Sontheim/Brenz Das Aus der Brenzer Grundschule ist besiegelt

Bekommt Zuwachs: An der Sontheimer Grundschule werden ab dem kommenden Jahr die Viertklässler der Brenzer Grundschule unterrichtet. Ab dem Schuljahr 2020/21 werden dann alle Brenzer Kinder nach Sontheim wechseln.
Bekommt Zuwachs: An der Sontheimer Grundschule werden ab dem kommenden Jahr die Viertklässler der Brenzer Grundschule unterrichtet. Ab dem Schuljahr 2020/21 werden dann alle Brenzer Kinder nach Sontheim wechseln. © Foto: Markus Brandhuber/Archiv
Sontheim/Brenz / Laura Strahl 11.05.2018
Der Sontheimer Gemeinderat hat sich für die Schließung ab 2020/21 entschieden. Die Viertklässler wechseln schon im kommenden Schuljahr nach Sontheim.

In Brenz wird es aus Mangel an Schülern ab dem Schuljahr 2020/21 keine Grundschule mehr geben. Diese weitreichende Entscheidung hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig getroffen. Dabei orientierte sich das Gremium nicht an der Empfehlung der Sontheimer Gesamtleherkonferenz und der Schulkonferenz. Beide hatten die Integration der Brenzer Grundschule in die Sontheimer Schule zum nächstmöglichen Schuljahr 2018/19 vorgeschlagen.

Stattdessen folgte der Gemeinderat dem Wunsch der Brenzer Eltern: Sie hatten sich bei einem Sonderelternabend am 26. April mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass die Kinder, die kommendes Schuljahr die Klassen zwei und drei besuchen, während der kommenden zwei Jahre jahrgangsübergreifend unterrichtet werden. Das wiederum bedeutet, dass die vier Kinder, die in 2018/19 die vierte Klasse besuchen, direkt an die Grundschule in Sontheim wechseln müssen. In zwei Jahren steht dieser Wechsel dann auch jenen zehn Schülern bevor, die 2020/21 in der vierten Klasse sind.

Den Schritt nicht leicht gemacht

Das Staatliche Schulamt in Göppingen, so Bürgermeister Matthias Kraut, trage diese Entscheidung mit und gewährleiste den Schulbetrieb bis 2020/21. Allerdings ausgehend von den heute vorliegenden Schülerzahlen, sprich nur dann, wenn die Schülerzahl bis dahin nicht deutlich unter 16 sinkt. „Wir haben uns diesen Schritt nicht leicht gemacht“, fasste Kraut zusammen und richtete seinen ausdrücklichen Dank an die Eltern. Ein derart fairer Meinungsaustausch, wie man ihn während der vergangenen Wochen und Monate erlebt habe, sei alles andere als selbstverständlich.

Jonas Pürckhauer bezog Position für die FWV-Fraktion, die den Vorschlag zum jahrgangsübergreifenden Unterricht der Klassen zwei und drei in der Sitzung des Gemeinderats am 17. April ins Spiel gebracht hatte: „Wir wollten den Eltern der jetzigen Schüler die Chance geben, dass ihre Kinder an der Schule bleiben können.“ Daher, so Pürckhauer, lehne man eine sofortige Schließung ab. Genau so den unbegrenzten Weiterbetrieb der Schule: „Es würden keine Anmeldungen mehr für Klasse eins kommen“, so die Vermutung. Zudem stehe das Schulhaus in den kommenden Jahren zur Sanierung an – und wegen 15 Kindern mehrere 100 000 Euro zu investieren, sei schwierig zu argumentieren. Pürckhauers Vorschlag: Während der nächsten zwei Jahre sollte man sich Gedanken über die künftige Nutzung des Brenzer Schulhauses machen.

Ein Lehrer für alle Kinder

Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Reiner Lindenmayer außerdem über den zur Debatte stehenden Fußgängersteg über die Brenz im Baugebiet Oberer Bogen. Wenn in zwei Jahren alle Brenzer Kinder die Sontheimer Schule besuchen, so Lindenmayer, sei dieser Verbindungsweg eine sinnvolle Ergänzung. Zur Aufhebung der Schule äußerte sich der Fraktionschef ebenfalls: „Schweren Herzens werden wir diesen Kompromiss eingehen.“ Die SPD hoffe, dass der Schulbetrieb während der kommenden zwei Jahre tatsächlich aufrecht erhalten werden kann. Dankbar sei man den Lehrern, bzw. dem Lehrer, der sich bereit erklärt hat, die Aufgabe während dieser Zeit allein zu schultern. „Toll, dass sich jemand gefunden hat“, so Lindenmayer. Ebenfalls unterstützen will man die Idee, zur Entlastung eine Pausenaufsicht aus der Bevölkerung zu organisieren.

CDU wollte frühere Schließung

Aus Sicht der dreiköpfigen CDU-Fraktion hätte man darauf verzichten können: Sie plädierte zunächst für die sofortige Schließung der Schule zum Jahr 2018/19. Die Gesamtverantwortung sei für einen einzigen Lehrer zu groß. „Darin sehen wir ein großes Problem“, sagte Magnus Welsch. Sein Antrag auf sofortige Schließung scheiterte allerdings deutlich, mit drei zu 18 Stimmen wurde das Ansinnen abgelehnt. Die CDU-Mitglieder stimmten daraufhin ebenfalls für die von den Eltern präferierte Lösung.

Ebenfalls denkbar gewesen wären folgende Szenarien: Die Weiterführung der Schule mit klassenübergreifendem Unterricht für die Stufen eins bis vier sowie die Aufhebung der Schule zum Jahr 2020/21 mit übergreifendem Unterricht für Zweit- bis Viertklässler.

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