Kreis Heidenheim Kommentar: Ein Sieg der Vernunft

Klaus Dammann, Kreisredakteur der Heidenheimer Zeitung.
Klaus Dammann, Kreisredakteur der Heidenheimer Zeitung. © Foto: Oliver Vogel
Kreis Heidenheim / hz 12.06.2018
Zur Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Sachen Holzvermarktung ein Kommentar von Klaus Dammann.

Sachlich betrachtet kann man den Erfolg des Landes Baden-Württemberg beim Bundesgerichtshof durchaus zwiespältig sehen: Das Bundeskartellamt hat eine Wächterfunktion und die hat es auch im Fall der gemeinsamen Rundholzvermarktung von Staats-, Kommunal- und Privatwald durch das Land wahrzunehmen. Ist der Kartellvorwurf im vorliegenden Fall gerechtfertigt oder nicht? Der BGH hat dies in seinem Urteil nicht entschieden, sondern sich auf verfahrensrechtliche Gründe zurückgezogen. Freie Forstunternehmer, die ihre Chance zu erkennen glaubten, werden nicht begeistert sein.

Doch regional ist die Entscheidung klar zu begrüßen. Für den waldreichen Landkreis Heidenheim bedeutet sie einen Sieg der Vernunft, denn auch ohne den fast die Hälfte ausmachenden Staatswald sind zehn waldbesitzende Kommunen und 2000 private Kleinwaldbesitzer zu betreuen. Wenn dies wie bisher aus einer forstlichen Hand geschehen kann, sind nicht nur unternehmerische Sicherheit und Vertrauen gegeben, sondern gerade bei den Kleinen eine verhandlungsrelevante Größe. Denn ein Wald ist ja neben der Natur vor allem eines: eine zukunftsträchtige Einnahmequelle.

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