Gerstetten / Manuela Wolf Rund um das Gerstetter Riffmuseum präsentierten sich am vergangenen Sonntag Vertreter der Geopark-Infostellen mit zahlreichen Mitmach-Ständen.

Beheizte Zelte sind vorhanden, hieß es in der Veranstaltungsankündigung. Und tatsächlich war das nötig am vergangenen Sonntag beim zehnten Geoparkfest rund ums Gerstetter Riffmuseum. Zeitweise pfiff der Wind eiskalt um die Häuser und schubste beim nahen Flohmarkt auf dem Edeka-Parkplatz Verkaufsartikel von den Ständen. Vereinzelt tanzten Schneeflocken durch die Luft.

Die Vertreter der Geopark-Infostände standen oft minutenlang mutterseelenallein an ihren Ständen, dick eingepackt in Winterjacke, Mütze, Handschuhe. Nur bei dem Haufen Schieferplatten war immer viel los: Kinder klopften mit Hammer und Meißel Fossilien frei, während Eltern bibbernd danebenstanden.

Wer konnte, flüchtete sich also nach drinnen zum Aufwärmen. In den Zelten boten die örtlichen Vereine Getränke und Speisen an. Kaltes Bier erwies sich als Ladenhüter, für Glühwein, Flammkuchen, Pommes und alle anderen warmen Speisen und Getränke fanden sich dagegen zahlreiche Abnehmer. Im Riffmuseum wurde am langen Tisch gemütlich gebastelt.

Das Geoparkfest wird jedes Jahr von einer der 26 Infostellen des Geoparks Schwäbische Alb ausgerichtet. Das Riffmuseum ist eine von ihnen und so wurde Gerstetten zum Organisator des zehnten Fests. Im Museum konnte man die geologische Region kennenlernen, die im Gerstetter Raum einst Korallen- und Schwammriffe aus dem Weißen Jura aufwies. Museumsführungen wurden angeboten.

Teilnehmer aus dem Landkreis

Aus dem Landkreis Heidenheim waren mit Ständen auch die Infostellen Meteorkratermuseum Sontheim/Stubental, Burg Katzenstein, Schloss Brenz und Archäopark Vogelherd sowie der Höhlen- und Heimatverein Hürben und das Landratsamt vertreten. Die originellen Mitmachangebote reichten vom Schneckensandsieben bis zum Armbrustschießen.

Zu den weiteren Beteiligten gehörten neben dem Infostand des Unesco-Geoparks Schwäbische Alb unter anderem Abordnungen aus Blaubeuren (Urgeschichtliches Museum), Münsingen, Bad Urach (Entdeckerwelt), des Freilichtmuseums und der Therme Beuren, der Zweckverbände Landeswasserversorgung und Wasserversorgung Ostalb, des Industrieverbands Steine und Erden Baden-Württemberg sowie die Alb-Guides. Sie alle hatten sich für die Besucher eigene Aktivitäten einfallen lassen.

In den örtlichen Fachgeschäften, die anlässlich des Geoparkfests geöffnet hatten, gaben sich am Sonntag die Kunden die Klinken in die Hand. Ulrich Rau vom örtlichen Handels- und Gewerbeverein: „Man könnte jetzt sagen, dass wir mit dem Wetter kein Glück gehabt haben. Aber vielleicht war gerade das schlechte Wetter unser Glück. Meine Kollegen und ich, wir alle sind sehr zufrieden. Viele Leute waren zwischen 12 und 17 Uhr am Ort. Die haben sich bei uns aufgewärmt – und eingekauft.“

Gut besucht war an diesem Tag auch der Wasserturm. Vom Bahnhof aus konnte man ihn bequem mit einem Zügle erreichen. Wie an den allermeisten Stationen, galt auch hier das Motto Aktion plus Information. Wer sich nach dem Treppensteigen und dem herrlichen Blick über die Alb über Sinn und Funktionsweise des Turms schlaumachen wollte, hatte dazu am Stand des Zweckverbands Wasserversorgung Ostalb Gelegenheit.

An anderen Stellen galt es, Namen von Fossilien oder Düfte zu erraten und es gab Anschauungsstücke zum Anfassen aus längst vergangenen Tagen. „Diese Versteinerungen hier sind 145 Millionen Jahre alt. Solch eine Zeitspanne ist für Menschen unvorstellbar“, sagte ein Vertreter des Riffmuseums im Gespräch mit einem einzelnen Passanten. Der freute sich über die ausführlichen Erklärungen des Fachmanns und blieb noch eine ganze Weile an dessen Stand stehen.

Wie wird eine Region zum Geopark?

Landschaften, die über ein besonderes geologisches, archäologisches oder kulturhistorisches Erbe verfügen, können sich um den Titel Unesco Global Geopark bewerben. Die Vielfalt an Naturwundern in der hiesigen Region hat die Juroren überzeugt; seit November 2015 darf sich die Schwäbische Alb als Geopark bezeichnen. Weltweit gibt es nur 140 Geoparks. Alle Informationen dazu und zu den Naturwundern auf der Schwäbischen Alb gibt es unter www.geopark-alb.de.