Gemeinde Die Sorge, gierig zu wirken . . .

Gerstetten / JENS EBER 26.02.2014
Wer sich im Dienste der Gemeinde Gerstetten ehrenamtlich engagiert, erhält ab 1. Juli eine höhere Entschädigung. Gemeinderäte bekommen zudem einen höheren Grundbetrag. Reich werden ehrenamtlichen Bürgervertreter künftig dennoch nicht – zumindest nicht finanziell.
Als die Abgeordneten des Deutschen Bundestages kürzlich eine kräftige Erhöhung ihrer Diäten beschlossen, war der Hinweis, Diäten hätten doch eigentlich mit Abnehmen zu tun, noch einer der freundlicheren Kommentare in den einschlägigen Online-Kommentarspalten.

Und jetzt auch noch Gerstetten? Erhöhungen um bis zu 50 Prozent? Die Sorge, für gierig gehalten zu werden, schien im Rat für einen Moment mitzuschwingen. ÖDP-Vertreter Dr. Otto-Stephan Mühleck verwies just auf den Bundestag und regte an, die Bürger entscheiden zu lassen.

So sehen die Erhöhungen aus:

Allerdings sind die Summen, die Hauptamtsleiter Hans Maurer vorstellte, kaum fürstlich zu nennen. Ehrenamtlich Tätige, die beispielsweise als Wahlhelfer im Einsatz sind, erhalten danach als Ersatz für Auslagen und Verdienstausfall bei bis zu zwei Stunden Einsatz künftig 20 Euro (bisher 15 Euro), bei zwei bis vier Stunden 30 Euro (25), bei vier bis acht Stunden 40 Euro (35) und bei mehr als acht Stunden 60 Euro (50).
Der monatliche Grundbetrag, den Gemeinderäte erhalten, steigt von zehn auf 20 Euro. Das Sitzungsgeld bleibt bei 30 Euro je Sitzung.

Gar gekürzt wird die pauschale monatliche Aufwandsentschädigung für stellvertretende Bürgermeister. Der erste Stellvertreter erhält danach 60 Euro monatlich (bislang 160), der zweite 30 Euro (80) und der dritte 20 Euro (40). Zusätzlich werden die Stellvertreter künftig wie ehrenamtlich Tätige nach Aufwand entschädigt.

Bürgermeister Roland Polaschek  erwiderte auf Mühlecks Einwand, der Rat beschließe immerhin eine Erhöhung nicht für sich, sondern seine Nachfolger. Die Sätze seien zudem jenen der umgebenden Gemeinden angepasst. Ratsmitglied Gerd Eckhardt (ÖDP) fügte an, die bislang gültige Regelung stamme immerhin von 1999, woraufhin Hauptamtsleiter Maurer trocken anmerkte: „Und damals haben wir die Sätze von 1988 übernommen.“ Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung übernahm der Rat den Verwaltungsvorschlag.
 
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