Herbrechtingen Das Geschäft mit dem Abwasser läuft

Die Spitzenvertreter der Handwerkskammer Ulm zu Gast bei der Firma SC Konstruktionen in Bissingen.
Die Spitzenvertreter der Handwerkskammer Ulm zu Gast bei der Firma SC Konstruktionen in Bissingen. © Foto: Markus Brandhuber
Herbrechtingen / Elena Kretschmer 23.06.2018
Spitzenvertreter der Handwerkskammer Ulm besuchten in Bissingen Salvatore Calvo und seine Firma SC-Konstruktionen.

Bei der Handwerkskammer (HWK) Ulm ist es üblich, einmal im Monat bei einem der fast 19 000 Handwerksbetriebe im Bezirk vorbeizuschauen und aktuelle Themen zu diskutieren. Diesen Monat war Salvatore Calvo mit seiner Firma SC-Konstruktionen in Bissingen an der Reihe. Gekommen waren Joachim Krimmer, der Präsident der HWK Ulm, deren Hauptgeschäftsführer Dr.?Tobias Mehlich, Kreishandwerksmeister Robert Smejkal sowie der stellvertretende Landrat Peter Polta, um sich erklären zu lassen, was Calvo in seinem Unternehmen eigentlich macht

Vorwiegend gewerbliche Kunden

„Wir sind im Abwasserbereich tätig“, sagte der Chef, anfangs noch etwas eingeschüchtert vom „hohen Besuch“. SC-Konstruktionen setze dabei vor allem auf Photovoltaik und andere erneuerbare Energie, sowie immer mehr auf das Medium Wasser. „Wir machen Installationsarbeiten, weniger für privat, sondern eher gewerblich. Zweckverbände, Kommunen und die Industrie sind unsere Kunden“, so Calvo

Inzwischen zehn Mitarbeiter

Im Jahr 2004 meldete er sein Gewerbe an und hatte bald so viel zu tun, dass er 2008 eine GmbH daraus machte. Heuer feiert der Bissinger also das zehnjährige Bestehen seines Betriebs, in dem er mittlerweile zehn Mitarbeiter beschäftigt. Von denen waren Projektleiter Manfred Balkheimer und Auszubildender Matthias Binder anwesend. Mehlich war begeistert: „Bosch kann nicht sagen, dass er in zehn Jahren seine Belegschaft verzehnfacht hat, Sie schon. Das ist auch für uns ein Ansporn, Betriebe wie Ihren zu unterstützen.“

Übervoll mit Aufträgen

„Ganz ehrlich, ich könnte auch auf 15 aufstocken. Wir sind bis Ende des Jahres übervoll mit Aufträgen – und das ganz ohne Werbung“, erklärte der Inhaber stolz. Das tue dann schon weh, wenn man guten Kunden absagen müsse und gefährlich sei es auch, wenn der Kunde beim nächsten Mal eben nicht mehr zu ihm komme. „Deshalb muss jetzt was passieren. Ich will präsenter werden.“ Bisher sei er in puncto Marketing etwas überfordert gewesen, habe Azubis meist durch Mundpropaganda gewonnen. „Das wird jetzt forciert.“ Auch hier hakte Mehlich ein: „Handwerker rufen oft zu wenig nach Hilfe, dabei haben wir Leute, die weiterhelfen und Kontakte zu Schulen knüpfen können. Das kostet auch nix.“

Im Betrieb selber – er ist Verwaltung und Produktion in einem – besteht für Calvo und sein Team die meiste Arbeit darin, CAD-Zeichnungen im Büro zu erstellen. Wenn das Material geliefert wird, wird alles direkt beim Kunden aufgebaut. „Wir haben keine Lagerware, sondern bestellen nach Bedarf“, so Calvo.

In der Fertigungshalle liegt alles, was man in Sachen Abwassertechnik braucht, vor allem Spezialrohre. „Hier haben wir zum Beispiel ein Schmutzwasserpumpwerk für die Naturfreunde in Aalen überarbeitet und das ist ein Rohr für die Kläranlage in Langenau. Es gibt kaum eine Kläranlage, die wir nicht kennen“, scherzte der Chef, während er auf die Teile deutete.

Individuelle Fertigung

„Wir machen hier keine Serienfertigung, alles individuell. Es ist ein tolles Gefühl, wenn eine Anlage wieder läuft“, schwärmte Mitarbeiter Balkheimer. „Ja, wenn das Handwerk nicht arbeitet, werden wir irgendwann unseren Wohlstand reduzieren müssen und dass wiederum müssen wir der jungen Bevölkerung klar machen“, analysierte Mehlich. Calvo entgegnete: „Die meisten haben ja gar keine Berührungspunkte mit Kläranlagen und dann heißt es: igitt. Dabei sind das hoch komplexe Systeme.“ Um jungen Menschen den Job näher zu bringen, biete er Praktika an – auch für Asylbewerber.

Dass Calvo Sorgfalt walten lässt, zeigte ebenfalls, dass er aufgrund der neuen Datenschutz-Grundverordnung seine Webseite vorübergehend stillgelegt hat. Auch da bot Mehlich sofort Hilfe der HWK an.

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