Steinheim / Carolin Wöhrle Ein Kommentar von Carolin Wöhlre: Die Steinheimer müssen sich an der Erstellung des Planungskonzepts beteiligen, wenn es Erfolg haben soll.

Die Entscheidung für eines der Planungsbüros fiel den Gemeinderäten am Dienstag leicht. Sie wählten diejenigen, die am ehesten den Eindruck vermitteln konnten, dass sie sich vorher eingehender mit Steinheim und Söhnstetten beschäftigt haben.

Die Stuttgarter Planer legten den Finger nicht in imaginäre oder allgemeingültige Wunden wie den viel beschriebenen demographischen Wandel oder die für alle Kommunen so wichtige innerörtliche Entwicklung. Sie sprachen stattdessen auch ganz konkrete Probleme an, mit denen zum einen die Gemeinderäte etwas anfangen konnten und die zum anderen auch den Bürgern bekannt sein dürften: die fehlende Ortsmitte in Söhnstetten, die Sorgen, dass sich Teile des Einzelhandels in Steinheim nicht ewig halten könnten, zu geringe Gewerbesteuer-Einnahmen.

Die Präsentation machte Hoffnung, dass das Büro tatsächlich fundierte Ortsentwicklungskonzepte erstellen kann, die am Ende auch als Handlungsleitfäden in der Praxis geeignet sein könnten.

Nun aber alles den Planern zu überlassen, wird eben auch nicht funktionieren. Sie mögen Daten auswerten können uns sich in Sachen Städteplanung gut auskennen. Aber niemand kennt Steinheim so gut wie die Steinheimer. Und niemand kennt Söhnstetten so gut wie die Söhnstetter. Der Auftrag an das Büro Resch ist deshalb auch ein Auftrag an die Bürger: Beteiligen Sie sich. Sollte es Bürgerbefragungen geben, nehmen Sie teil. Sollte es Bürger-Werkstätten geben, bringen Sie sich ein. Sollte es Spaziergänge mit den Planern durch den Ort geben, gehen Sie mit.

Wenn die Konzepte am Ende nämlich nichts taugen, dann wären die Kosten von etwa 50 000 Euro hinausgeworfenes Geld. Ärgerlich, aber kein Drama. Schlimmer wäre, dass man eine echte Chance vertan hätte, Steinheim und Söhnstetten weiterzuentwickeln – und zwar nach den Vorstellungen und Wünschen der Bürger.

Wie sollen Steinheim und Söhnstetten in 15 Jahren aussehen? Der Gemeinderat hat sich jetzt für ein Planungsbüro entschieden.