Itzelberger / Gerhard Stock Vor neuer Gastronomie beim Minigolfplatz wollen die Bürger am Itzelberger See erst mal die ausufernden Parkprobleme gelöst sehen.

Kräftigen Gegenwind entfachten die Itzelberger am Mittwochabend in der Turnhalle angesichts des geplanten Neubaus einer Gaststätte beim Minigolfplatz. In dem Königsbronner Teilort hat man unverkennbar genug von den negativen Begleiterscheinungen der immens gewachsenen Besucherscharen, die an schönen Tagen dort Naherholung suchen.

Aufgrund nach wie vor ungelöster Parkprobleme hat sich insbesondere bei direkt betroffenen Anliegern viel Unmut angesammelt. Und dieser wurde in der sehr gut besuchten Versammlung auch kräftig artikuliert.

Diverse Sprecher machten unmissverständlich klar, dass aus ihrer Sicht nun die Grenze der Zumutbarkeit erreicht ist. Noch mehr Tourismus vertrage das Dorf nicht, die Einheimischen selbst hätten kaum mehr etwas von den Besonderheiten ihrer Heimatgemeinde. Jede Saison aufs Neue verursachen Autofahrer mit rücksichtsloser Parkerei für jede Menge Ärger, lassen sich weder von einem ausgefeilten Parkleitsystem noch von Bußgeldbescheiden aufhalten.

Sperrung nicht nur sonntags

1066 Verwarnungen gab es 2018, zwei Drittel davon fielen allein an der Uferstraße an, wo sich das Knöllchenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr glatt verdoppelt hat. „Einfach nicht angenommen“ wird von den auswärtigen Seebesuchern der an Wochenenden von der Allgemeinheit nutzbare große Firmenparkplatz bei C.F. Maier. Auf der Suche nach möglichst ufernahen Stellplätzen stoßen Autofahrer stattdessen stets so weit vor wie nur irgendwie machbar.

Auch die Gemeinde sehe sich mittlerweile mit ihrem Latein am Ende, räumte Bürgermeister Michael Stütz ein. Selbst am See wohnend und täglich mit den Verkehrsproblemen konfrontiert, sprach er sich dafür aus, die Uferstraße sowie die Alleestraße und eventuell auch die Itzelberger Straße komplett für Besucherverkehr zu sperren, und das nicht nur sonntags. Womit dann auch eine Zufahrt zum Minigolfplatz nicht mehr möglich wäre. „Oder aber wir machen die wenigen Plätze direkt am See sehr teuer“, war ein weiterer Gedanke.

Unter diesen Vorgaben sollen sich Experten nun nochmals mit der Verkehrs- und Parkplatzsituation am Itzelberger See befassen. Mit aufgegriffen werden soll dabei die Anregung der Bürger, die seenahe große Wiese vor der Firma Speth durch Anpachten als Parkgelände zu erschließen, sofern möglich. Darüber hinaus wollte man in der engagierten Diskussion nichts ausschließen, von Parkwächtern über Parkautomaten bis zum Platzieren von Findlingen. Hauptsache, die Blechlawine wird gebändigt, was zum Beispiel im Eselsburger Tal ja auch gelungen sei.

Erst wenn hier ein Durchbruch erreicht wird, will man sich weiter ernsthaft mit der von Nick Oelkuch geplanten Modernisierung der Gastronomie am Minigolfplatz befassen. Der Bürgermeister kann sich diese bisher umgekehrt praktizierte Reihenfolge vorstellen, machte aber zur Bedingung, dass die angekündigte Unterschriftensammlung gegen das Projekt „Groß-Gastronomie“ solange zurückgestellt wird.

