Holger Scheerer  Uhr
Im Mai feiern alljährlich die Mitglieder des internationalen Roten Kreuzes den Geburtstag ihres Gründers Henry Dunant. Der DRK-Kreisverband Heidenheim feierte am Sonntag rund um die Hammerschmiede in Königsbronn.

Ein besonders freudiger Tag wurde es für die Königsbronner „Helfer vor Ort“. Die fünfköpfige Truppe erhielt von Bürgermeister Michael Stütz den Schlüssel für ein nagelneues Einsatzfahrzeug überreicht. An der Finanzierung waren neben der Gemeinde und dem Deutschen Roten Kreuz auch Sponsoren beteiligt. Die Bürgerstiftung Königsbronn erklärte sich bereit, die laufenden Kosten für das Fahrzeug für einen Zeitraum von zehn Jahren zu übernehmen.

Im Idealfall sollte ein Notarzt 15 Minuten nach Alarmierung vor Ort sein. Im ländlichen Raum können diese Zeiten oftmals nicht eingehalten werden, sodass der Arzt erst nach 20 oder gar 25 Minuten vor Ort eintrifft. Die Helfer vor Ort sind ehrenamtlich im DRK engagierte Personen mit Sanitätsausbildung. Diese sollen die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztwagens überbrücken helfen.

Die Königsbronner Helfer vor Ort leisteten im vergangenen Jahr 180 Einsätze. Damit erwiesen sich die Königsbronner als die im Kreisverband Heidenheim des DRK am meisten angeforderte Gruppe. Hierbei geht es nicht nur um Verkehrsunfälle. Viel häufiger sind dramatisch verlaufende Erkrankungen oder Unfälle im häuslichen Bereich oder in Firmen. In acht Fällen plötzlichen Herzstillstands erwiesen sich die Helfer vor Ort mit dem Defibrillator als Lebensretter.

Dr. Thomas Fuchs, Narkosearzt am Klinikum Heidenheim, führte aus, dass es bereits zwei Minuten nach dem Herzstillstand zu einer Schädigung des Gehirns kommt, da dieses nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Von da an zählt jede Sekunde. Die alarmierten Rettungskräfte kommen meistens zu spät. Deshalb ist man auf die Helfer vor Ort angewiesen. Auch sprach sich Dr. Fuchs aus diesem Grund für die Weiterführung der Defibrillator-Aktion aus, an der neben dem DRK, dem Klinikum Heidenheim, Firmen, Verbänden und Gemeinden auch die Heidenheimer Zeitung federführend beteiligt ist.

Bürgermeister Michael Stütz, der aus den Händen des DRK-Kreisverbandsvorsitzenden Albert Tränkle einen Defibrillator für den Teilort Itzelberg entgegennehmen konnte, kündigte an, dass die Gemeinde in nächster Zeit kostenlose Seminare anbieten werde, in denen sich die interessierte Bevölkerung mit dem richtigen Umgang des Defibrillators vertraut machen kann.

Etliche Besucher ließen sich von den frühsommerlichen Temperaturen zu einem Besuch des Brenzursprungs verlocken. Das DRK sorgte mit seinen Helfern nicht nur für das leibliche Wohl, sondern mit seinen Vorführungen auch für unterhaltende Momente. Am Schmittenfelsen simulierte die Bergwacht eine Menschenrettung. Für viel Trubel sorgte die Rettungshundestaffel mit einer Vorführung ihrer Vierbeiner. Vor der Hammerschmiede konnte ein Blick in die verschiedenen Einsatzfahrzeuge geworfen werden.