Dettingen Lindenhalle: Die Planungsfirma ist insolvent, der Bau stockt

Es stockt beim Bau der Lindenhalle. Der Generalübernehmer ist insolvent.
Es stockt beim Bau der Lindenhalle. Der Generalübernehmer ist insolvent. © Foto: Christian Thumm
Dettingen / Carolin Wöhrle 15.02.2018
Auf der Zielgeraden gibt es noch einmal Probleme: Die Firma Projekt Holzbau Merkle, zuständig für Planung und Vergaben für die Lindenhalle, ist insolvent.

Man hatte es für die ideale Lösung gehalten: sämtliche Planungs- und Vergabeleistungen für die Dettinger Lindenhalle an einen gerade in der Holzbauweise erfahrenen Gerneralübernehmer zu vergeben. Jetzt könnte diese Entscheidung der Gemeinde Gerstetten gerade auf der Zielgeraden noch ordentliche Probleme bereiten: Die Firma Projekt Holzbau Merkle, eine Tochter der Merkle-Gruppe, hat Insolvenz angemeldet. Für rund 5,06 Millionen Euro hatte die Gemeinde dem Unternehmen die Verantwortung fürs Großprojekt Lindenhalle übergegeben und ihr damit auch die Finanzierungsmittel für sämtliche Subunternehmer in die Hand gegeben.

Das Problem: Ist der Generalübernehmer insolvent, müssen die beauftragten Baufirmen um ihr Geld fürchten. Wie Bürgermeister Roland Polaschek auf Nachfrage erklärt, versuche man seit vergangener Woche vergeblich, mit dem Geschäftsführer und dem Insolvenzverwalter persönlich zu sprechen. Zwei bereits ausgemachte Termine seien wieder abgesagt worden. Aufgegeben wird nicht: „Wir müssen versuchen, so schnell wie möglich Kontakt zum Insolvenzverwalter herzustellen“, sagt Polaschek.

Zudem sei es essenziell, mit den bereits beauftragten Subunternehmern in Kontakt zu bleiben. Ein Lichtblick: Der größte Teil der Arbeiten, die von Merkle vergeben worden sind, sind bereits fertiggestellt.

Dennoch, laut Polaschek ist noch einiges offen: Teile des Trockenbaus, Fliesenarbeiten, Sportboden. „Das sind Schnittstellen zu den Arbeiten, die künftig direkt von der Gemeinde vergeben werden“, erklärt der Bürgermeister. Und diese müssten unbedingt fertiggestellt werden. Für alles weitere werden die Baufirmen von der Gemeinde selbst beauftragt – etwa für die Gestaltung des Außenbereichs oder für die Kücheneinrichtung, die am kommenden Dienstag im Gemeinderat vergeben wird.

Vereine sind bereits informiert

Nachdem es bereits ganz zu Beginn große Probleme bei der Finanzierung des Projekts gegeben hatte, weil die erhofften Fördermittel zunächst ausblieben, gerät das Großprojekt Lindenhalle zum Schluss doch nochmal etwas ins Wanken. „Auf der Zielgeraden kommt sowas“, ärgert sich auch Polaschek: „Das macht das Projekt nicht gerade sympathischer.“ So innovativ die Halle in ihrer Holzbauweise sein mag, sie kostet weiterhin gehörig Nerven: die der Gemeinde und die der Vereine, die auf die Fertigstellung ihrer Halle warten.

Gemeinderätin Silke Schock (Kommunale Wählergemeinschaft) war vor einigen Tagen bei einem Treffen der Interessengemeinschaft Lindenhalle dabei, in der die Dettinger Vereine vertreten sind. Dabei wurde die Insolvenz bekannt gemacht. Wie es nun genau weitergehen wird und was diese Entwicklung für die Fertigstellung der Halle bedeutet, darüber konnte aber auch Schock keine Auskunft geben – zumal selbst die Gemeinde dazu momentan noch nichts sagen kann. Silke Schock: „Es war dennoch wichtig, die Vereine so früh wie möglich zu informieren – zumal man ja sieht, dass auf der Baustelle derzeit deutlich weniger los ist.“

Im Dorf mache so etwas naturgemäß schnell die Runde.

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