Popsängerin Das Leben der Sängerin Lia Reyna, die im echten Leben Verena Köder heißt

Singt mit viel Herzblut: Pop- und Soulsängerin Lia Reyna aus Königsbronn.
Singt mit viel Herzblut: Pop- und Soulsängerin Lia Reyna aus Königsbronn. © Foto: Heiko Herrmann
Königsbronn / Sandra Gallbronner 11.12.2017
Die gebürtige Aalenerin Verena Köder veröffentlichte 2012 mit „Purity ihr erstes Album. Unter dem Künstlernamen Lia Reyna arbeitet die 32-Jährige momentan an neuen Songs.

Sängerin Lia Reyna ist ein Naturmensch. Das wird schon in ihren Liedern deutlich: „Wir fallen auf den Boden und fühlen uns frei wie Tiere“, singt sie im Lied „The Forest“, das gleichzeitig auch zu ihren Lieblingsliedern zählt. Die Königsbronnerin hält sich gern am Brenztopf auf. Hier findet sie die Ruhe und Inspiration für neue Songtexte.

Lässt man sich auf die Musik der 32-Jährigen ein, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, man sei in der Natur, umgeben von Bäumen, frischer Luft und Leichtigkeit. Und spätestens nach zwei mal Hören von „The Forest“ ist ein Ohrwurm garantiert.

2012 veröffentlichte Lia Reyna, die mit bürgerlichem Namen Verena Köder heißt, ihr erstes Album „Purity“. Mit vielen Balladen, die mit Klavier und Cello begleitet werden, eine sehr melancholische Platte.

Erst englisch, dann deutsch

Dass die Musikerin aber auch anders kann, bewies sie mit ihrem zweiten Album „Color Jam“, das drei Jahre später folgte. „Ich wollte mehr gute Laune rüberbringen“, erzählt Reyna. Sie habe mit viel Liebe zum Detail gearbeitet und Neues ausprobiert. So kommen neben Trompeten auch Percussion und Spieluhren zum Einsatz.

Was beide Platten gemeinsam haben, sind die englischen Songtexte. „Die Sprache hat mir vom Klang her gut gefallen. Außerdem konnte ich vieles ausdrücken, was ich so nicht offen sagen wollte“, erklärt die Musikerin. Das Versteckspiel hinter der Sprache ist nun aber Geschichte. Seit zwei Jahren singt sie vermehrt auf deutsch: „Ich bin jetzt auf dem Trip, dass mich alle verstehen sollen.“ Auch die Lieder für Reynas drittes Album, an dem sie zur Zeit arbeitet, schreibt sie in ihrer Muttersprache.

Bereits ihr Leben lang macht die gebürtige Aalenerin Musik. Mit sechs Jahren fing sie an, Klavier- und Ballettunterricht zu nehmen. Mit zwölf komponierte sie ihre ersten Melodien und verarbeitete ihre Gefühle in Gedichten. „Irgendwann kam das Verlangen, mich auch mit Gesang auszudrücken“, erinnert sich Reyna.

Lange für einen Flügel gespart

Nach ihrem Abitur 2005 am Kopernikus-Gymnasium in Aalen, wo sie den Musikzug gewählt hatte, arbeitete Lia Reyna zwei Jahre beim Bäcker. War die Leidenschaft zur Musik etwa verflogen? Nein, im Gegenteil: Die junge Frau sparte auf einen Flügel, der sie 10 000 Euro kostete und der damit sogar im unteren Preisniveau lag.

2013 beendete Reyna ihr Musikstudium in Trossingen, in dem sie sich auf Jazz- und Popgesang spezialisierte. Während des Studiums baute sie bereits ihre Selbstständigkeit auf. Denn eines war der Sängerin schnell bewusst: Musiklehrerin wird sie nicht. Ihre Berufung ist es, auf der Bühne zu stehen: „Ich habe mich schon immer vor Publikum wohl gefühlt. Die Bühne ist mein Ding.“ Musik nur als Hobby zu machen, das war ihr zu wenig.

