Nachwuchs Dorfjugend das Hauptthema im Ortschaftsrat

Froh über den Erhalt der Dorfschule in Großkuchen äußerte sich Ortsvorsteher Josef Weber, der an der Tradition des Kinderfestes festhalten will. Gefeiert wird es diesmal am 29. Juni.
Froh über den Erhalt der Dorfschule in Großkuchen äußerte sich Ortsvorsteher Josef Weber, der an der Tradition des Kinderfestes festhalten will. Gefeiert wird es diesmal am 29. Juni. © Foto: Archiv
Großkuchen / Karin Greth 05.06.2013
Die Kinder und Jugendlichen standen im Mittelpunkt der Sitzung des Ortschaftsrats am Dienstagabend in Großkuchen - die Themen drehten sich fast ausschließlich um die jüngsten Bewohner des Heidenheimer Teilorts - in positiver wie auch bedenklicher Hinsicht.

Eigentlich war es lediglich der letzte Punkt auf der Tagesordnung, aufgeführt unter „Verschiedenes“. Doch über dieses Thema wurde schließlich am meisten diskutiert: Ein Gespräch mit der Dorfjugend ist geplant. Auf 14. Juni hat man sie eingeladen zu einem Treffen im Jugendraum. Eine Premiere.

Angesprochen werden sollen dabei einige Vorfälle im Dorf, die für Ärger gesorgt haben: Ein beschmiertes Feuerwehrhäuschen, eine zerstörte Mariengrotte, ein umgebrochener Apfelbaum im Schulgarten. Aber trotzdem soll es kein Abend der Belehrung werden, keine Beschuldigungen. „Wir möchten ins Gespräch kommen“, formuliert Ortsvorsteher Josef Weber den Sinn der Zusammenkunft. „Wir wollen unsere Jugendlichen fragen, wo wir sie unterstützen können – und wie sie sich vorstellen können, selbst aktiv zu werden für die Gesellschaft.“ Es gehe darum, die Jugendlichen zu motivieren, die Zukunft mitzugestalten. „Man muss ihnen auch Verantwortung übertragen“, glaubt Josef Weber, „nicht, dass es heißt: ihr braucht uns ja nicht.“

Offen sein für Anliegen der Jugendlichen

Attraktive Betätigungsfelder gebe es genug: „Die Feuerwehr beispielsweise sucht händeringend Nachwuchs“, zählte der Ortsvorsteher auf. In der Einladung an die Jugendlichen habe man aber bewusst keine Themen vorgeschlagen, die an diesem Abend besprochen werden sollen. Man wolle offen sein für alle Anliegen der Jugendlichen. Dem Treffen sollen weitere folgen, sofern das Gesprächsangebot auf Interesse stoße – woran mancher Ortschaftsvertreter zweifelte.

Keinen Zweifel hingegen gab es am Kinderfest. Änderungen am Ablauf soll es keine geben, war man sich einig. So werden auch in diesem Jahr wie gewohnt ein Umzug, Darbietungen und eine Spielstraße auf die großen und kleinen Teilnehmer warten. „Man muss ja nicht etwas Neues aus dem Hut zaubern, wenn man etwas besitzt, das gut ist und Tradition hat“, so Josef Weber. Als richtig habe sich die Entscheidung erwiesen, das Kinderfest jedes Jahr stattfinden zu lassen: „Es ist immer ein Erlebnis für die Kinder.“

Das Kinderfest beginnt am 29. Juni um 13 Uhr mit dem Umzug durch das Dorf. Bei den 37 Grundschulkindern steht es unter dem Thema „Bücher“, bei den 51 Kindergartenkindern unter dem Motto „Wurzelkinder“ und „Vier Jahreszeiten“.

Froh über den Erhalt der Dorfschule

Der Ortsvorsteher nutzte die Gelegenheit, um dem Rektor der Grundschule, Hans Beyrle, im Namen des Ortschaftsrats für die gute Zusammenarbeit zu danken. Nach fast 20 Jahren Dienst in Großkuchen wird Hans Beyrle am 11. Juli in den Ruhestand verabschiedet werden. „Sie waren immer bereit, für das Gesellschaftsleben im Dorf da zu sein und die Schule in die Kultur einzubringen“, lobte Josef Weber: „Von ihnen ist nie ein Nein gekommen.“

Auch der Rektor versicherte, mit „einem weinenden Auge“ die Großkuchener Schule zu verlassen – aber auch mit einem Gefühl der Zufriedenheit. Zufriedenheit darüber, dass die Schule weiter bestehen werde. „Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, die Schule zu erhalten“, bestätigte Josef Weber. Das sei ein großer Erfolg zum Wohle der Grundschulkinder – auch wenn diese ihm schon einmal deutlich gesagt hätten, dass sie sich lieber ein Freibad wünschen, wie der Ortsvorsteher schmunzelnd zugab.

Freude auf die eigene Meisterfeier

Worte des Dankes vom Ortschaftsrats gab es außerdem für die Fußballmannschaft des Dorfes für den jüngsten Erfolg: In Großkuchen freue man sich auf eine eigene Meisterfeier, so Josef Weber. Gefeiert werde der Aufstieg in die Kreisliga. „Mit lauter eigenen Spielern und einem Durchschnittsalter von nur 21 Jahren.“ Niemand sei zugekauft worden. Im Anschluss an das Spiel am 9. Juni folge die Ehrung nach dem Abpfiff.

Die notwendige Kanalsanierung in Nietheim in einem Bereich hinter den Gärten am Siedlungsweg war das einzige Thema, das nicht mit der Jugend zu tun hatte. Anders als ursprünglich geplant werden die Arbeiten erst im Herbst ausgeführt werden können, teilte Weber mit – die beauftragte Firma finde vorher keine Zeit. Da der Kanal teilweise über Privatgrundstücke verläuft und bei den Arbeiten Büsche weggerissen werden müssten, werde man zuvor noch den genauen Ablauf und die Haftungsfragen klären, versprach der Ortsvorsteher einem betroffenen Anwohner, der als Zuhörer zur Sitzung gekommen war.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel