Campingplatz Campen bei RAH: wo keine Regeln gelten

Dischingen / Kathrin Schuler 02.07.2018
Zu einem Festival wie Rock am Härtsfeldsee gehör mehr als nur Bands: ein Blick über das Gelände.

„Bier ist nicht die Frage, aber Bier ist immer die Antwort!“ Mit diesem Statement eines Festival-Besuchers könnte man die Stimmung auf dem Gelände bei Rock am Härtsfeldsee wohl kurz und knapp am treffendsten beschreiben. Das die üblichen Regeln auf einem Festival nicht gelten, ist schnell klar: Getrunken wird schon vormittags, so manch einer ist ohne Shirt oder sogar ohne Hose unterwegs – und alle sind per Du.

Wer die Metal-Fans sind? Pauschalisieren lässt sich das nicht. Auf dem Gelände trifft man Handwerker, Lehrer, einen Offizier der Bundeswehr und sogar einen Doktor der Molekularbiologie. Metal kennt außerdem kein Alter: Auf dem Festival reicht die Bandbreite von kleinen Kindern bis zu über 60-Jährigen. Die meisten kommen schon seit Jahren her: „Wir sind jetzt das siebte Mal dabei“, sagt ein Festival-Besucher, der sich nur „Chief“ nennen lässt. Eine Truppe von knapp 20 Leuten sind sie, die sich jedes Jahr am Härtsfeldsee trifft.

Ihr Highlight dieses Mal ist der Auftritt von Betontod am Samstag. „Aber ganz ehrlich: Eigentlich ist das Line-Up völlig egal“, verrät er. Ganz egal, wer auf der Bühne steht – zum Feiern würden sie in jedem Fall her kommen.

Party auf dem Campingplatz

So sieht das auch Jakob Sütterlin: „Das Line-Up kenne ich schon komplett von anderen Festivals“, erklärt der 23-Jährige. Darum gehe es aber auch in erster Linie gar nicht, sondern um die Party auf dem Campingplatz. Wenn dann auch noch die eine oder andere gute Band dabei ist, steht einem perfekten Wochenende nichts mehr im Weg. Als Heidenheimer könnte er auch im eigenen Bett schlafen – aber für die hartgesottenen Festivalbesucher gehören das Campen auf dem Geläde genauso dazu wie das obligatorische Band-Shirt, das eine oder andere Bier und so mancher derber Spruch.

Was ein Rock-Festival aber auch ausmacht: An jeder Ecke lernt man neue Leute kennen, jeder ist für ein Gespräch zu haben und die mit viel Aufwand gekühlten Bier-Vorräte werden brüderlich mit Vorbeikommenden geteilt.

Drei Dinge, die man braucht

Welche drei Dinge dürfen bei einem Festival nun aber auf keinen Fall fehlen? „Zuallererst natürlich Bier“, meint Karl Frei. „Aber viele vergessen dabei, dass man auf jeden Fall auch eine Menge Wasser dabei haben sollte - gerade bei dem Wetter kann das sonst schnell gefährlich werden.“ Der dritte Punkt auf der Festival-Packliste: Ein Camping-Stuhl. Kein Zelt zum Schlafen? „Das ist nicht so wichtig“, mein Frei. Er selbst habe auch nur zweieinhalb Stunden im Zelt geschlafen, denn spätestens um sieben sei es drinnen sowieso zu warm. „Außerdem kann man auch wunderbar ein Nickerchen unter irgendeinem Pavillon halten.“

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