Nattheim Boom beim Grundstücksverkauf stärkt Haushalt

Nattheim / Jens Eber 06.10.2018
2017 brachte für die Gemeinde Nattheim ein deutlich besseres Ergebnis als erwartet.

Nattheim. Exakt 313 Seiten umfasst die Jahresrechnung der Gemeinde Nattheim für das Jahr 2017. Sie ist nicht nur die Nagelprobe, ob die Kämmerei in ihrem Haushaltsplan die richtigen Annahmen getroffen hatte, sondern auch eine Art Bilanz des Rathauses als wirtschaftender Betrieb.

In dieser Bilanz verwies Gudrun Schmid als stellvertretende Leiterin der Finanzverwaltung zunächst auf ein kräftiges Plus bei den Steuereinnahmen. 2017 nahm die Gemeinde 1,72 Millionen Euro Gewerbesteuer ein, geplant waren 1,6 Millionen. Damit wurde laut Schmid der zweithöchste Wert nach dem Rekordjahr 2008 erreicht. Auch die Grundsteuer lag gut 15 000 Euro über dem Planansatz. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer übertraf den Planansatz um mehr als 290 000 Euro (insgesamt 3,8 Millionen Euro).

Dass im Gegenzug die Personalausgaben um 92 000 Euro niedriger als geplant lagen und insgesamt knapp 3,6 Millionen Euro betrugen, lag offenbar an mehreren längeren Erkrankungen von Gemeindemitarbeitern.

Einen regelrechten Boom gab es in Nattheim 2017 beim Grundstücksverkauf. Einnahmen von 1,96 Millionen Euro waren hier bereits eingeplant, am Ende verzeichnete die Kämmerei 2,8 Millionen Euro an Grundstückserlösen.

Das insgesamt verbesserte Einnahmeergebnis spiegelte sich so auch in der Zuführung an den Vermögenshaushalt wieder, also quasi am erwirtschafteten Überschuss, den die Verwaltung in Investitionen stecken konnte. Anstatt der geplanten 578 000 Euro überwies die Kämmerei 1,14 Millionen Euro an den Vermögenshaushalt.

Aus diesem wurden unter anderem 2,5 Millionen Euro für die Sanierung des Bildungszentrums Wiesbühl verwendet. Gut eine Million Euro floss in die Erschließung des Baugebiets Riederberg III.

Im Gemeinderat gab es naturgemäß keine Kritik an diesem Ergebnis. „Das ist hervorragend gelaufen“, sagte Günther Paschaweh für die Fraktion der SPD und Unabhängigen. Die Gemeinde stehe aber weiterhin vor großen Aufgaben. So sind auch im laufenden Jahr Millionenausgaben für das Bildungszentrum aufgelaufen, zudem stehen im Ramensteinbad Investitionen an. Zugleich bat Paschaweh zu prüfen, warum die Zuschüsse für den Breamahock in den vergangenen Jahren auf zuletzt 46 000 Euro gestiegen seien. Ihm gehe es nicht darum, das Fest an sich in Frage zu stellen, man solle aber darüber sprechen, wie die Kosten gesenkt werden könnten.

Auch Wolfgang Bernhard (BWV/CDU) freute sich über das „gute Ergebnis“. Er sei froh, dass der Gemeinderat keine Erhöhung des Gewerbesteuer-Hebesatzes beschlossen habe: „Das geht auch so.“ Bernhard erinnerte aber daran, dass der üppige Bauplatzverkauf endlich sei.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel