Röhm Es ist offiziell: Kartellbehörde hat Röhm-Verkauf zugestimmt

Jetzt ist es offiziell: Die Röhm GmbH gehört jetzt zur Dr.-Helmut-Rothenberger-Holding GmbH.
Jetzt ist es offiziell: Die Röhm GmbH gehört jetzt zur Dr.-Helmut-Rothenberger-Holding GmbH. © Foto: Markus Brandhuber
Sontheim / Laura Strahl 21.09.2017
Der Spann- und Greiftechnikspezialist ist nun offiziell an die Rothenberger-Holding verkauft. Seitens der IG Metall zeigt man sich verhalten optimistisch.

Vor rund eineinhalb Wochen war erstmals vom Verkauf der in finanzielle Bedrängnis geratenen Röhm GmbH mit Hauptsitz in Sontheim/Brenz zu hören. Lediglich die Zustimmung der Kartellbehörde hatte damals noch ausgestanden. Jetzt haben die Wettbewerbshüter offenbar grünes Licht gegeben: Die Dr.-Helmut-Rothenberger-Holding GmbH aus Salzburg habe die Röhm-Unternehmensgruppe nach erfolgreichem Bieterprozess mit Wirkung zum 18.September 2017 zu 100 Prozent übernommen, lautet die Bestätigung des Spannmittel- und Bohrfutterherstellers.

Keine Aussage zu Arbeitsplätzen

Damit ist Röhm mit seinen weltweit über 1400 Beschäftigten nun offiziell Teil dieser österreichischen, familiengeführten Unternehmensgruppe, die ihrerseits bereits mehr als 4500 Mitarbeiter in beinahe 100 Gesellschaften beschäftigt. Das wiederum bedeutet: Die Gründerfamilie Röhm selbst ist jetzt vollständig aus dem 1909 von Heinrich Röhm gegründeten Unternehmen ausgeschieden. „Es gibt keine Verbindungen mehr mit der Familie Röhm“, heißt es hierzu auf Nachfrage. Der Firmenname allerdings soll bestehen bleiben. Hier seien seitens des neuen Eigentümers keine Änderungen geplant.

Stichwort Änderungen: Ob den Beschäftigten in Sachen Arbeitsplatzabbau noch etwas bevorsteht, lasse sich momentan nicht sagen. „Der Restrukturierungsprozess ist noch im Gange“, so die Begründung. Und weiter: „Hier können keine endgültigen Aussagen getroffen werden.“ Für die derzeit 770 in Sontheim/Brenz beschäftigten Mitarbeiter und deren 280 beziehungsweise 40 Kollegen an den Standorten in Dillingen und St. Georgen dürfte diese Aussage wenig zufriedenstellend sein. Erst im Mai hatten rund 600 IG-Metall-Mitglieder einem Ergänzungs-Tarifvertrag zugestimmt – und damit auch der Stundung eines gewissen Anteils ihres Gehalts.

Damit, sagt Ralf Willeck, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim, hätten die Mitarbeiter nicht zum ersten Mal ihren Teil zum Fortbestand des Unternehmens beigetragen. Weitere Verzichte, die der neue Eigentümer nun eventuell fordern könnte, seien aus seiner Sicht daher „nicht vorstellbar“, ja sogar nicht einmal diskutabel. Klar und wohl auch notwendig sei aber, dass die Geschäfte jetzt nicht mehr wie bisher weitergeführt würden, immerhin sei die bisherige Strategie ja nicht gerade von Erfolg gekrönt gewesen, so Willeck weiter.

Aus diesem Grund sei die Übernahme durch die Rothenberger-Holding grundsätzlich positiv zu betrachten: „Wir reden nicht mehr von einer drohenden Insolvenz“, sagt Willeck, „die drohende Zahlungsunfähigkeit ist weg“. Da man aber noch nicht wisse, ob sich der neue Eigentümer an den zuvor ausgearbeiteten Sanierungsplan halten werde, sei der Verkauf der Röhm GmbH dennoch mit Vorsicht zu genießen.

Wie hoch war der Kaufpreis?

Aus dem Hause Rothenberger sind indes ausschließlich positive Worte zu vermelden: So zeigt sich der Geschäftsführer der Holding, Dr. Helmut Rothenberger in einer Pressemitteilung erfreut, mit dem Kauf des Sontheimer Spanntechnikspezialisten eine gute Basis geschaffen zu haben, um den „Anforderungen der Industrie 4.0 im Hinblick auf energiesparende und vernetzte Spann- und Greifsysteme für die Werkzeugmaschinen und Roboterindustrie gerecht zu werden“.

Wie ein Berater der Firma bereits in einem früheren Gespräch ausgeführt hatte, könne die Rothenberger-Holding durch den neuen Mosaikstein ihr Portfolio erweitern. Bislang ist die Unternehmensgruppe in den Geschäftsbereichen Rohrwerkzeuge, Umwelttechnik, Werkzeugmaschinen, Handel und Immobilien aktiv.

Wie viel Geld die Rothenberger-Holding (Geschäftsvolumen: mehr als 1,2 Milliarden Euro) für die Röhm GmbH bezahlt hat, ist übrigens nicht bekannt. Hierüber habe man Stillschweigen vereinbart, heißt es von seiten der Röhm-Pressestelle. Gleiches gelte auch für die Namen der anderen Unternehmen, die im Verlauf des Bieterprozesses Interesse an Röhm gezeigt hatten.

Röhm gewinnt Preis auf Messe

Auf der EMO, der Exposition Mondiale de la Machine Outil, also Werkzeugmaschinen-Weltausstellung, in Hannover präsentiert die Röhm GmbH derzeit ihre Produkte. Darunter ist auch das sogenannte Lubritool-Schmierwerkzeug, das die automatisierte Schmierung von Werkzeugspannsystemen ermöglicht. Dafür wurde die Röhm GmbH jetzt vom Fachmagazin Maschinenmarkt ausgezeichnet.

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