Gerstetten / HZ  Uhr
Leserbrief: Zu den Querelen beim Verein UEF-Lokalbahn Amstetten-Gerstetten („Und die Bahn kommt?“ vom 20. April) schreibt ein ehemaliges Vorstandsmitglied.

Der Artikel bedarf einiger Präzisierungen. Zahlreiche Aussagen des zitierten Korbinian Fleischer sind nachweislich falsch. Fleischer hat als Nichtmitglied offenbar viele komplexe Themen nicht komplett verstanden.

Zunächst: Der alte Vorstand des Vereins UEF LAG trat von seinen Ämtern zurück und wurde nicht „ausgetauscht“. Gründe waren ein zerstörtes Vertrauensverhältnis zu den Kassenprüfern, vereinsschädigende Verbreitung interner Daten an vereinsfremde Personen (inklusive Presse) sowie eine vornehmlich in der Geislinger Zeitung (GZ) erfolgte einseitige Berichterstattung hierzu.

Die massiven Verwerfungen verursacht haben im Januar 2019 haltlose Unterstellungen der beiden Kassenprüfer sowie die unreflektierte Weitergabe dieser Behauptungen an die Presse (GZ). Wie dem HZ-Bericht nun zu entnehmen war, verbreitet der damalige Informant Fleischer die falschen Behauptungen offenbar bewusst weiter.

Rund 20 langjährig aktive und erfahrene „Schaffer“ haben zwischenzeitlich ihre Tätigkeiten aus Protest gegen die Machenschaften des neuen Vorstands sowie der Kassenprüfer eingestellt. Für den Museumstriebwagen T06 gibt es im Verein kein technisch versiertes Personal und keinen einzigen Lokführer mehr. Erfahrenes Personal für die Wagen in der Werkstatt Gerstetten sowie Kenner der Infrastruktur sind mittlerweile Fehlanzeige. Ein Aderlass ohne Gleichen.

Die Lokalbahn ist seit 14. April auf Anweisung des Eisenbahnbetriebsleiters (EBL) komplett gesperrt. Hintergrund sind nicht, wie von Fleischer angegeben, erhebliche Mängel an der Strecke, sondern die Amtsniederlegung der bisherigen Funktionsträger in der LAG GmbH. Vom neuen Vereinsvorstand wurde, obwohl im Vorfeld mehrfach versichert, kein ausreichend qualifiziertes Personal als Nachfolge bereitgestellt. Die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs ist daher personalbedingt nicht mehr gewährleistet, so die klare Aussage des EBL.

Bei der Mitgliederversammlung im März 2019 konnte der Vorstand, entgegen anderslautender Versprechungen im Vorfeld, nur teilweise besetzt werden. Drei der fünf Vorstandsmitglieder waren zum Zeitpunkt der Wahl gar erst wenige Stunden bzw. Tage überhaupt Mitglied im Verein. Personell unvollständig und inhaltlich ahnungslos erweisen sich die neuen Verantwortlichen leider als unfähig, Tätigkeiten und damit auch Verantwortung zu übernehmen. Zentrale Themen konnten nicht ordnungsgemäß übergeben werden, weil die neu notwendigen kompetenten Ansprechpartner gar nicht vorhanden sind. Turnusgemäße Arbeiten an der Strecke wurden von den neuen Verantwortlichen trotz vielfacher Hinweise nicht in Angriff genommen – bis hin zur nun gesperrten Strecke. Der nächste Zug auf der Lokalbahn ist damit auf unbestimmte Zeit verspätet.

Gerold Nagel, Amstetten