Dischingen Dischingen: Ein weiteres Jahr ohne neue Schulden

Ende 2017 wurde die sanierte Dischinger Ortsdurchfahrt eingeweiht. Für die Arbeiten erfolgten im vorigen Jahr die letzten Ausgaben in größerem Umfang.
Ende 2017 wurde die sanierte Dischinger Ortsdurchfahrt eingeweiht. Für die Arbeiten erfolgten im vorigen Jahr die letzten Ausgaben in größerem Umfang. © Foto: Sabrina Balzer
Dischingen / Klaus Dammann 05.12.2018
Die Gemeinde blickte zurück auf die Entwicklung des Haushaltsjahrs 2017. Verschobene Bauvorhaben verbesserten das jetzt vorliegende Ergebnis.

Der dieses Jahr verabschiedete Kämmerer Friedrich Kilacsko ist aus dem Schneider: Einhellig erteilte ihm der Dischinger Gemeinderat in der Sitzung am Montagabend Entlastung für seine zuletzt geleistete Arbeit als Leiter der kommunalen Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Diese Aufgabe liegt nun bei Kilacskos Nachfolger Dirk Schabel, der neben den Bilanzen der beiden Betriebe vorrangig auch die Jahresrechnung der Gemeinde für das Jahr 2017 vorstellte.

Diese Abrechnung des vorigen Haushaltsjahrs sei auch die letzte in kameraler Führungsweise gewesen, betonte Bürgermeister Alfons Jakl. Mit dem Jahr 2018 hatte auch in der Härtsfeldgemeinde die Haushaltsführung nach dem Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen – der Doppik – begonnen. Zur Abrechnung für das Vorjahr sagte Jakl: „Die wichtigste Botschaft ist: Man kann zufrieden zurückblicken auf 2017.“

2015 habe es für die Gemeinde noch eine minimale Kreditaufnahme gegeben, in den Jahren 2016 und 2017 dann überhaupt keine Neuverschuldung, so der Bürgermeister. Allerdings habe man in die Rücklage greifen müssen und auch höhere Steuereinnahmen erzielt. Bei den Eigenbetrieben sei dagegen nicht ohne Kreditaufnahmen auszukommen.

Griff in die Rücklage

823 100 Euro seien 2017 für den Haushaltsausgleich aus der Rücklage benötigt worden, berichtete Kämmerer Schabel. Das ist ein deutlich niedrigerer Betrag als im Haushalt mit rund zwei Millionen Euro kalkuliert worden war. Dadurch habe sich die Rücklage zum Ende vorigen Jahrs noch auf rund 2,89 Millionen Euro belaufen.

Gleichzeitig habe die erforderliche Mittelzuführung vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt um rund 850 000 Euro auf 77 553 Euro reduziert werden können. Hintergrund sind vor allem nicht getätigte Investitionen bei Bauvorhaben, die aufgrund nicht bewilligter Zuschüsse verschoben wurden. Dazu gehört beispielsweise auch die Wohnumfeldmaßnahme Oberdorfstraße in Ballmertshofen, für die rund 200 000 Euro eingeplant waren. Insgesamt lagen die Ausgaben für Bauaufgaben von 277 424 Euro um etwa 1,4 Millionen Euro unter Plan.

Verschoben hat sich so auch das Gesamtvolumen des Haushalts 2017, das dem Rechnungsergebnis zufolge mit 11,56 Millionen Euro fast 2,36 Millionen geringer ausfiel. Aufgeteilt erhöhte sich der Verwaltungshaushalt um rund 245 000 Euro auf 10,55 Millionen, während der Vermögenshaushalt rund eine Million Euro erreichte.

Volumenmäßige Verbesserungen seien vor allem beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (237 320 Euro mehr) und bei der Gewerbesteuer erzielt worden, so Schabel. Letztere war zweitgrößte Einnahmequelle und fiel mit 2,7 Millionen Euro um 720 360 Euro besser aus als geplant. Im Vergleich der Umlagen an Kreis und Land mit den erhaltenen Zuweisungen habe Dischingen 4,21 Millionen Euro aufbringen müssen und 3,87 Millionen Euro erhalten.

Die wesentlichen Investitionen umfassten 2017 nochmals größere Ausgaben für die Ende 2017 eingeweihte sanierte Ortsdurchfahrt von Dischingen, für die einschließlich Haushaltsresten rund 450 000 Euro aufgebracht wurde. Kleinere Summen für die Arbeiten würden noch 2018 anfallen, so der Kämmerer. Investiert wurde außerdem unter anderem in die Ausstattung der Feuerwehr, in die Egauschule, in Museen, Spielplätze, den Sport, die Straßenbeleuchtung, die Breitbandverkabelung und in Grunderwerb. Die geplante Baureifmachung des Areals an der Fleinheimer Straße erfolgte erst 2018.

1,92 Millionen Euro Schulden

Der Schuldenstand habe zum Jahresende 2017 bei rund 1,92 Millionen Euro gelegen, sagte Schabel. Neue Kredite wurden nicht aufgenommen, 83 522 Euro an Schulden getilgt. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege damit bei 443,53 Euro gegenüber 459,04 Euro im Vorjahr. Einschließlich der Schulden der Eigenbetriebe komme man auf 1487 Euro je Einwohner.

Die Gemeinderäte stellten die Jahresrechnung 2017 dann ohne weitere Diskussion einstimmig wie vorgestellt fest.

Blick auf die Dischinger Eigenbetriebe 2017

Bei der Wasserversorgung lag die Bilanzsumme Ende 2017 bei 4,05 Millionen Euro. Bei Banken wurden 450 000 Euro als Kredit aufgenommen, 91 230 Euro an Schulden getilgt. Die Gesamtverbindlichkeiten stiegen auf rund 2,36 Millionen Euro. Der Jahresverlust von 27 383 Euro soll gemäß Beschluss des Gemeinderats auf neue Rechnung vorgetragen und mit bestehenden Gewinnen verrechnet werden.

Die Bilanzsumme bei der Abwasserentsorgung belief sich auf 7,17 Millionen Euro. Eine Kreditaufnahme von 400 000 Euro bei 137 588 Euro Tilgung erhöhte die Gesamtschulden auf 3,73 Millionen Euro. Erwirtschaftet wurde ein Gewinn von 47 240 Euro, der in die künftige Gebührenkalkulation eingestellt werden soll und so binnen fünf Jahren an die Abgabepflichtigen zurückgegeben ist.

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