Bau lasse sich aber anders nicht wirtschaftlich umsetzen, erklärt Michael Seibold. Er gehe aber davon aus, dass der geplante Neubau durch entsprechende Gestaltung und Begrünung einigermaßen ansprechend gestaltet werden kann.

Was stellt Hauff-Technik her?

Hauff-Technik wurde 1955 von Werner und Hilde Hauff in Heidenheim gegründet. Das Spritzguss-Unternehmen belieferte unter anderem die Firmen Hartmann und Bosch. Ab 1975 entwickelt der Zulieferer auch eigene Produkte: zunächst die erste industriell gefertigte Kabeldurchführung. Heute stellt das Unternehmen Kabel- und Rohrabdichtungen sowie Hauseinführungen her. Seit 1986 ist die Indus Holding AG alleinige Gesellschafterin von Hauff-Technik. Seit 2014 hat das Unternehmen seinen Sitz in Hermaringen.

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