Herbrechtingen / Günter Trittner Daniel Vogt ist bereits Oberhaupt einer 1000-Seelen-Gemeinde im Ostalbkreis. Nun möchte er Täferrot gegen Herbrechtingen tauschen: „Die Stadt hat unheimlich Potenzial.“

Noch ist er in Herbrechtingen ein Unbekannter. Doch das möchte Daniel Vogt in den kommenden Wochen ändern: „Ich freue mich riesig darauf, mit der Bürgerschaft ins Gespräch zu kommen, um deren Wünsche und Vorstellungen besser kennen zu lernen.“

Und das soll noch diese Woche passieren. Beim Bauernmarkt am Freitag möchte der amtierende Bürgermeister von Täferrot auf jeden Fall vor Ort sein.

Im Staatsanzeiger war der 31-Jährige auf die frei werdende Bürgermeisterstelle aufmerksam geworden. Den Entschluss zu kandidieren hat er zusammen mit seiner Lebensgefährtin, einer Erzieherin, „reifen“ lassen. Inzwischen ist Herbrechtingen für ihn keine unbekannte Größe mehr. „Die malerische Kulisse, und da denke ich nicht nur an das Eselsburger Tal“ hat er schon bei einigen Spaziergängen wahrgenommen. Und aus den wirtschaftlichen Zahlen weiß er auch: „Die Stadt hat unheimlich Potenzial.“ Im Grunde, so Vogt, sei Herbrechtingen für jeden Bürgermeister ein Traum, der gestalten wolle.

Für dieses Gestalten hat Vogt aber eine Prämisse: Die Menschen müssen einbezogen werden. Es liegt ihm viel daran, dass sich in Herbrechtingen ein Heimatgefühl ausbreitet, dass sich die Bürger engagieren und einbringen können. „Ich möchte diese als Mitstreiter begeistern.“

Direkter Kontakt zum Bürger

So wie von Täferrot gewohnt möchte Vogt auch in Herbrechtingen als Bürgermeister ansprechbar sein. Denn nur im direkten Kontakt mit den Menschen in deren Alltag erfahre man ungefiltert, was diese bewege. Trotz des „stattlichen Bewerberfelds“ rechnet sich Vogt Chancen aus, Nachfolger von Dr. Bernd Sipple zu werden.

Sollte er gewählt werden, ist ein Umzug vorgesehen. „Uns schwebt ein Haus vor.“ Dass er kein Herbrechtinger ist, sieht Vogt nicht als Nachteil. „Da ich von außen komme, kann ich die Dinge objektiv angehen.“

Ein „Macher“ als Kandidat

Vogt ist in Aalen geboren, in Neresheim aufgewachsen, wo er auch heute noch wohnt. Das Abitur hat er an der Kaufmännischen Schule in Wangen/Allgäu gemacht. Das Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg schloss er im Sommer 2010 mit Erfolg ab. Während des Hauptstudiums zum Diplom-Verwaltungswirt absolvierte Vogt noch ein Kontaktstudium zum Kommunalen Bilanzbuchhalter. Danach war Vogt bis März 2015 Personalamtsleiter und stellvertretender Leiter des Hauptamtes in der Gemeinde Hüttlingen.

Seit April 2015 ist er Bürgermeister in der Gemeinde Täferrot. Er beschreibt sich als „Macher“. Er habe schnell gelernt, was es bedeute, mit knappen Finanzen kreative Lösungen umzusetzen, um dabei das Bestmögliche für die Gemeinde und die Menschen herauszuholen.

Seit 2016 hat Vogt den Vorsitz des Gemeindeverwaltungsverbands Schwäbischer Wald und des Interkommunalen Zweckverbands Baubetrieb und Gewerbe der Gemeinden Ruppertshofen und Täferrot inne.

Vogt möchte in Herbrechtingen ein Bürgermeister für alle sein und bewirbt sich als unabhängiger, parteiloser Verwaltungsfachmann mit Blick von außen.

Spannende Projekte

Herbrechtingen sieht er als infrastrukturell starke Stadt in der große und spannende Projekte zur Realisierung anstehen. „Man kann vieles bewegen“, ist sich Daniel Vogt sicher. Neben dem bald abgeschlossenen Bau der Bibrishalle stehe in Herbrechtingen in naher Zukunft die Sanierung der Schulen im Bibris-Zentrum auf der Agenda. „Diese Herausforderungen würde ich gern annehmen.“

In der anhaltenden Zeit des „Baubooms“ hält er die Ausweisung von Bauland und ein bedarfsgerechtes Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten für wesentliche Aufgaben; alles im Einklang mit Belangen des Umwelt- und Naturschutzes umzusetzen, ist ihm ein wichtiges Anliegen.

Die Bewerbungsfrist ist vorbei - zehn hatten sich beworben, neun stehen auf der Liste. Ein Überblick über alle Bürgermeisterkandidaten: