Giengen / pm Die BSH Hausgeräte GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2018 mit 13,4 Milliarden Euro den zweithöchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte.

In einem herausfordernden Umfeld, geprägt von Wechselkursschwankungen und volatilen Märkten weltweit, konnte die BSH Hausgeräte GmbH im Geschäftsjahr 2018 mit 13,4 Milliarden Euro den zweithöchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte verzeichnen. Dies teilt das Unternehmen mit.

Wechselkursbereinigt entspricht das demnach einem Plus von knapp einem Prozent, auf Euro-Basis einem Rückgang von 3,2 Prozent. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 673 Millionen Euro. Sie liegen mit 5,0 Prozent des Umsatzes auf Rekordniveau. Die BSH verstärkt zudem ihre Kooperationen mit Start-ups.

„Nach acht Jahren mit starkem Wachstum haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr spürbar verändert: Die Entwicklung unserer Märkte ist volatiler geworden, gleichzeitig sehen wir einen stark zunehmenden Wettbewerb aus Asien sowie Herausforderungen und Veränderungen im Handel“, sagt Karsten Ottenberg, Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung. „In diesem Umfeld hat sich die BSH gut behauptet.“

Regionen unterschiedlich

Der weltweite Hausgerätemarkt stand 2018 weiterhin unter dem Einfluss vielfältiger politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Bei der BSH ist dies an den Umsatzentwicklungen der einzelnen Regionen ablesbar. Während sich der Umsatz in den BSH-Regionen Nordamerika (+ 2,5 Prozent) und Asien-Pazifik (+ 11,3 Prozent) positiv entwickelte, machten sich insbesondere in der Region T-MEA-CIS (Türkei, Naher Osten, Afrika, Russland und GUS- Staaten) deutliche Wechselkurseffekte bemerkbar, die zu einem Umsatzrückgang von 16 Prozent führten (+ 3,7 Prozent auf Basis der lokalen Währung).
In der Region Greater China (China, Hongkong, Taiwan) ist die BSH weiterhin der größte nicht-chinesische Hausgerätehersteller. Eine verminderte Nachfrage nach Konsumgütern sowie die Unsicherheit durch den Handelsstreit mit den USA belasteten jedoch die BSH-Umsatzentwicklung (- 5,7 Prozent).
In der Region Europa konnte die BSH ihre Position als Marktführer behaupten und die rückläufige Nachfrage der Konsumenten gut auffangen. In vielen Ländern Osteuropas sowie in Frankreich, Italien und den Niederlanden konnte die BSH dabei ihre Marktanteile im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern. Die Situation insbesondere in den Märkten Deutschland und Großbritannien belastete hingegen die Umsatzentwicklung in Europa, so dass diese in Summe knapp auf dem Vorjahresniveau blieb (- 1,2 Prozent). Insgesamt verzeichnet die BSH zum Jahresende 2018 einen stabilen Beschäftigungsstand mit weltweit rund 61.000 Mitarbeitern.

Rekordausgaben für Forschung

Auch im Jahr 2018 steigerte die BSH ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich. Dabei standen weiterhin digitale Technologien und Innovationen im Fokus. Im vergangenen Jahr hat der Hausgerätehersteller neben den 5,0 Prozent des Gesamtumsatzes für Forschung und Entwicklung auch 619 Millionen Euro (4,6 Prozent des Gesamtumsatzes) für Investitionen aufgewendet.

Die BSH investierte dabei stark in bestehende und neue Standorte, insgesamt in zehn Technologiezentren und Fabriken weltweit: Im chinesischen Chuzhou entstand eine neue Geschirrspülerfabrik, eine neue Trockner- und Ofenfabrik befinden sich im Bau. In Nordamerika, Europa und der Region Asien-Pazifik finanzierte die BSH sowohl die Erweiterung als auch den Neubau von Technologiezentren und Produktionsflächen: drei in den USA, eine in Indien, zwei in Polen sowie das Technologiezentrum für Elektronikentwicklung am deutschen Standort Traunreut.

Mit dem SystemMaster hat die BSH eine einheitliche digitale Steuerungseinheit für ihre vernetzten Hausgeräte entwickelt. Der neue Mikroprozessor und seine einheitliche Softwarearchitektur ermöglichen es Konsumenten, auf ihren vernetzten Hausgeräten digitale Services zu nutzen, Apps und Programme herunterzuladen sowie Software zu aktualisieren. Damit können Konsumenten in Zukunft auch während der Nutzungszeit an BSH-Innovationen für ihr Gerät teilnehmen. Im September 2018 wurden am Standort Dillingen die ersten Testgeräte (Geschirrspüler) mit SystemMaster gefertigt. Erste Geräte mit dieser neuen Plattform kommen ab 2020 in den Handel.

Home Connect ausgebaut

Mit Home Connect verfügt die BSH bereits seit 2014 über das weltweit größte digitale Ökosystem für die vernetzte Küche. Aktuell ist Home Connect in 34 Ländern vertreten. 37 Partner sind Teil der Home Connect Plattform und bieten ihre Dienstleistungen für vernetzte Hausgeräte an. Weitere Länder und Partner werden im Laufe des Jahres folgen. Konsumenten können künftig wählen, über welchen Kanal sie mit Home Connect interagieren wollen, sei es per App, Sprachsteuerung, Facebook-Messenger oder über sogenannte Wearables, etwa die Fitbit Smart Watch. So ermöglicht Home Connect dem Konsumenten einen persönlich effizienten Einstieg in die Welt der individuellen Zusatzdienstleistungen für seine vernetzten Hausgeräte.