Wahl Drei Rathaus-Chefs wollen wieder ran

Kreis Heidenheim / KLAUS DAMMANN, GERHARD STOCK, KLAUS-DIETER KIRSCHNER 05.02.2014
In drei Orten des Landkreises stehen im Frühjahr Bürgermeisterwahlen an: In Königsbronn, Sontheim/Brenz und Dischingen können die Bürger ihre Zufriedenheit oder ihren Unmut mit der Arbeit der Rathaus-Chefs bekunden.

Die bisherigen Amtsinhaber kandidieren in allen drei Gemeinden bei den Bürgermeisterwahlen erneut für das Amt an der Verwaltungsspitze. Chronologisch betrachtet liegt der Wahltermin in Dischingen noch am fernsten. Die Bürger werden hier am Sonntag, 29. Juni, über die Besetzung des Chefsessels zu entscheiden haben. Die Bewerbungsfrist beginnt voraussichtlich im April, ihr Ende ist auf Montag, 2. Juni, um 18 Uhr terminiert.

Alfons Jakl, Diplom-Verwaltungswirt (FH) und bis zum Sommer 2006 Hauptamtsleiter in Dischingen gewesen, bewirbt sich heuer um seine zweite Amtszeit als Schultes der Härtsfeldgemeinde. Vor acht Jahren hatte er mit 51,9 Prozent im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit errungen und dann die Nachfolge des ausschließlich in die Landespolitik gewechselten Bernd Hitzler angetreten.

Der Amtsinhaber kann diesmal relativ gelassen auf die Bürgermeisterwahl blicken – angesichts der kommunalpolitischen Erfolge aus Jakls erster Amtszeit ist nicht mit ernsthaftem Gegenwind für ihn zu rechnen. Die Fortentwicklung in allen Teilorten ist im Gange, Gas- und Breitbandversorgung sind gesichert, ein Altenpflegeheim, ein Kinderhaus und eine Mensa sind gebaut, die Egauhalle mit Umfeld ist saniert und der Schulstandort Dischingen über die Zwischenstation Werkrealschule zur Gemeinschaftsschule ausgebaut. Die Sanierung der Dischinger Ortsdurchfahrt und der Bau von Windkraftanlagen sind in Vorbereitung. Und nicht zuletzt ist es Alfons Jakl gelungen, eine Fülle von Zuschüssen für unterschiedlichste Gemeindevorhaben auf das Härtsfeld zu holen.

In Königsbronn keine ernsthafte Konkurrenz erwartet

Wie in Dischingen geht auch in Königsbronn niemand ernsthaft davon aus, dass sich der Amtsinhaber eines Konkurrenten wird erwehren müssen. 1990 mit damals 28 Jahren zum jüngsten Bürgermeister im Landkreis Heidenheim gekürt, tritt Michael Stütz heuer an, um sich von den Königsbronnern das Mandat für die nunmehr vierte Amtszeit geben zu lassen. Am Sonntag, 9. März, sind hier die Bürger aufgerufen, ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu machen. Bisher empfiehlt sich dafür als einziger Bewerber der Diplom-Verwaltungswirt (FH) Stütz als parteiunabhängiger Kandidat.

Noch bis Montag, 10. Februar, 18 Uhr haben potenzielle Interessenten Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen und dem seit 24 Jahren am Brenzursprung „regierenden“ Gemeindeoberhaupt den Spitzenjob der Gemeinde streitig zu machen. Bereits einen Tag später, nämlich am Dienstag, 11. Februar, kommt dann im Sitzungssaal des Rathauses der Gemeindewahlausschuss zusammen, um über die Zulassung der rechtzeitig eingereichten Bewerbungen zu entscheiden.

Schon am 28. Dezember 2013 hatte sich Michael Stütz schriftlich um eine weitere Amtszeit beworben, einen Tag, nachdem im Staatsanzeiger die Stelle öffentlich ausgeschrieben worden war.

Auch in den kommenden Jahren sieht Stütz die Gemeinde vor wichtigen Aufgaben und Herausforderungen, die es „gemeinsam, sachorientiert, objektiv und parteiübergreifend“ zu meistern gelte. Weit über die Kreisgrenzen hinaus werde Königsbronn mittlerweile besonders positiv wahrgenommen, in den vergangenen acht Jahren habe man gemeinsam die Gemeinde in wesentlichen Zukunftsprojekten vorangebracht, so dass sie keinen Vergleich mit andern Kommunen zu scheuen brauche.

Sontheimer Schultes hat Gegenkandidaten

In Sontheim/Brenz strebt Bürgermeister Matthias Kraut (50) bei der Bürgermeisterwahl am 23. März eine zweite Amtszeit an und hat mit der Stellenausschreibung im Staatsanzeiger und in der Tagespresse als erster seine Bewerbung im Rathaus eingereicht.

Als weiterer Kandidat hat sich der 38 Jahre alte Betriebswirtschaftler und Unternehmensberater Dr. Stephan Sauer aus Schweinfurt vorgestellt. Inzwischen sind es drei Kandidaten: Aus Böbingen (Rems) meldete der selbstständige Handwerksdienstleister Heiko Gold seine Kandidatur an. Gold wird demnächst 41 Jahre alt und gilt inzwischen als Dauerbewerber. Er wirbt für sich als Mitglied der Nein-Sager-Partei und war bei der kürzlichen Bürgermeister-Wahl in Mögglingen im ersten Wahlgang auf Platz 3 gelandet.

Bei der Stellenausschreibung hatte der Gemeinderat mit Mehrheit beschlossen gehabt, nicht den sonst durchaus üblichen Zusatz in der Anzeige zu veröffentlichen: „Der Stelleninhaber bewirbt sich wieder.“ Sehr wohl aber müssen Interessenten für den Posten bei Vize-Bürgermeister Hans Honold ihre Unterlagen einreichen.

Außerdem hatte eine private Bürgerinitiative im Staatsanzeiger in einspaltiger Anzeige einen Bürgermeister-Kandidaten für die 5700 Einwohner große Gemeinde gesucht. Bei Chiffreanzeigen wird aber in so einem Fall der Ort nicht genannt, in dem für ein amtierendes Oberhaupt ein Gegenkandidat gesucht wird.

Die Bewerbungsfrist läuft am 26. Februar ab. Sollte am 23. März keine Entscheidung fallen, ist der Neuwahl genannte weitere Urnengang am 6. April. Dann reicht die einfache Mehrheit. Sontheim hat rund 5700 Einwohner, etwa 4300 davon sind wahlberechtigt. Erstmals können auch 16-Jährige bei der Bürgermeister-Wahl ihr „Kreuzle“ machen.

Auch das Bachtal wählt

Auch in drei Gemeinden im Bachtal finden 2014 Bürgermeisterwahlen statt. Hier liegt der Wahltermin einheitlich auf Sonntag, 16. März. In Bachhagel kandidiert neben Amtsinhaberin Ingrid Krämmel noch der gebürtige Hermaringer Thomas Leitner für die Verwaltungsspitze. Bei der Nominierungsversammlung in Zöschingen wurde Tobias Steinwinter zum Bürgermeisterkandidaten und möglichen Nachfolger des nicht mehr antretenden Norbert Schön gewählt. Einziger Bewerber in Syrgenstein ist der bisherige Schultes Bernd Steiner.

Noch einige Zeit hin ist es bis zur Wahl der Ortsoberhäupter in den anderen Gemeinden des Kreises Heidenheim. In Nattheim, Steinheim, Gerstetten und Hermaringen sind die Wahlen im Jahr 2018 zu erwarten, in Niederstotzingen erst im Jahr 2020.

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