Dischingen / Klaus-Dieter Kirschner  Uhr
Bei der zentralen Florianifeier in der katholischen Pfarrkirche weihte Pfarrer Dr. Dietmar Horst am Samstagabend die neue Fahne der Abteilung Dischingen.

Ein großes Fest wurde am Samstagabend in Dischingen gefeiert. Die 220 Mann starke Gesamtfeuerwehr freute sich mit der Abteilung Dischingen, die sich im 173. Jahr ihres Bestehens eine neue Fahne zugelegt hatte und überschwänglich all jenen dankte, die eifrig dafür gespendet hatten. Die bisherige Fahne wurde in einer bewegenden Zeremonie außer Dienst gestellt. Zuvor war sie noch einmal in einer Fahnenfabrik überarbeitet worden.

Zum Geläut aller Glocken waren insgesamt zwölf Vereinsfahnen – darunter etliche Feuerwehrfahnen – in das zu drei Vierteln besetzte Gotteshaus eingezogen. Björn Pampuch spielte die Orgel, Pfarrer Dr. Dietmar Horst zelebrierte das Hochamt. Natürlich wurde am Namenstag des Schutzpatrons heiliger Florian auch an diesen gedacht und daran erinnert, dass der Feuerwehrdienst durchaus auch lebensgefährlich sein könne. Daher müssten Feuerwehrleute nicht nur die Knoten, sondern auch all die anderen Schritte und Maßnahmen für einen erfolgreichen Dienst immer wieder üben.

Eindrückliche Worte fand der Pfarrer, als er zunächst die Fahnenbänder, dann die neue Fahne weihte. Diese zeigt auf der einen Seite das Ortszentrum von Dischingen und ist auf der Rückseite dem Schutzpatron der Feuerwehr gewidmet.

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Großer Festzug zur Egauhalle

Nach dem Abendgottesdienst wartete vor der Kirche der Musikverein und es formierte sich ein großer musikalisch begleiteter Festzug in Richtung Egauhalle. Abteilungskommandant Daniel Faber moderierte den Kameradschaftsabend, in dessen Verlauf sich Vize-Bürgermeister Karl-Heinz Pappe freute, dass „die Feuerwehr sich heute einen langersehnten Wunsch erfüllen konnte“. Gewürdigt wurde die Bedeutung der Feuerwehr für Dischingen und seine vielen Teilorte, gelobt die Bereitschaft, sich durch Üben ständig neuen Herausforderungen zu stellen. Anerkennung galt schließlich der erfolgreichen Jugendarbeit, aus der der Nachwuchs für die Einsatzabteilung kommt.

„Die neue Fahne ist ein Schmuckstück“, sagte Uli Steeger, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, und blickte zurück auf eine Zeit, als vor mehr als tausend Jahren die ersten Fahnen aufgekommen sind: „Die Fahne zu tragen, ist eine große Ehre. Eine geweihte Fahne ist das höchste Gut, das es zu achten und zu ehren gilt.“ Steeger bedauerte, dass Feuerwehren zunehmend kaum noch Flagge zeigen.

Hauptkommandant Hartmut Müller gratulierte namens der Gesamtwehr und dankte den vielen Spendern und Sponsoren: „Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass so etwas noch möglich ist.“ Für die Feuerwehr aus dem sächsischen Mittelherwigsdorf zeigte sich Wehrführer Henry Stuff beeindruckt von dem Fest und der neuen Fahne.

Umrahmt wurde der Abend vom Dischinger Musikverein und später von der Formation „Trude und die Herren“.

Alter der alten Fahne ist unklar

Gebrauchsspuren und Verschleiß waren es, die bei der Feuerwehr Dischingen zu dem Wunsch führten, die bisherige Fahne durch eine neue zu ersetzen. Das wertvolle Tuch kostete einen fünfstelligen Betrag und ist von feinster Ausführung durch Fahnen Eibl aus Olching.

Die bisherige Fahne der Feuerwehrabteilung Dischingen dürfte aus der Zeit des Dritten Reichs stammen. Die Art der Bestickung könnte, so Fachleute, durch die Franziskanerinnen im Großraum Dillingen erfolgt sein. Der Fahnenstock als solches gilt als deutlich älter als die bisherige Feuerwehrfahne.