Als Vorbild sieht die Königsbronnerin die britische Sängerin Adele, die ebenfalls am Klavier singt. Ihre Ausstrahlung auf der Bühne beeindruckt Reyna. Für den Anfang würde sie aber gern Leute wie Nena, Mark Forster oder Philipp Poisel auf einer Tour begleiten.

Außer über die Natur singt die 32-Jährige gerne über die Liebe. Auch persönliche Erfahrungen fließen in ihre Lieder ein. Ihre Texte seien eine Mischung aus Poesie und Philosophie: „Mich beeinflussen Wortspiele. Auch mit Reimen spiele ich gerne.“

„Die Welt aus Kinderaugen sehen“

Auf die Frage nach einem Beispiel für solch ein Wortspiel, kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Die Welt aus Kinderaugen sehen“ aus dem Song „Helden sein“, den Reyna diesen Sommer als Unterstützung für das Königsbronner Spielplatzvoting geschrieben hat. Dabei konnte die Gemeinde Geld für einen neuen Spielplatz gewinnen. Das Lied liegt ihr besonders am Herzen, wie die Musikerin erklärt: „Es ist für Kinder und gleichzeitig ein Appell an Erwachsene, das Entdeckergen und somit das Kind in sich zu bewahren.“

Neben Soloauftritten ist Lia Reyna seit zwei Jahren mit der Tübinger Schlagzeugerin Marion M. Wetzel unterwegs. Besonders gern erinnert sie sich an den gemeinsamen Auftritt im Disneyland in Paris. Zudem singt die 32-Jährige in der Jazz- und Blues-Coverband „Paradise Club“.

Ein bombastisches Erlebnis

Auch das Weihnachtsspiel der Ulmer Basketballer ist ihr im Gedächtnis geblieben: „Es war ein bombastisches Erlebnis vor so vielen Leuten zu singen“, schwärmt Reyna. Etwa 6000 Menschen hörten ihr zu.

Bis zu 50 Auftritte bestreitet die Pop- und Soul-Musikern im Jahr. Oft begleitet sie ihren Gesang am Flügel. Dadurch kommt sie vor allem im süddeutschen Raum viel herum, aber auch in Frankfurt und Dresden hat sie schon gespielt. Unter anderem spielt sie auf Stadtfesten, Trauungen und sogar in Thermalbädern.

Ob sie nicht noch mehr erreichen möchte? „Ich arbeite daran, aber ich bin nicht traurig, wenn es nicht klappt“, sagt Reyna. Erstmal sei es ihr Wunsch, sich im Umkreis einen Namen zu machen. Ein Auftritt in Heidenheim ist eines ihrer nächsten Ziele. „Natürlich wäre es auch toll, deutschlandweit bekannt zu sein“, erzählt die Sängerin.

Die Chancen dafür stehen jedenfalls nicht schlecht. Mehrmals wurde Lia Reyna bereits in die Gesangs-Castingsendung „The Voice of Germany“ eingeladen. Doch Reyna lehnte jedes Mal ab: „Ich möchte selbst über meine Musik und mit wem ich arbeite entscheiden.“

Casting-Anfragen abgelehnt

Nicht zuletzt möchte die 32-Jährige es auch aus eigener Kraft schaffen, berühmt zu werden. Keine Frage, das ist viel Arbeit: Songtexte schreiben, komponieren, musikalische Gestaltung der Lieder, Studioaufnahmen, Cover-Gestaltung der Alben. Außerdem muss sie die sozialen Medien bedienen sowie bei Radios und Veranstaltern anfragen. Dazu kommen die Auftritte. Zudem drehte sie in der französischen Hauptstadt ihr erstes Musikvideo zu ihrem Lied „Paris“, das noch diesen Monat erscheinen soll.

Am Ende ist es der Spaß, für den sich die ganze Arbeit mehr als bezahlt macht, erklärt Lia Reyna: „Ich bin richtig schlecht drauf, wenn ich mal krank bin und nicht singen und auftreten kann.“

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