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Bahnhofstraße
Herbrechtingen / Günter Trittner Möglicherweise bis zu 200 Flüchtlinge werden nach Herbrechtingen kommen. Der Eigentümer des Brenz-Hotels hat die gesamte Liegenschaft an der Bahnhofstraße der Landkreisverwaltung zur Miete angeboten. Für 29. Oktober ist eine öffentliche Informationsveranstaltung vorgesehen.

„Das wird ein ernstzunehmendes Thema“, meinte Bürgermeister Dr. Bernd Sipple bei der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend. Stadtrat Peter Koptisch (Freie Wähler) hatte nachgefragt, ob richtig ist, was er vom Hörensagen mitbekommen habe. Seitens der Kommune gebe es keine Möglichkeit zum Eingreifen, schilderte Sipple die rechtliche Situation. „Wir müssen sehen, dass wir das Beste daraus machen.“

Dazu gehört für Sipple auch, rasch ein Einvernehmen mit den beiden Kirchen herzustellen, die sich bisher schon in der Betreuung von Flüchtlingen in Herbrechtingen und Bolheim engagiert haben. An der Wedelstraße in Bolheim haben derzeit über 20 Flüchtlinge ihr Quartier.

Bei der Landkreisverwaltung bestätigt Peter Sinzel, der für das Immobilienmanagement zur Flüchtlingsunterbringung zuständig ist, dass ein Mietangebot für die gesamte Liegenschaft Bahnhofstraße 17 bis 21 vorliege. Man beabsichtige sukzessive dort Flüchtlinge einzuquartieren. Zuerst im Gebäude Nummer 21, da dort bereits einige Studentenwohnungen leer stünden. Ob es bis zu 200 Flüchtlinge werden können, die in dem Hotel Unterkunft finden, kann Sinzel nicht bestätigen. Das hänge entscheidend davon ab, ob Familien oder Einzelpersonen hierher verlegt würden.

Sinzel versichert, dass der Landkreis bereits jetzt den Schlüssel für die Wohnraumgröße anwende, den der Gesetzgeber erst ab 1. Januar 2016 für die Unterbringung von Flüchtlingen vorschreibe. Belegt werde so, dass für jede Person sieben Quadratmeter reine Wohnfläche zur Verfügung stehen. Derzeit werden noch 4,5 Quadratmeter als ausreichend erachtet. Für die Belegung und auch für deren Zeitraum, so Sinzel, gebe es aber noch keine konkreten Berechnungen.

Landkreisverwaltung und Stadtverwaltung haben bereits den 29. Oktober als Termin für eine öffentliche Informationsveranstaltung angesetzt. Näheres wird noch bekannt gegeben.

Aparterweise empfiehlt sich das Brenz-Hotel auf seiner Homepage als „erste Adresse für Ihr zweites Zuhause.“ Es verfügt nach eigenen Angaben über 22 Komfortzimmer, einen Konferenzraum, Wintergarten, Sonnenterrasse und ein Steakhouse. Dauermieter seien „gern erwünscht“.

Ihrerseits möchte die Stadtverwaltung gern ihre Obdachlosenunterkunft an der Pfarrstraße mit einer Gaszentralheizung ausstatten. Derzeit, so Dieter Frank, der Leiter des Fachbereichs Bau, seien die Zimmer jeweils mit Holz- und Kohleöfen ausgestattet. „Das kann bei den relativ kleinen Räume gefährlich sein.“ Mit dem Hauseigentümer will man über eine Kostenbeteiligung sprechen. Es geht um einen Betrag von 20 000 Euro.