Kreis Heidenheim Denkmaltag: Entdecker hatten die Qual der Wahl

Kreis Heidenheim / Christine Weinschenk 09.09.2018
Historische Stätten im ganzen Landkreis öffneten am Sonntag am Tag des offenen Denkmals ihre Türen.

Zahlreiche Besucher haben das strahlende Spätsommerwetter am Sonntag für einen Streifzug in die Vergangenheit genutzt. Seit 25 Jahren veranstaltet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals. Aber von Abnutzungserscheinungen keine Spur.

Viel zu entdecken gab es in Königsbronn. Bei Führungen wurden angesteuert: Flammofen, Kloster, Pfisterei mit Kannenmuseum, Feilenschleiferei, Rathaus und Brenzursprung. Und der Blick ins Flammofengebäude versprach nicht nur einen Blick zurück, sondern auch nach vorn. Seit Ende April wird gewerkelt, denn hier soll Königsbronns zweites Industriemuseum entstehen.

Kanonen und Brunnen

Jeden Samstag arbeiten sechs bis acht Ehrenamtliche im Flammofengebäude. Es wurde bereits entrümpelt, die Fensterfront saniert und die Gießgrube vergrößert. Nun soll die Beleuchtung erneuert und Videotechnik installiert werden. Auch das Wichtigste fehlt noch: Drei große Podeste, auf denen unter anderem Kanonen, Wappen, Öfen, Brunnen und Schrauben ausgestellt werden.

Besucher sollen einen Überblick über das bekommen, was in 650 Jahren Hüttenwerke in Königsbronn schon gefertigt wurde. Bei seinen Führungen ging Ulrich Knöller, der Vorsitzende des Kulturvereins, insbesondere auf die „wunderschönen Brunnen“ ein. 1729 sei der Königsbronner Klosterbrunnen hier gegossen worden. Und auch der Löwenbrunnen beim Stuttgarter Schloss sowie der Brunnen am Marktplatz vor dem Rathaus der Landeshauptstadt wurden in Königsbronn gegossen.

Eigentlich war geplant, das alte Gebäude schon am gestrigen Denkmaltag fix und fertig zu präsentieren. Ulrich Knöller: „Wir haben uns da ein bisschen verkalkuliert.“ Der Gebäude flott zu machen, sei doch aufwendiger als gedacht. „Der jahrhundertealte Staub macht uns unheimliche Schwierigkeiten.“

Zudem seien die Absprachen und Abstimmungen mit dem Landesdenkmalamt zeitaufwendig. Als Eröffnungsdatum hat man jetzt den 1. Mai 2019 anvisiert. Knöller ist schon jetzt in freudiger Erwartung: „Laut Denkmalschützern wird das Flammofengebäude zu den besten zehn Industriedenkmälern in Württemberg zählen.“

Geschichte aller Orten

Nicht nur in Königsbronn gab es Einblick in die Lokalgeschichte. In Dischingen drehte sich alles um die Härtsfeld-Museumsbahn: Neben der Möglichkeit, mit der Bahn zu fahren, konnten man sich im historischen Bahnhofsgebäude umsehen. Besichtigt werden konnte auch die Burg Katzenstein. Bei Führungen gab es viel über die Stilepochen Romanik, Gotik und Renaissance zu erfahren.

Um die Renovierung eines historischen Gemäuers ging es bei den Führungen durch das Schloss Brenz. Peter Renner, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Brenz, führte interessierte Besucher durch das Schloss oder zeigte den imposanten Dachstuhl. Ebenso besichtigt werden konnte die evangelische Martinskirche in Söhnstetten. 1856 im neoromanischen Stil erbaut, ist sie fast originalgetreu erhalten.

Auch die evangelische Michaelskirche in Schnaitheim, die Wasserkraftanlage Gauger in Herbrechtingen sowie die Alte Mühle in Burgberg und die Kaltenburg präsentierten sich.

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