Sontheim/Brenz / me Ein außergewöhnliches Konzert gab das Kammerorchester „Cultura“ unter der Leitung von Horst Guggenberger in der Kirche „Mariä Himmelfahrt“.

Sontheim/Brenz. Ein außergewöhnliches Konzert gab das Kammerorchester „Cultura“ unter der Leitung von Horst Guggenberger in der Kirche „Mariä Himmelfahrt“.

Zunächst spielte das Orchester Mozarts Adagio und Fuge in c-Moll, KV 546, in dem Mozart an die Grenzen der damaligen harmonischen Möglichkeiten ging. Das Orchester lotete diese harmonischen Entwicklungen, aber auch die starken melodisch und rhythmisch geprägten Strukturen mit großer Intensität aus und interpretierte auch die sich anschließende Fuge sicher und mit lebendigem Ausdruck.

Das Hauptwerk des Konzerts war zweifellos Haydns Karfreitagsmusik „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. Das Opus umfasst sieben Adagios, die jeweils nach einem der sieben Worte Jesu erklangen. Zu den „Jesusworten“ sprach Pfarrer Stadlbauer einfühlsame Meditationstexte.

Das Orchester glänzte in der Introduktion mit allen Schattierungen zwischen gnadenloser Härte und warm leuchtenden Farbtönen für die zarten Andeutungen von Hoffnung, die das düstere Klangbild immer wieder aufhellten. In der Folge zeichnete das Orchester im Wechsel mit den exzellent musizierenden Solisten ( Berthold Guggenberger und Sieglinde Vogtmann, Violinen, Agathe Steiff, Viola, und Roman Guggenberger, Violoncello) mit sensibler Dynamik die in den sieben letzten Worten sich ausdrückende Passion Jesu.

Im „Terremoto“, dem Schluss-Presto gestaltet Haydn das Wüten der Natur mit für die Zeit äußerst bizarren Klangstrukturen. Auch für heutige Ohren ein ungewöhnliches Schreckbild. Orchester und Dirigent zeichneten das musikalische Geschehen in vollem Farbenreichtum nach und stellten sich so ganz in den Dienst des außergewöhnlichen Werkes.

Mit melodisch innigem, ausdrucksvollem Spiel versöhnten die Musiker vom „Cultura“ zum Abschluss die durch das „Terremoto“ verschreckten Hörer, die sichtlich bewegt Beifall spendeten. me