Nachruf Ehemaliger Brauerei-Chef Albert Hald ist tot

Albert Hald.
Albert Hald. © Foto: Archiv
Dunstelkingen / Klaus-Dieter Kirschner 26.10.2014
Im Alter von 85 Jahren starb Albert Hald, der Jahrzehnte die Familienbrauerei Hald leitete, sie ausbaute und seinen Kindern ein unverändert expandierendes Brauhaus hinterlässt.

Albert Hald war ein Bierbrauer mit Leib und Seele. Er pflegte die regionale Braukultur, verteidigte das Reinheitsgebot und forschte nebenher in der Heimatgeschichte. Dabei spürte er nicht nur auf dem Härtsfeld die eine oder andere Brauerei auf, die es lange gegeben hatte und die – aus welchen Gründen auch immer – längst von der Bildfläche verschwunden waren. Oft fand Albert Hald nicht einmal mehr Zeitgenossen, die sich an solche Braustätten erinnerten. 2006 waren es im Kreis Heidenheim noch fünf aktive Brauereien, von einst 21, die im 20. Jahrhundert den Durst der Kunden stillten.

Die heutige Familienbrauerei Hald lässt sich über die Brauerei Zum Engel bis ins Jahr 1664 zurückverfolgen. Ein gewisser Mathes Kemmerlin hatte sie gegründet. 1916 übernahm die Familie Hald die Brauerei Zum Engel. Albert Hald war am 9. April 1929 in die Familienbrauerei hineingeboren worden. Großvater Friedrich Hald betrieb das Wirtshaus, die Brauerei und eine große Landwirtschaft. 1958 übernahmen Berta und Albert Hald den Betrieb. 25 Hektar Land waren zu bewirtschaften, der Bierausstoß lag bei 200 Hektolitern. Den Meisterbrief hatte Albert Hald 1955 überreicht bekommen.

350 Jahre Braukunst waren in diesem Jahr im neuen Logistikzentrum und der neuen Abfüllerei vor den Toren Dunstelkingens gefeiert worden. Nicht bloß unterschiedlichste Biersorten werden gebraut, sondern auch alkoholfreie Getränke abgefüllt. Heute reicht der Aktionsradius von Hald bis Stuttgart, Dinkelsbühl und Augsburg. Dort hatten die Härtsfelder den Schaller-Bräu übernommen. Die Kronen-Brauerei Gundelfingen kam 2003 unter die Fittiche Halds.

Zum 1. Januar 1999 zog sich Albert Hald aus dem operativen Geschäft zurück und setzte seinen Sohn Christoph als Nachfolger ein.

Der Senior hatte dann wieder mehr Zeit für seine Hobbys. Dazu zählte unter anderem auch das Fotografieren. Gerne war Albert Hald auch unter Leuten und freute sich viele Jahre über all die Aktivitäten während der Sichelhenke in Frickingen. Dem Musikverein Dunstelkingen diente er 17 Jahre als stellvertretender Vorsitzender. Ohne Albert Hald würde es keinen Gewerbeverein Dischingen geben: Als Gründungsvorsitzender ging er in die Chronik ein. In beinahe allen Vereinen seiner Heimatgemeinde ist Albert Hald Mitglied bzw. Ehrenmitglied. Auf beruflicher Ebene engagierte er sich als mittelständischer Unternehmer 25 Jahre in der Tarifkommission der Baden-Württembergischen Brauer. Halds Wort hatte aber auch Gewicht im Verkehrsverband Gastliches Härtsfeld.

Wer seine Heimat liebt, der setzt sich auch für die Ökologie ein. Die Kunst des Brauens, das Wohlergehen von Betrieb, Belegschaft und Familie waren über Jahrzehnte Inhalt und Leitstern eines an Aktivitäten und Erfolgen reichen Lebens.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel