Dischinger Windkraft-Standort kommt in Plan

Der Mond ist aufgegangen, der Tag ist am Vergehen: Leise surrend drehen sich bei Gnannenweiler die Windräder und erzeugen Strom.
Der Mond ist aufgegangen, der Tag ist am Vergehen: Leise surrend drehen sich bei Gnannenweiler die Windräder und erzeugen Strom. © Foto: Foto: kdk
KLAUS DAMMANN 03.05.2012
Der bevorzugte Standort für Windkraftanlagen am Ohrberg ist nur ein Aspekt, der die Änderung des Dischinger Flächennutzungsplans erforderlich macht. Zudem stehen weitere Änderungen an.

Jakl erwähnte in Kraft getretene Bebauungspläne sowie in Untersuchung befindliche Gebiete. Außerdem bestehe die Frage nach der zusätzlichen Aufnahme von Flächen für Bebauung. Der Regionalverband Ostwürttemberg sei allerdings zur Einschränkung von Flächen angewiesen.

Neben der Windkraft-Vorrangfläche Ohrberg auf Markung Dischingen soll die Änderung des Flächennutzungsplans unter anderem folgende Baugebietsausweisungen vorsehen: Baugebiet „Lehner“ in Demmingen für Sondergebiet Freiflächen-Photovoltaikanlage (in Kraft getreten 2009), Baugebiet „Blasenfeld“ in Eglingen als Aufteilung in Mischgebiet und eingeschränktes Gewerbegebiet (noch im Verfahren), Baugebiet „Butzfeld“ in Frickingen für Sondergebiet Pferdehaltung (in Kraft getreten 2012), Baugebiet „Kappelesäcker“ in Frickingen (in Untersuchungsphase), Gewerbegebiet Hofener Straße in Dunstelkingen für Erweiterung Brauerei Hald (Aufstellungsbeschluss von 2012).

Einen Vorentwurf für die Änderung des Flächennutzungsplans stellte Ingenieur Bernd Junginger in der Sitzung vor. Für das Windkraft-Vorranggebiet Ohrberg seien zwei Flurstücke im Westen enthalten. Ein einzelner Standort sei nicht fixiert. Veränderungen im Bereich Dischingen beträfen die Erweiterung des Gewerbegebiets Wannen, die Fläche im Süden für Kindertagesstätte und Mensa sowie eine benachbarte Fläche. Im Norden sei eine neue Abrundung denkbar.

Auf Nachfrage von Gemeinderat Stefan Kragler zur Abstimmung des Windkraft-Standorts sagte der Bürgermeister, dass die Nachbargemeinden Nattheim und Zöschingen angehört und von dort sicher Wünsche geäußert würden.

Im Bereich Trugenhofen gebe es einige bauliche Lücken, so der Ingenieur. Für Ballmertshofen würden südwestlich zwei Flächen als Gewerbegebiet entwickelt und seien auszuweisen. Hier fügte der Schultes an, dass der Wunsch bestehe, den Bebauungsplan Stutfeld zu erweitern. Eine Genehmigung sei dafür aber nicht zu erwarten und man müsse mit heftigen Diskussionen rechnen. Einbußen beim neuen Baugebiet östlich seien aber nicht gewünscht. Bei einer separaten Abstimmung befürwortete das Gremium mit zwölf zu sieben Stimmen dennoch, das zusätzliche Gebiet Stutfeld in den Entwurf des Flächennutzungsplans aufzunehmen.

Das Gebiet für Pferdehaltung in Frickingen sei abgesichert, sagte Junginger. Eine Aufnahme des nordöstlichen Bereichs „Kappelesäcker“ in den Plan sei nicht ohne Verzicht auf eine andere Fläche im Süden zu erwarten. Hier sprach sich Jakl dafür aus, dies offen zu halten.

Keine Veränderungen deutete der Ingenieur für Katzenstein und Iggenhausen an. Bei Dunstelkingen sei über die Planung für die Brauerei hinaus eine nördliche Arrondierung machbar, die allerdings bedarfsabhängig zu sehen sei. Der Schultes regte an, eher darauf zu verzichten. Dies wurde so aufgenommen. Junginger wies auch auf innerörtliche Lücken in dem Dischinger Teilort hin.

Für noch geringer als in anderen Ortsteilen befand der Ingenieur den Flächenbedarf in Hofen. Dort seien auch noch Entwicklungsflächen vorhanden.

Was Eglingen angeht, so schilderte Jakl, dass seitens der Firma Grinbold das Interesse an Erweiterungsflächen von 20 000 bis 25 000 Quadratmeter bestehe. Junginger deutete an, dass nach Osten Erweiterungsmöglichkeiten eingeräumt werden könnten.

Nichts Neues habe er für Osterhofen darzulegen und in Demmingen seien nördlich noch Flächen vorhanden, so der Planer.

Es gelte jetzt, im Verfahren weiterzumachen und den Entwurf des Flächennutzungsplans mit den eingearbeiteten Änderungen dann zu beschließen, sagte der Schultes. Die Gemeinderäte befürworteten den vorgestellten Vorentwurf einstimmig und beschlossen die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange.