Gerstetten / Elisabet Ablasser  Uhr
Unterstützung der Gerstetter Flüchtlinge, Blutspendeaktionen, Feste und Ernstfälle: Der Ortsverband des DRK hatte im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun.

Im gut besuchten DRK-Zentrum begrüßte Vorsitzender Roland Polaschek neben den Vertretern der angehörenden Gemeinden und Vereinen auch DRK-Präsident Albert Tränkle.

In Kriegszeiten wurde das Rote Kreuz ins Leben gerufen. Kriege bestimmten die Arbeit des DRK, so Polaschek. In den vergangenen Jahren sei dies weit weg gewesen. Zwar sei das DRK auch weiter in den Kriegs- und Krisenregionen dieser Welt aktiv gewesen, oft aber fast unbemerkt von der deutschen Bevölkerung.

Seit dem vergangenen Jahr aber seien Krieg und Flucht auch hier ein zentrales Thema – vor allem auch durch die Unterbringung und die persönlichen Begegnungen mit Flüchtlingen im ehemaligen Sky-Markt und anderen Unterkünften.

In Gerstetten ist das DRK in vielfältiger Weise aktiv: Das internationale Frauenfrühstück findet immer wieder statt, sechs junge Flüchtlinge nehmen an einer Jugendgruppe teil und lernen neben der Arbeit im DRK auch Land, Leute und Sprache kennen.

Gemeinsam mit dem Freundeskreis Asyl wurde eine Gesundheitsmappe kreiert, die sich inzwischen bewährte. Auch einige aus den Reihen des DRK-Ortsverbandes engagieren sich direkt in der Flüchtlingshilfe vor Ort.

Doch nicht nur die Flüchtlingskrise, sondern auch das alltägliche Engagement kam nicht zu kurz: Im zweiten Jahr der Interims- und Probephase befindet sich die Rettungswache am Marktplatz und ist nicht mehr wegzudenken.

Das Gelernte in der Praxis anwenden, konnten die Ehrenamtlichen bei Einsätzen wie bei Bränden und einem Amok-Alarm.

Auch gesellige Veranstaltungen wie der Ausflug an den Bodensee standen 2015 auf der Tagesordnung. Stolz ist Polaschek auf die Jugendrotkreuzgruppe mit 25 bis 30 aktiven jungen Menschen. Er sprach seinen Dank an die gesamte Vorstandschaft aus, allen voran seinem Stellvertreter Georg Jäger.

Im vergangenen Jahr wurden mit 99 Aktiven – 61 Männer und 38 Frauen – 10 403 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Quartalsmäßig fanden Blutspendeaktionen statt, vorübergehend in der Heldenfinger Kliffhalle.

Im Juni 2015 fand der erste Gerstetter Rettungstag unter eigener Regie statt. Elke und Karl Weinert, Holger Schilk und Dirk Schön waren maßgeblich an der Organisation beteiligt: Über 440 Stunden Arbeit wurden hier investiert. Die GW-San Gruppe war ebenfalls mit 430 geleisteten Stunden sehr aktiv. An elf Dienstabenden wurde die Koordination im Aufbau und der Errichtung des Einsatzzeltes und vielem mehr vertieft. Mit zehn Helfern bewältigten sie Einsätze bei Bränden im Heidenheimer Krankenhaus, einem Wohnhaus in Heidenheim sowie auf dem Lindenhof in Steinweiler.

Die in Gussenstadt stationierte Feldküche meisterte hochmotiviert und mit gewisser Routine die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen. Die Zahl der Helfer-vor-Ort-Einsätze von Dettingen bis Gussenstadt nahm ab – auf 170 im vergangenen Jahr.

Die bereits intern abgehaltenen Wahlen wurden bestätigt, die Delegierten zur Kreishauptversammlung am 13. Mai gewählt. Als Vertreter der Ortsvereine im Präsidium des Kreisverbands wurde Armin Leber vorgeschlagen.

Für 20 Jahre ehrenamtliches Engagement wurden Carsten Gunsilius und Manuel Kerler (beide Gussenstadt) geehrt, für 30 Jahre Heike Fink (Gussenstadt), Marina Ziehe (Gerstetten) und Manfred Gunsilius (Gussenstadt). 35 Jahre lang ist bereits Monika Schilk (Gerstetten) dabei.