Anbau für bis zu 100 Gäste

Worum geht es genau? Nick Oelkuch will familienintern den seither saisonabhängigen Freizeitbetrieb am See übernehmen und insbesondere die Gastronomie so erneuern und erweitern, dass künftig ganzjährig etwa 100 Personen „mit einfachen regionalen Gerichten““ bewirtet werden können. Und zwar unabhängig von der Witterung, um eine Existenzgrundlage für seine Familie zu schaffen. Hierzu sei der Anbau einer zehn mal 15 Meter großen Hütte vorgesehen, plus Küche, Kühlraum und WC. Gebaut werden soll auf dem Gelände der Pit-Pat-Anlage. Das Grundstück, so ließ der Bürgermeister auf Anfrage wissen, habe die Gemeinde von der Härtsfeld-Albuch-Wasserversorgung gepachtet und an Oelkuch unterverpachtet.

Von einer Groß-Gastronomie könne also keine Rede sein, befand der Bürgermeister. Er sieht das Vorhaben als Chance, einen etablierten Freizeitbetrieb am Ort zu erhalten und gleichzeitig der an rapidem Wirtshausschwund leidenden Gemeinde eine Einkehrmöglichkeit zu sichern. Die Alternative dazu sei über kurz oder lang die Schließung des Minigolfplatzes, was seiner Überzeugung nach aber die Parkprobleme nicht lösen würde: „Der Besucherdrang zum See wird derselbe sein.“

Dieser Einschätzung widersprachen die Itzelberger massiv und äußerten sich überwiegend kritisch zu dem Neubauvorhaben. Nicht nur weil die vorgeschriebenen Parkplätze mangels Fläche nicht ausgewiesen werden können. Auch die in der Präsentation als Holzmodell vorgestellte geplante „Almhütte“ selbst wurde als „sehr, sehr hässlich“ bezeichnet.

Antrag auf zwei weitere Boote

Während dieses Vorhaben Oelkuchs grundsätzlich noch völlig offen und nur über einen Bebauungsplan zu realisieren ist, ärgert sich mancher über längst nicht mehr zu ändernde Tatsache. Mehrfach musste der Bürgermeister einem Kritiker erklären, dass der Betrieb des Bootsverleihs mit derzeit zehn Ruder- und Tretbooten sowie einem teilbaren Floß rechtens ist. Dessen Genehmigung als Sondernutzung durch das Landratsamt Heidenheim nach entsprechender Zustimmung durch den Gemeinderat sei absolut sauber gelaufen.

Öffentlich noch nicht bekannt war an diesem Abend, dass nun zwei weitere Boote zugelassen werden sollen. Dieser Antrag der Familie Oelkuch steht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 21. März 2019.

Der Betreiber des Minigolfplatzes am Itzelberger See hält Ängste vor einer „Groß-Gastronomie“ für übertrieben. Wie sehen Königsbronner Kommunalpolitiker die geplante Erweiterung?

Was den Itzelbergern sonst noch auf den Nägeln brennt

Eine Schließanlage mit Zeitschaltuhr soll künftig die öffentliche Nutzbarkeit der von der Gemeinde neu geschaffenen WC-Anlage am See deutlich erweitern. Bisher ist diese per Vertrag an die Öffnungszeiten des Minigolfplatzes gekoppelt.

Neu verpachtet wurde der Kiosk am See, dessen Betreiber für Gäste außen bestuhlen dürfen. Genehmigt seien drei Tische mit je sechs Stühlen. „Was ist schon dabei“, konnte der Bürgermeister Kritik daran nicht nachvollziehen.

Nächtliches Grillen am See dagegen sei verboten, bekundete die Verwaltung auf Anfrage und will diesem Hinweis nachgehen.

Noch offen sei die künftige Verwendung des Grundschulgebäudes, für das sich die Forstverwaltung interessiert. Ob Königsbronn im Zuge der Forstreform eventuell wieder ein Forstamt bekommt, entscheide das Land.

Eine Million Euro will Königsbronn in die Sanierung der Itzelberger Turnhalle stecken. Wegen Fristverlängerung für einen beantragten Bundeszuschusss dauert das aber noch.

Bahnfahrer müssen sich darauf einstellen, dass Itzelberg nur noch als als Bedarfshaltestelle ausgewiesen ist. Wegen schlechter Information sei dies längst noch nicht allen Nutzern geläufig.