Gericht Drogenabhängiger muss drei Jahre und sechs Monate in Haft

Der 35-jährige Angeklagte muss auch die Verfahrenskosten tragen.
Der 35-jährige Angeklagte muss auch die Verfahrenskosten tragen. © Foto: Symbolbild
Michael Brendel 15.09.2017
Wegen zweier verübter Einbrüche verlängert sich die Gefängnisstrafe eines Drogenabhängigen.

Rückblende: Am 12. Juni 2017 muss sich ein Mann vor dem Heidenheimer Schöffengericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, sich bei mehreren Beschaffungsfahrten in Holland mit Rauschgift eingedeckt und eine nicht unerhebliche Menge davon weiterverkauft zu haben, nachdem der Stoff in der Wohnung seiner Lebensgefährtin portioniert wurde. Am Ende stehen zwei Jahre und acht Monate Gefängnis – eine Freiheitsstrafe eingerechnet, die der Drogenabhängige aktuell verbüßt.

Jetzt stand der 35-Jährige wieder vor dem Schöffengericht, erneut wird er in Fußfesseln aus der Haft vorgeführt. Diesmal geht es um drei Einbrüche, bei denen die Täter Beute in unterschiedlicher Höhe und Form gemacht haben. Dazu zählt ein Pkw, der am 22. September 2016 aus der Garage eines Wohnhauses in Steinheim verschwindet und Monate später mit gestohlenen Kennzeichen in Lauingen auftaucht.

Wieder kommt die Lebensgefährtin des 35-Jährigen ins Spiel: Ein Foto des Fahrzeugs findet die Polizei auf ihrem Smartphone. Weil sie dieses zuvor an einen möglicherweise an dem Diebstahl Beteiligten verliehen haben will und der Angeklagte jegliche Verwicklung in die Sache bestreitet, vielmehr nur Beute aus dem Einbruch erworben zu haben angibt, wird sich das Gericht mit dieser Tat demnächst separat befassen.

Einbrüche in Gerstetten

Unstrittig ist, was sich der Anklage zufolge am 30. November 2016 in Gerstetten ereignet: Zusammen mit einem Komplizen steigt der Angeklagte in ein Autohaus ein und verschwindet mit Zigaretten im Wert von rund 4000 Euro.

Ohne Umschweife räumt der 35-Jährige auch ein, was sich Anfang Januar 2017 zuträgt. Da bricht er zusammen mit einem Mittäter ins Vereinsheim des MSC Gerstetten ein. Die beiden hinterlassen Sachschaden und eine Lücke, wo eigentlich ein Flachbildfernseher hingehört. Den findet die Polizei in der Wohnung der wiederholt erwähnten Lebensgefährtin.

Mehrfach vorbestraft

Die Erklärung des 35-Jährigen für sein Tun ist immer die gleiche: „Ich brauchte Geld, um meine Schulden wegen den Drogen bezahlen zu können.“ Und da diese unrühmliche Karriere schon vor Langem begann, reicht auch die Latte der juristischen Folgen mehr als ein Jahrzehnt zurück: gewerbliche Einfuhr und Handeltreiben mit Betäubungsmitteln, Diebstahl, Raub, Nötigung, Bedrohung, räuberische Erpressung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Urkundenfälschung, Unterschlagung und einiges mehr. Alles in allem kommen so um die zehn Jahre Gefängnis zusammen.

Obwohl der Angeklagte weitgehend geständig ist, fordert die Staatsanwältin aufgrund des Vorstrafenregisters diesmal drei Jahre und sechs Monate Haft – das Urteil vom 12. Juni berücksichtigt. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsrichter Eberhard Bergmeister folgt diesem Antrag und bürdet dem 35-Jährigen auch die Verfahrenskosten auf. Unerhört bleibt die Bitte des Verteidigers um eine mildere Strafe, um seinem Mandanten den möglichst raschen Beginn einer Therapie zu ermöglichen.