Aktion Denkmaltag: Das Lange Haus im Mittelpunkt

Mit dem Abklopfen des Außenputzes startete im Oktober 2012 in Königsbronn die Sanierung des Langen Hauses. Ganz vorne mit dabei der mittlerweile 80-jährige katholische Pfarrer i. R. Konrad Kückenwaitz. 800 freiwillige Arbeitsstunden haben seitdem engagierte Bürger dafür geleistet. Jetzt am Wochenende steht anlässlich der Aktion „Tag des offenen Denkmals“ der 70 Meter lange „Lange Bau“ im Mittelpunkt der Präsentationen.
Mit dem Abklopfen des Außenputzes startete im Oktober 2012 in Königsbronn die Sanierung des Langen Hauses. Ganz vorne mit dabei der mittlerweile 80-jährige katholische Pfarrer i. R. Konrad Kückenwaitz. 800 freiwillige Arbeitsstunden haben seitdem engagierte Bürger dafür geleistet. Jetzt am Wochenende steht anlässlich der Aktion „Tag des offenen Denkmals“ der 70 Meter lange „Lange Bau“ im Mittelpunkt der Präsentationen. © Foto: Gerhard Stock
gerhard stock 02.09.2013
Ulrich Knöller, Vorsitzender des Kulturvereins, sieht es als Anerkennung für die ehrenamtlichen Sanierer, die insgesamt schon 800 Arbeitsstunden für das Lange Haus geleistet haben: Am Wochenende 7./8. September steht der "Lange Bau" im Mittelpunkt der landesweiten Aktion "Tag des offenen Denkmals".

Seit etwa einem Jahr laufen in Königsbronn die Bemühungen, den „Schandfleck“ an der Ortsdurchfahrt zu tilgen und das historisch wertvolle Gebäude wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen. Immer samstags krempeln in dem 70 Meter langen Altbau freiwillige Helfer die Ärmel hoch und packen an, mal nur drei, mal bis zu zwölf Personen.

Nach dem Abschlagen des Außenputzes stand die Entrümpelung an, tonnenweise Schutt wurde entsorgt, eine „Dreckarbeit“, die alles andere als vergnügungssteuerpflichtig war. Ein „Schatz“ wurde natürlich nicht gefunden, dafür unzählige leere Schnaps- und Bierflaschen. „Es hat unangenehm gerochen, wir trugen alle Atemschutz“, erzählt Ulrich Knöller, selbst als Helfer immer wieder auch mit von der Partie. Wirklich abschrecken konnten die widrigen Bedingungen vor Ort aber niemanden, alle freuen sich über sichtbare Fortschritte. Zumal nun auch die Profis anrücken. In dieser Woche starten die Verputzarbeiten, die Fassade des alten Gemäuers wird rundum erneuert. Und: „Der Flaschner ist fertig, das Dachgesims gerichtet und das Dach soweit repariert, dass es die nächsten zehn bis 15 Jahre halten wird“, lässt der Kulturvereinsvorsitzende weiter wissen.

Zum Schluss noch viel zu tun

Nachdem der Lange Bau nun am Wochenende unter besonderer Betreuung des Landesdenkmalamtes in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt wird, gab es für die Helfer-Mannschaft zuletzt noch besonders viel zu tun. Die Eröffnung der Veranstaltung findet nämlich am Samstag, 7. September, um 18 Uhr im Dachstuhl statt, wo die zahlreichen Holzverschläge entfernt wurden. „Die Dachkonstruktion ist aber noch bestens erhalten“, betont Ulrich Knöller.

Auch wenn die Nutzung des langgestreckten historischen Gebäudes letztlich noch nicht geklärt sei, ist es seiner Überzeugung nach richtig, jetzt bei der Sanierung „Nägel mit Köpfen zu machen“, um weiteren, dann vielleicht endgültigen Verfall zu verhindern. Im nächsten Abschnitt müsse man sich dann um den Innenausbau bzw. eine statische Ertüchtigung nebst Schadenskartierung kümmern. Keine Frage also, die Arbeit wird hier auf Jahre hin nicht ausgehen.

Dass es sich aber lohne, wenn man sich kümmere, könne man gut auch im vorderen Bereich des Hauses sehen, so Knöller. Die hier vorhandene Wohnung früherer Hüttenwerksdirektoren werde schon viele Jahre von einem älteren Ehepaar bewohnt und in Schuss gehalten. „Wir möchten erreichen, dass wir am Tag des offenen Denkmals das wirklich sehenswerte Foyer in die Führungen mit einbeziehen können“, lässt Knöller durchblicken.

Kaum eine Woche vergeht ohne Führung

Neben dem Langen Haus empfiehlt der Vorsitzende des Kulturvereins auch den alten Flammofen der Hüttenwerke, die bereits restaurierte alte Feilenschleiferei, die Hammerschmiede und das Kloster (Epitaphien, Klostermauer, Torbogenmuseum) zur näheren Betrachtung. Ein Leckerbissen für historisch Interessierte sei sicher auch die Exkursion mit Heimatforscher Dieter Eberth, der am Sonntag, 8. September, zum Herwartstein führe (Abmarsch um 14 Uhr am Langen Haus).

Unabhängig vom Tag des offenen Denkmals, so Ulrich Knöller, vergehe mittlerweile kaum eine Woche, in der nicht interessierte Auswärtige in Königsbronn zu historischen Schätzen geführt und über diese informiert werden. „Es hat sich mittlerweile offenbar herumgesprochen, dass Königsbronn doch so einiges zu bieten hat“, freut sich der Vorsitzende des Kulturvereins.