Eglingen Nach zwei Jahren Pause: Die Eglinger Ausstellung kommt zurück

Hat den Durchblick in Sachen Stammeskunst: Monika Edelmaier, hier in afrikanischer Umgebung.
Hat den Durchblick in Sachen Stammeskunst: Monika Edelmaier, hier in afrikanischer Umgebung. © Foto: pr
Eglingen / Manfred F. Kubiak 07.09.2018
Zwei Jahre war Pause, nun kehrt die Eglinger Ausstellung wieder zurück: Vom 30. September bis zum 7. Oktober lautet das Motto im Schloss „Kulte, Künste, Rituale“.

„Gibt es ein Leben ohne Eglinger Ausstellung? Ja, aber es ist sinnlos.“ Anlässlich der 32. Eglinger Ausstellung hatte Monika Edelmaier im Herbst 2015 ein Bonmot von Loriot bearbeitet. Damit hatte sie regelrecht prophetisch gesprochen, wie sich nun, drei Jahre danach, erweist.

Denn zweimal ging seither das Leben auch ohne Eglinger Ausstellung weiter, was sich schlussendlich allerdings dann doch als so sinnlos erweisen sollte, dass die Episode der Leere nun mit der 33. Eglinger Ausstellung endet. Die Fortsetzung der lediglich kurz unterbrochenen Erfolgsgeschichte der Schau mit vorzugsweise afrikanischer Stammeskunst auf dem Härtsfeld wird heuer vom 30. September bis zum 7. Oktober über die Bühne gehen.

Und dies nicht zuletzt auf vielfachen Wunsch des Publikums. Die Ausstellungsmacher Monika und Erich Edelmaier waren und sind nach wie vor nicht nur überrascht, sondern auch berührt von der Tatsache, wie hartnäckig in den vergangenen beiden Jahren Stammkunden von überall her ihnen gegenüber den Wunsch äußerten, sie möchten doch die Tradition der herbstlichen Ausstellung im Eglinger Schloss wieder aufleben lassen. Schließlich konnten und wollten die Edelmaiers nicht mehr nein sagen.

Schwerpunkt Himalaja

Zur Zäsur war es 2016 gekommen, weil die Edelmaiers, die seit 20 Jahren die Galerie „Dogon“ in Berlin betreiben, hierdurch in der Hauptstadt immer mehr Verpflichtungen nachzukommen hatten und zusätzlich im September noch als Aussteller bei der „Tribal Art Fair“ in Amsterdam verpflichtet waren. In den Niederlanden aber hat man sich nun abgemeldet; nicht zuletzt auch deshalb, um wieder Zeit für Eglingen zu haben.

Dort wird dort von Sonntag, 30. September (Eröffnung um 12 Uhr) bis zum Sonntag, 7. Oktober, übrigens diesmal nicht Afrika und seine Kunst relativ konkurrenzlos im Mittelpunkt stehen, sondern, unter dem Motto „Kulte, Künste, Rituale“, vor allem Objekte aus der Himalaja-Region, aus Bhutan, Tibet, der Mongolei, Nepal und Indien. „Besonders selten und sehenswert sind magische Objekte wie Masken, Trommeln und Gewänder der Schamanen aus Nepal“, sagt Monika Edelmaier. „Alle Objekte sind alte Originale und waren lange in Gebrauch.“

Dies gilt ebenso für das Sortiment der diesmal etwas kleineren, nichtsdestotrotz aber selbstverständlich vorhandenen afrikanischen Abteilung der traditionell nicht nur von Interessierten und Sammlern, die aus der näheren und weiteren Umgebung kommen, besuchten Schau. Die Kundschaft kommt seit jeher aus ganz Süddeutschland und zum Teil von weit darüber hinaus nach Eglingen.

Drei Filme im Programm

Als besonderes Schmankerl anlässlich des Comebacks der Eglinger Ausstellung werden die Edelmaiers aus Berlin drei ethnologisch-poetische Filme der vielfach ausgezeichneten Filmemacherin Ulrike Ottinger mitbringen. Am 30. September wird „Johanna d'Arc of Mongolia“ zu sehen sein, am 3. Oktober „Die koreanische Hochzeitstruhe“ und am 6. Oktober „Chamissos Schatten“. Die Filmvorführungen beginnen jeweils um 19 Uhr.

Kontakt zu Ulrike Ottinger knüpften Monika und Erich Edelmaier in ihrer Berliner Galerie „Dogon“, deren 20-jähriges Bestehen erst unlängst übrigens ganz groß in der Hauptstadt gefeiert wurde. Und darauf, dass sie sich als Spezialisten nicht nur für afrikanische Stammeskunst längst international etabliert haben, sind die Edelmaiers sicherlich nicht zu Unrecht durchaus ein wenig stolz. Doch nun hat man sie wenigstens einmal im Jahr auch auf dem Härtsfeld wieder und wird, wenn man so will, Eglingen für eine Woche zur deutschen Hauptstadt der, um es in der Weltsprache Englisch zu formulieren, Tribal Art.

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