Sontheim/Brenz / Laura Strahl Der Sontheimer Gemeinderat hat am Donnerstag über den Haushaltsplan für 2019 beraten. Die Absage des Ministeriums war erst kurz vor der Sitzung eingetrudelt.

Manchmal gibt es eben auch Zufälle. Zum Beispiel den, dass die Gemeinde Sontheim/Brenz just am Tag der Haushaltsplanberatungen Post vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung erhält. Rund eineinhalb Stunden vor Beginn der Gemeinderatssitzung stand dadurch am Donnerstag fest: Die Gemeinde kommt beim Förderprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur nicht zum Zug. Die Generalsanierung der Hermann-Eberhardt-Halle ist also erst mal vom Tisch.

Weniger Schulden

„Schade“, lautete kurz und knapp das Urteil von Kämmerer Andreas Schmid. Der erwartete Zuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro wäre bei geschätzten Kosten von knapp zwei Millionen Euro nicht zu verachten gewesen. Allerdings kann man der gecancelten Sanierung durchaus auch etwas Positives abgewinnen: Die Neuverschuldung der Gemeinde sinkt dadurch von bisher erwarteten 1,8 Millionen Euro in den Jahren 2021 und 2022 auf rund 1,4 Millionen Euro. Hinzu kommen Auswirkungen auf Kredite und Tilgungen.

Was aber bedeutet das nun für die Sontheimer Sportler? Müssen sie weitere Jahre auf Verbesserungen in der Hermann-Eberhardt-Halle warten? Bis 2022 komme man ohne jegliche Investition nicht aus, so die Einschätzung von Jonas Pürckhauer (FWV). „Die sanitären Anlagen sind das größte Problem“, hieß es von Jürgen Mäck (SPD). Letztlich war man sich einig: In den Jahren 2021 und 2022 sollen jeweils 100 000 Euro im Haushaltsplan festgeschrieben werden.

Nahrung für Eichhörnchen?

Apropos 100 000 Euro: Diese Summe will die Gemeinde im aktuellen Jahr und in den kommenden drei Jahren jeweils einsparen. Unter dem Stichwort „globale Minderausgabe“, erklärte Kämmerer Schmid, seien Einsparungen aus verschiedenen Bereichen zusammengefasst – quasi nach dem Motto „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“. Denkbar seien etwa kostensparende Kooperationen mit anderen Gemeinden bei der Beschaffung von Bürobedarf, Umstrukturierungen zur Entlastung von Mitarbeitern oder das Outsourcing von Tätigkeiten, wie man es bereits beim Hausmeisterservice für die Sporthalle pflege. Schmid: „Wir sind der Meinung, dass wir so 100 000 Euro Einsparung erzielen können.“

Beschlüsse müssen folgen

Ansonsten machte der Kämmerer den Gemeinderäten beim Blick auf die mittelfristige Finanzplanung bis 2022 noch einmal deutlich, dass es sich bei vielen Vorhaben lediglich um den derzeitigen Planungsstand handelt. Vor allem solch finanzintensive Einträge im Haushaltsplan wie der Neubau des Feuerwehrgerätehauses (fünf Millionen Euro in 2021/22) und eines Stegs über die Hürbe (225 000 Euro in 2019) sowie verschiedene Erschließungen und Sanierungen von Straßen, Bau- und Gewerbegebieten (1,7 Millionen Euro in 2019/20) müsse man im Gemeinderat zum jeweiligen Zeitpunkt noch einmal besprechen und freilich auch beschließen. Längeren Diskussionen über einzelne Zahlen wurde durch diesen Hinweis vorgebeugt.

Den Wunsch des Gremiums, auch die Erschließung der Weiherbraike II zu berücksichtigen, notierte Kämmerer Schmid. Dieser Punkt war bei der Erarbeitung des Etatplans wohl schlichtweg in der Masse untergegangen.

Die Verabschiedung des Haushaltsplans ist nach den Reden der Fraktionsvorsitzenden in der Sitzung am Montag, 29. April, geplant. Beginn ist um 19 Uhr.

Kleinvieh macht auch Mist

Kriegerdenkmäler: Drei davon gibt es in Sontheim/Brenz. Dasjenige in Bergenweiler ist in zufriedenstellendem Zustand. In die anderen beiden will man im Jahr 2019 rund 43 000 Euro investieren. In Brenz müsse man die Treppenanlage und Mauer instandsetzen, in Sontheim seien kleinere, vor allem optische Reparaturen zu erledigen, erklärte Bauamtsleiter Martin Kettner.

Urnenwand: Hierfür sind in 2019 exakt 12 000 Euro eingeplant, im Jahr 2021 dann noch einmal 10 000 Euro. Ob man nicht über eine Reduzierung der Ruhezeit nachdenken könne, schlug Walter Unseld (FWV) vor, statt eine neue Wand zu bauen. Zumindest prüfen könne man die Idee, sicherte Bürgermeister Matthias Kraut zu. An den laufenden Verträgen ändere das freilich nichts.

ÖPNV-Konzept: 8000 Euro sind für die Erarbeitung eines Konzepts für den öffentlichen Nahverkehr vorgesehen. Wie Kämmerer Andreas Schmid erklärte, kam der entsprechende Vorschlag bzw. Wunsch vonseiten des Hauptamts. Auch um die Verbindungen ins Bayerische untersuchen zu lassen.

Vitrine: Ebenfalls 8000 Euro sind für die Beschaffung einer Vitrine eingeplant. Platz finden soll darin die Fahne des im vergangenen Jahr aufgelösten Gesangvereins. Zu teuer, hieß es hierzu. Daher wurde der Betrag vorerst mit einem Sperrvermerk versehen. Eventuell werde man ohnehin im Brenzer Schulhaus fündig, wo es eine solche Vitrine gebe.

Das Gesamtvolumen: Der Sontheimer Haushaltsplan hat nach circa 17 Millionen Euro im Vorjahr ein Volumen von rund 18,5 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 13,5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt, circa fünf Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. lst