Heidenheim Breitbandversorgung in der Wirtschaft lückenhaft

Die Versorgung mit Breitband bei Handwerksbetrieben könnte besser sein.
Die Versorgung mit Breitband bei Handwerksbetrieben könnte besser sein. © Foto: Archiv
Heidenheim / HZ 07.08.2018
Im Oktober kommt die verpflichtende elektronische Vergabe für die Handwerksbetriebe, wofür schnelle Übertragungsraten von großem Vorteil sind.

Das Handwerk ist angewiesen auf flächendeckende Breitbandversorgung. Es kann ansonsten nicht mehr teilhaben am Wirtschaftsleben und keine Aufträge mehr erhalten, bearbeiten und erfüllen oder mit weiteren Beteiligten am Produkt kommunizieren. Für die Digitalisierung des Handwerks macht die kommende verpflichtende E-Vergabe ab 18. Oktober einen wichtigen Schritt, allerdings ist eine Breitbandversorgung für diese Nutzung unerlässlich. „Mit der E-Vergabe bietet sich die Chance, Aufträge schneller und zielgerichteter zu vergeben und damit Zeit und Kosten einzusparen“, so Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm. „Die von der Politik versprochene flächendeckende Versorgung ist aber noch lückenhaft. Diese Lücke gilt es zu schließen, damit unsere Betriebe weiterhin ihre Kunden versorgen können.“ Danach muss der gesamte Vergabeprozess umgestellt sein auf die E-Vergabe und findet dann tatsächlich im Breitbandnetz statt. Ab diesem Zeitpunkt muss die Verbindung ins Dorf des Handwerkers stehen.

Verfügbarkeit eingeschränkt

„Die Verfügbarkeit auf Breitbandinternet ist gerade in ländlichen Regionen manchmal eingeschränkt. Unsere Betriebe digitalisieren sich – wenn man sie denn lässt. Manchmal gibt es nicht mal eine belastbare Mobilfunkstruktur“, so Krimmer. Eine hohe Übertragungsrate sei von Vorteil, gerade bei großem Umfang der Unterlagen. Städte wie Heidenheim oder Geislingen seien zu 95 Prozent mit mehr als 50 Mbit/s versorgt. Städte wie beispielsweise Ulm und Aalen seien mit einer Breitbandverfügbarkeit mit mehr als 50 Mbit/s zu 75 bis 95 Prozent ausgestattet.

Auch Erbach oder Bad Waldsee haben mit durchschnittlich 50 bis 75 Prozent eine gute Breitbandverfügbarkeit von 50 Mbit/s. Dies zeigt laut Kammer, wie die Digitalisierung voranschreitet. Es habe sich schon viel getan. Jedoch müssten die vorhandenen und zum Teil noch großen Lücken geschlossen werden. Einzelne kleine Gemeinden wie beispielsweise Heroldstatt oder Limpach (Deggenhausertal) haben nur zu 0 bis 10 Prozent eine Verfügbarkeit von über 50 Mbit/s. „Handwerksbetriebe in den Regionen, auf dem Land dürfen nicht ausgegrenzt werden. Es müssen überall gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen“, so Krimmer. „Damit das Internet nicht zum K.-o.-Kriterium wird.“ Schließlich würden viele Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg die Versorgung der Bürger im Land sichern. Krimmer: „Es wäre sehr schade, wenn solche Standortfaktoren über die Zukunft eines Betriebes entscheiden.“

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