Steinheim Damit sich die Überschwemmung von 2016 nicht wiederholt

Verheerend war für die Steinheimer das Jahrhunderthochwasser 2016. Ähnliches soll künftig vermieden werden.
Verheerend war für die Steinheimer das Jahrhunderthochwasser 2016. Ähnliches soll künftig vermieden werden. © Foto: Archiv/Straub
Steinheim / Carolin Wöhrle 07.05.2018
Die Gemeinde Steinheim muss für konkrete Verbesserungen beim Hochwasserschutz noch einige planerische und bürokratische Hürden nehmen.

Die vom Hochwasser 2016 betroffenen Bürger dürften wenig Verständnis haben für das, was das Land als Voraussetzung für eine Förderung von Hochwasserschutzmaßnahmen von der Gemeinde verlangt: eine Kosten-Nutzen-Rechnung nämlich. Der Schaden, der am Abend des 29. Mai 2016 in Steinheim entstanden war, belief sich am Ende auf mehr als sechs Millionen Euro. Derlei zukünftig zu verhindern, dürfte für die meisten Steinheimer Nutzen genug sein.

Dennoch: Ortsbaumeister Hans-Peter Brenner stellte auch im Gemeinderat klar, dass eine möglichst genau Kosten-Nutzen-Berechnung Grundlage für alle weiteren Maßnahmen sein muss. Diese Untersuchung wird die Gemeinde rund 14 000 Euro kosten. Ausführen wird sie die Ingenieurgesellschaft Prof. Kubus und Partner aus Stuttgart.

Einsatzplan wird erarbeitet

Eine Flussgebietsuntersuchung, die laut Brenner demnächst bei der Gemeinde eintreffen sollte, kostet rund 100 000 Euro, wobei Zuschüsse in Höhe von 70 Prozent erwartet werden. Zudem wird an einem konkreten Hochwasseralarm und an einem Einsatzplan für den Notfall gearbeitet. Eine weitere Starkregengefahrenkarte wiederum, die ebenfalls das Stuttgarter Ingenieurbüro erstellen soll, würde 50 000 Euro kosten, ebenfalls mit bis zu 70 Prozent bezuschusst.

Erste konkrete Maßnahme soll dann die Vergrößerung der Verdolung des Wentalgrabens sein. Aber auch hier muss zunächst geplant werden, zumal das Regierungspräsidium Stuttgart auch die Untersuchung von Alternativen gefordert hatte. Die hierfür notwendigen Ingenieurleistungen werden die Gemeinde voraussichtlich 53 500 Euro kosten.

Gemeinderat Christoph Müller (FWV) wies noch einmal mit Nachdruck darauf hin, dass man sich „mit aller Gewalt“ gegen die offizielle Hochwassergefahrenkarte des Landes als Grundlage für Schutzmaßnahmen stemmen müsse. Diese hatte nämlich mit den tatsächlich betroffenen Gebieten vom Mai 2016 nur sehr wenig zu tun. „Man muss denen klar machen, dass die ausgewiesenen Überschwemmungsflächen einfach Quatsch sind.“

Man dürfe „diesen Unsinn nicht einfach zulassen. Wenn nötig, erklärt man es ihnen auch fünfmal.“ Sowohl Brenner als auch Bauamtsleiter Manfred Abele stimmten Müller zu. Abele: „Die Berechnungsmodelle wurden einem von Spezialisten vorgesetzt. Der einzige Weg wäre, diesen Spezialisten zu zeigen, dass die Berechnungen falsch sind oder sich die Gegebenheiten geändert haben.“

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