Bildung Buigen-Gymnasium will an Schulversuch teilnehmen

Auf dem Weg zu einer Erweiterung seines Profils: das Buigen-Gymnasium.
Auf dem Weg zu einer Erweiterung seines Profils: das Buigen-Gymnasium. © Foto: Oliver Vogel/Montage: HZ
Herbrechtingen / MICHAEL BRENDEL 31.05.2013
Das Buigen-Gymnasium will sich stärker naturwissenschaftlich profilieren. Unterstützung erhält es bei diesem Bestreben seitens der Stadt, die die Teilnahme an einem entsprechenden Schulversuch befürwortet.

Schüler des Buigen-Gymnasiums haben bislang die Wahl: Nachdem sie ab der fünften Klasse Englisch und ab der sechsten zusätzlich Französisch oder Latein gelernt haben, entscheiden sie sich zur achten Klasse zwischen Spanisch als dritter Fremdsprache und Naturwissenschaft/Technik (NWT). Künftig soll es möglich sein, die Festlegung zugunsten eines naturwissenschaftlichen Schwerpunkts vorzuziehen und schon zur sechsten Klasse zu treffen.

Möglich ist das im Rahmen eines durch das Kultusministerium aufgelegten Schulversuchs, der bereits zum kommenden Herbst beispielsweise am Freihof-Gymnasium in Göppingen angeboten wird. Dort wird die Gelegenheit geschaffen, die bisherige Reihenfolge umzudrehen, also bereits ab Klasse 6 NWT zu wählen und mit der zweiten Fremdsprache erst in Klasse 8 zu beginnen.

Ab 2014/15 früher Naturwissenschaften belegen

NWT ab Klasse 6 – das soll es ab dem Schuljahr 2014/15 auch in Herbrechtingen geben. Schulleiter Axel Krug sieht darin eine geeignete Reaktion auf den wachsenden Wettbewerb zwischen den Gymnasien. Zwar stehe das Buigen-Gymnasien besser als erwartet da und könne aktuell auf 69 Anmeldungen verweisen, nachdem es vergangenes Jahr 58 gewesen seien. „Nichtsdestotrotz müssen wir uns weiterentwickeln“, so Krug.

Um die Aufnahme in den Versuch beantragen zu können, musste die Stadt als Schulträger ins Boot geholt werden. Sie wiederum erfuhr jetzt die uneingeschränkte Rückendeckung des Gemeinderats. Zuvor hatte Hermann Schneider als zuständiger Abteilungsleiter am Buigen-Gymnasium eine Reaktion auf den wachsenden Fachkräftemangel angemahnt: „Eine stärkere naturwissenschaftliche Gewichtung entspricht den Forderungen der Landes- und der Bundesregierung und würde für uns als Schule ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis bedeuten.“ Das Interesse der Eltern bezeichnete Schneider als „sehr groß“.

Einen großen inhaltlichen Vorteil sieht Schneider darin, dass kein Curriculum – vereinfacht gesagt: die Lernziele und der Rahmen ihrer Vermittlung – vorgegeben ist, die Schule ein solches vielmehr selbst aufstellen und auf die zur Verfügung stehenden Bedingungen abstimmen kann.

Notwedige Räume stehen zur Verfügung

Krug zufolge sind die infrastrukturellen Voraussetzungen gegeben, da teilweise der Werkrealschule zuzurechnende Werk-, PC- und Praktikumsräume zur Verfügung stehen. Die sächlichen Anschaffungen könnten über das vorhandene Schulbudget erfolgen. Die erforderliche Mindestschülerzahl liegt bei 16.

Namens des gesamten Gemeinderats bezeichnete Peter Koptisch (Freie Wähler) ein stärkeres naturwissenschaftliches Profil als „vollkommen richtig mit Blick auf die Berufswünsche im Maschinenbauland Baden-Württemberg“. Die Befürchtung Albert Tschentes (CDU), aufgrund sinkender Nachfrage werde in absehbarer Zeit Latein aus dem schulischen Angebot verschwinden, teilte Krug. Ihn als Lateiner schmerze diese Entwicklung, da sie zweifelsohne einen kulturellen Verlust darstelle.

Allerdings stelle sich die Frage, ob die Schüler wegen Latein oder wegen ihres naturwissenschaftlichen Interesses an die Schule kämen. Außerdem zähle für sein Kollegium die inhaltliche Arbeit, „selbst wenn der doppelte Salto rückwärts zu G 9 anstehen sollte“, so Krug.

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