Sontheim/Brenz / Laura Strahl Der Gemeinderat hat sich entschlossen, einen Eigenbetrieb für Entwässerung zu gründen.

Wenig überraschend hat sich der Gemeinderat in seiner Sondersitzung am Donnerstagabend einstimmig für die Gründung eines Eigenbetriebs Entwässerung, rückwirkend zum 1. Januar 2019, ausgesprochen.

Die Tendenz dazu war bereits in der vergangenen Sitzung zu erkennen gewesen: Die von Kämmerer Andreas Schmid vorgestellten Pläne für die kommenden Jahre hatten alle Fraktionen grundsätzlich befürwortet. Auf Antrag der FWV-Fraktion hatte man sich dann aber mit knapper Mehrheit für eine Vertagung entschieden, um sich intensiver mit dem Vorschlag auseinanderzusetzen. Außerdem hatten sich die Gemeinderäte weitere Zahlen zur Finanzlage gewünscht.

„Wir stehen voll dahinter“

Diese Zahlen, die vorläufigen Rechnungsergebnisse für die Jahre 2017 und 2018, hatte Schmid nun nachgelegt. Und so konnte nun auch die FWV-Fraktion in Person von Jonas Pürckhauer sagen: „Wir stehen voll dahinter.“

Hinter der Gründung des Eigenbetriebs heißt das, durch den der kamerale Haushalt in den Jahren 2019 bis 2022 um rund vier Millionen Euro entlastet wird.

Denn: Die Investition im Bereich der Entwässerung schlagen sich dann nicht mehr im Haushalt nieder, Darlehen bzw. deren Zinsen und Tilgung ebenfalls nicht. Schmids Eckwert für die mittelfristige Finanzplanung bis 2022, denen der Gemeinderat ebenfalls grünes Licht gegeben hat, werden so erst umsetzbar. Und der Haushaltsplan für 2019 überhaupt genehmigungsfähig.

Die Schulden der Gemeinde aber bleiben logischerweise auch nach der Abtrennung des Bereichs Entwässerung gleich hoch. Allerdings werde durch die Gründung des Eigenbetriebs Transparenz geschaffen, beurteilte Bürgermeister Matthias Kraut. Zahlen seien für die Bürger besser zu finden, Entscheidungen besser nachzuvollziehen. Zum Beispiel auch dann, wenn es um „Sonderwünsche“ geht. „Dafür haben wir keinen Platz. Das muss den Leuten bewusst sein.“

Auf dem Plan für die kommenden drei Jahre haben die Sontheimer nämlich so einiges: Wie Kämmerer Schmid präsentierte sollen bis zum Jahr 2022 Vorhaben mit einem „sehr ambitionierten“ Investitionsvolumen von rund 7,9 Millionen Euro umgesetzt werden (Zuschüsse in Höhe von rund vier Millionen Euro sind bei dieser Summe bereits herausgerechnet). Den größten Batzen macht mit 3,5 Millionen das Feuerwehrgerätehaus aus. Die Innensanierung der Schule ist mit rund 630 000 Euro ebenfalls nicht unbedeutend. Genauso wenig die Sanierung der Hermann-Eberhardt-Halle (circa 560 000 Euro) und der Bauhof (505 000 Euro).

Noch nicht definitiv beschlossen

Natürlich muss aber eingeschränkt werden: Das all diese Pläne genau so kommen, heißt der Eckwertebeschluss des Gemeinderats nicht. So habe man nun zwar eine „richtungsweisende Entscheidung“ getroffen, hieß es von Bürgermeister Kraut. Das letzte Wort über die Umsetzung der geplanten Vorhaben ist dennoch nicht gesprochen. Die Beratungen über den Haushaltsplan stehen schließlich auch noch an.