Geld Gefeilsche in Niederstotzingen um Zuschuss für die IG Kaltenburg

Die Arbeit an der Kaltenburg auf Markung Niederstotzingen geht so schnell nicht aus. Die Stadt bewilligt der Burgeigentümerin Interessengemeinschaft Kaltenburg einen Sanierungszuschuss von einem Prozent der Kosten oder 3670 Euro.
Die Arbeit an der Kaltenburg auf Markung Niederstotzingen geht so schnell nicht aus. Die Stadt bewilligt der Burgeigentümerin Interessengemeinschaft Kaltenburg einen Sanierungszuschuss von einem Prozent der Kosten oder 3670 Euro. © Foto: Luftbild Geyer
Niederstotzingen / Klaus Dammann 19.10.2017
Niederstotzingen unterstützt die Interessengemeinschaft bei der Sanierung der Burgruine mit 3670 Euro. Beantragt war das Doppelte.

In einem Punkt herrschte Einigkeit im Niederstotzinger Gemeinderat: Die ehrenamtliche Arbeit der Interessengemeinschaft (IG) Kaltenburg ist der städtischen Unterstützung wert. Allein über die Höhe der finanziellen Förderung für die anstehenden Sanierungsarbeiten gab es im Gremium am Mittwochabend doch ziemlich unterschiedliche Auffassungen.

Die in Giengen-Hürben ansässige IG hat die Kosten auf 367 000 Euro kalkuliert, geht aber davon aus, dass die Fördermittel der Denkmalpflege zusammen mit Eigenmitteln des Vereins und Spenden dafür nicht ausreichen werden. Daher hat man als Eigentümer der Ruine auch bei der Stadt Niederstotzingen, auf deren Markung die Kaltenburg ja steht, einen Zuschuss beantragt – in Höhe von zwei Prozent der Kosten, also 7340 Euro. Eine Auszahlung solle auf zwei Jahre verteilt werden.

Vorschlag: ein Prozent

Bürgermeister Marcus Bremer sagte im Gemeinderat, dass der örtliche Bezug der Burg zu Niederstotzingen auch als Wahrzeichen gegeben sei. Allerdings ständen der Stadt schwierige Haushaltsjahre mit großen Aufgaben bevor. Die Verwaltung schlage daher einen Zuschuss von einem Prozent oder 3670 Euro vor. Bremer: „Ich glaube, dass wir einen wichtigen Beitrag leisten können und auch sollten.“ Außerdem solle man dem Verein mit der einmaligen Förderung die Anerkennung für seine Arbeit ausdrücken.

„Die SPD-Fraktion hat grundsätzlich die gleiche Meinung“, sagte Stadtrat Theodor Feil. Man sehe die Unterstützung weniger unter dem Aspekt der Vereinsförderung als unter dem der Sicherung eines Kulturdenkmals „auf unserer Markung“. Die IG sei für ihre Arbeit auf Zuschüsse angewiesen. Wenn die Markungsgemeinde sich kleinlich zeige, sei dies ein falsches Signal. Die SPD beantrage, den Zuschuss in der beantragten Höhe auszuzahlen – 4000 Euro 2018, 3340 Euro dann 2019.

Er könne sich dem anschließen – wenn auch aus anderen Gründen, so Bernd Hegele (CDU-Wählerblock). Es gehe hier auch um die Verkehrssicherungspflicht, der sich der Verkäufer der Ruine an die IG entledigt habe. Dabei sei dieser aber um ein Vielfaches besser gestellt als die Stadt Niederstotzingen. Er schlage vor, den Einsatz des Vereins zu unterstützen und die Fördersumme auf 8000 Euro aufzustocken.

Seitens der Bürger- und Wählerinitiative (BWI) befand Manuela Kammerer, dass die Fraktion allen Worten zustimmen könne. Allerdings leiste auch der städtische Bauhof ja Hilfe bei der Kaltenburg-Sanierung. Die BWI unterstütze den Vorschlag der Verwaltung mit der Ein-Prozent-Förderung.

Drei Abstimmungen

Bei der Abstimmung wurde zunächst über den weitestgehenden Antrag – Zuschuss von 8000 Euro – befunden. Mit sechs zu acht Stimmen wurde dieser abgelehnt. Ebensowenig fand sich eine Mehrheit für die Summe von 7340 Euro: Hier standen sieben Ja- neun Neinstimmen entgegen. Einstimmigkeit herrschte beim Votum zum Verwaltungsvorschlag. So bekommt die IG 3670 Euro, allerdings mit Komplettauszahlung im kommenden Jahr.

Mehr zur Sanierung der Kaltenburg lesen Sie hier.

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