Herbrechtingen / Günter Trittner/Elena Kretschmer/Catrin Weykopf Der Sekt stand kalt, aber die Häppchen fehlten: So richtig war man in Herbrechtingen nicht darauf gefasst gewesen, dass im ersten Wahlgang eine Entscheidung fällt. Doch der 31-jährige Daniel Vogt hat’s geschafft. Die Zusammenfassung des Wahlabends samt allen Ergebnissen:

Als letzter der neun Kandidaten hatte er seine Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters abgegeben. Als am Sonntag um 18.34 Uhr der letzte der 17 Wahlbezirke ausgezählt war, durfte Daniel Vogt aufatmen.

2806 Herbrechtinger hatten ihr Kreuz hinter den Namen des derzeit amtierenden Bürgermeisters von Täferrot gesetzt. Überraschend abgeschlagen der zweite amtierende Bürgermeister unter den Kandidaten: Andreas Koptisch kam auf einen Wähleranteil von 25,2 Prozent. Sehr achtbar schlugen sich der Herbrechtinger Ralf Walter und die Bissingerin Annette Rabausch. 9,8 und 4,9 Prozent waren ihre Resultate.

Er habe auf einen Sieg im ersten Wahlgang gehofft, aber nicht damit gerechnet, bekannte Vogt in seiner Dankesrede. Begleitet von seiner Partnerin Varinia Koch hatte Vogt ab 18 Uhr im Sitzungssaal die Auszählung der Stimmen mit verfolgt. Das erste vom Rathaus Hausen gemeldete Ergebnis dürfte Vogt zunächst beunruhigt haben. Denn hier hatte Koptisch mit 41,9 Prozent die Nase klar vorn.

Der zweite Bezirk brachte die Wendung

Doch schon mit dem zweiten Stimmbezirk wendete sich das Blatt, nach dem siebten lag Vogt konstant über 50 Prozent. Als Andreas Koptisch gegen 18.25 Uhr in den Sitzungssaal kam, war die Entscheidung bereits gegen ihn gefallen.

Angesichts von neun Kandidaten, räumte Bürgermeister Dr. Bernd Sipple ein, habe man noch nicht an diesem Sonntag mit einer Entscheidung gerechnet: „Die Häppchen waren erst für den zweiten Wahlgang am 31. März vorgesehen.“ Aber die Verwaltung hatte einen Notfallplan.

Versteckt unter einem Tisch war doch Sekt kalt gestellt gewesen, sodass reihum auf den neuen Bürgermeister angestoßen werden konnte. „Ich freue mich riesig in die Fußstapfen eines so großartigen Mannes treten zu können“, meinte Vogt zu Sipple. „Ich werde mein Bestes für Herbrechtingen geben.“

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Unter den Gratulanten war auch Norbert Bereska. Als Sprecher der Bürgermeister im Landkreis hieß der Nattheimer Bürgermeister Daniel Vogt im Kreis der Kollegen willkommen. Ein dickes Lob spendete Sipple allen Bewerbern um seine Nachfolge. „Vor 800 Leuten im einen Saal zu treten, dazu braucht es Mut und Kraft.“ Durch ihr Mitwirken hätten sie die Demokratie in Herbrechtingen gestärkt.

Allgemein als enttäuschend wurde die niedrige Wahlbeteiligung von 49,3 Prozent empfunden. Als Sipple sich erstmals im Jahr 1995 als Kandidat beworben hatte, lag die Wahlbeteiligung bei 60 Prozent. Bei seiner letzten Wahl, in der Sipple als absoluter Favorit galt, lag sie bei 55 Prozent.

Die Herbrechtinger wollten auf Nummer Sicher gehen. Deswegen stimmten vier von fünf Wählern für einen der beiden Bürgermeister unter den neun Bewerbern. Ein Kommentar von Günter Trittner.

Das amtliche Endergebnis wird am Montagabend um 18 Uhr verkündet.

In einem Liveblog berichtete die HZ von der Ergebnisverkündung am Wahlabend. Hier der Blog zur Nachlese.

Der HZ-Liveblog zur Wahl in Herbrechtingen:

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Am Freitagabend, 8. März, hatten sich alle neun Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Herbrechtingen in der Oskar-Mozer-Halle vorgestellt. Hier der Abend als Video-Mitschnitt.

Wer will aus welchem Grund Bürgermeister werden und was haben die Kandidaten vor? Ein Steckbrief der Bewerber.

Neun Kandidaten, aber nur ein Kreuz: Was muss man zur Wahl mitrbingen und wohin geht man zum Wählen? Hier alle Infos rund um die Wahl am Sonntag.