Heidenheim Der Heimatverein feierte 35-Jahre Heimatliebe

In seinem angestammten Domizil, dem Heimatmuseum, feierte der Heimatverein sein 35-jähriges Bestehen.
In seinem angestammten Domizil, dem Heimatmuseum, feierte der Heimatverein sein 35-jähriges Bestehen. © Foto: Geyer-Luftbild
Heidenheim / Günter Trittner 14.09.2018
Rund um das Heimatmuseum feierten Mitglieder und Gäste das 35-jährige Bestehen des Vereins. Apotheker Trittler informierte über den Holunder.

Seit 35 Jahren gibt es in Herbrechtingen den Heimatverein. Gefeiert wurde das kleine Jubiläum am Sonntag im Garten des Heimatmuseum. Dessen Unterhalt ist auch die Hauptaufgabe des von Gerhard Krämers geleiteten Vereins. 1984, ein Jahr nach der Gründung, hat dieser die 1799 errichtete Sägemühle auf der Brenzinsel an der Eselsburger Straße übernommen und sukzessive zu einem Heimatmuseum ausgebaut.

Jährliche Sonderausstellungen geben einen zusätzlichen Reiz, die über zwei Etagen reichende Ausstellung zu besuchen, welche in gutes Bild gibt, wie vor 150 Jahren in Herbrechtingen und auf der Ostalb gelebt, gewohnt und gearbeitet wurde. 150 Mitglieder zählt der Verein, der sich auch mit der Herausgabe von heimatgeschichtlichen Büchern und Schriften hervorgetan hat.

So hat der Heimatverein beispielsweise ein Heft mit Herbrechtinger Sagen ediert. Ein besonderes Augenmerk genießt beim Verein das Eselsburger Tal. Es werden regelmäßig Führungen angeboten und der Verein hat dort den Burgen- und Sagenweg angelegt, beschrieben und ausgeschildert. Bis vor wenigen Jahren hat der Heimatverein auch den Maibaum in Herbrechtingen aufstellt. Zudem erläutert Vorsitzender Krämer im Gewand des Nachtwächters bei abendlichen Rundgängen Interessierten anschaulich die Stadtgeschichte.

Das Jubiläum wurde am Sonntag mit einem Gottesdienst im Grünen begonnen. Rund 80 Besucher hatten sich dazu im eigens aufgestellten großen weißen Pavillon versammelt.

Der gute Zuspruch hielt bei bestem Spätsommerwetter auch nachmittags an. Apotheker Ulrich Trittler ging da in einem Vortrag auf den Holunder als Heilmittel ein. Auch beim Heimatmuseum steht selbstverständlich eine Staude des Schwarzen Holunder, der früher als Apotheke vor der Tür gegolten hatte. „Neben der Kamille war der Holunder die am häufigsten erwähnte Heilpflanze“, wusste Trittler.

Der Apotheker ging auch auf die Giftigkeit des Holunders ein. Keinesfalls dürften dessen Beeren roh genossen werden. Vor dem Zwerg-Holunder, von dem er bei der Ziegelei einen Zweig gebrochen und zur Anschaulichkeit mitgebracht hatte, warnte Trittler noch aus einem anderen Grund: Dieser sei eine Wucherpflanze, der anderen Gewächsen kaum mehr eine Chance gebe.

Noch mehr Potenzial

Für Ulrich Trittler kommt dem Holunder eine Bedeutung als Arzneipflanze zu. Es könnten sogar noch weitere Nutzungspotenziale erschlossen werden, forderte Trittler die Wissenschaft zu weiterem Forschen auf.

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