Nachfrage Drei Urnen-Stelen für Söhnstetter Friedhof

Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner 16.05.2013
Die Nachfrage nach Feuerbestattungen und Urnenwänden hat selbst die Gemeindeverwaltung überrascht. Der Gemeinderat bewilligte nach kurzer Debatte jetzt drei weitere Stelen auf dem Friedhof in Söhnstetten.

Die stellvertretende Hauptamtsleiterin Ruth Hennig stellte dem Gemeinderat in öffentlicher Sitzung das weitere Vorgehen vor. Von 80 Grabkammern sind in Steinheim derzeit noch 20 frei; in Söhnstetten sieben von 24 Begräbnisplätzen. In Söhnstetten sei die Situation kritisch vor dem Hintergrund, dass die Lieferzeit dieser Stelen, die die Firma Kronimus in Südbaden fertigt, derzeit zwischen zwölf und 14 Wochen beträgt.

Von daher schlage die Verwaltung eine Änderung im Fahrplan zur Erweiterung der vorhandenen Urnenstelen vor. In Steinheim sollte zunächst nur ein Element mit sechs mal vier Urnenkammern errichtet werden. Sie müssten für dieses Jahr ausreichen, sagte Ruth Hennig. Zwei weitere Seitenelemente mit 16 Kammern für Steinheim könnten 2014 im Haushaltsplan untergebracht werden. Der Ansatz im Etat 2013 reiche aus, um in Söhnstetten weitere drei Stelen mit zwölf Urnenkammern aufzubauen. Die Betonfundamente sind hierfür schon vorhanden.

Auf dem Steinheimer Friedhof fielen dennoch Fundamentierungs- und Wegebauarbeiten an. Die Kosten bezifferte Ruth Hennig insgesamt auf 37 041 Euro, sie liegen somit knapp unter der Summe, die im Etat bereitgestellt wurden. Der Auftrag sollte – der Einheitlichkeit wegen – an Kronimus gehen.

Vize-Bürgermeister Walter Kraft (FWV) befürwortete die veränderte Vorgehensweise: „Schade finde ich es nur, dass wir an den Anbieter gebunden sind. Ein Wettbewerb ist nicht mehr möglich. So bekommen wir keine günstigeren Preise.“

Einen Anbieter-Wechsel hielt Bürgermeister Olaf Bernauer dann wieder für möglich, wenn die Plätze an den jetzigen Stelenplätzen voll belegt sind und man an einer anderen Ecke des Friedhofs neue Urnengräber in Stelen anbieten müsse.

Gottfried Braun (FWV) thematisierte seinen Eindruck, wonach etwa 80 Prozent der Trauerfeiern für nachfolgende Feuerbestattungen gehalten würden: „Wir sollten uns mit dem Gedanken befassen, wie langfristig unsere Friedhöfe aussehen sollen und wo man was und wie umgestalten sollte.“

Intern habe man sich schon erste Gedanken gemacht, bestätigte Bürgermeister Bernauer und erwähnte Vorschläge aus der Bürgerschaft, Urnengräber auch in reinen Wiesenflächen vorzusehen.

„Mir schwebt nach wie vor eine Art Friedwald auf dem alten Teil des Söhnstetter Friedhofs vor“, meldete sich Helga Butter (ANB) zu Wort und sprach von den kritischen Bodenverhältnissen und der Staunässe, die eine Verwesung auf dem alten Friedhof verhindere. Die Leute würden sich sehr über das wuchernde Unkraut aufregen.

Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Antrag der Verwaltung, dass zunächst in Söhnstetten die Zahl der Urnenstelen erhöht werde.

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