Sontbergen Gläserne Produktion: Riesiger Andrang auf dem Dauner-Hof

Wer traut sich ganz nah ran? Beim Aktionstag auf dem Biohof Dauner hatten Groß und Klein am Sonntag die Gelegenheit, Landluft zu schnuppern. Weitere Bilder unter www.hz.de
Wer traut sich ganz nah ran? Beim Aktionstag auf dem Biohof Dauner hatten Groß und Klein am Sonntag die Gelegenheit, Landluft zu schnuppern. Weitere Bilder unter www.hz.de © Foto: Sabrina Balzer
Sontbergen / Laura Strahl 08.07.2018
Mit einem Aktionstag auf dem Hof von Familie Dauner in Sontbergen wurde am Sonntag der offizielle Auftakt der Bio-Musterregion gefeiert. Das Interesse war enorm.

Wir fangen nicht bei Null an. Aber wir haben noch viel vor.“ Dass in diesen beiden Sätzen von Heidenheims Landrat Thomas Reinhardt einiges an Wahrheit steckt, war am Sonntag nicht zu übersehen. Beim Aktionstag „Gläserne Produktion“ auf dem Biohof von Familie Dauner in Sontbergen, der auch als Auftaktveranstaltung für die Ernennung des Landkreises zur Bio-Musterregion diente, konnten sich die Besucher ein Bild davon machen, wie im Landkreis Heidenheim bereits erfolgreich Bio-Landwirtschaft betrieben wird.

Zudem kündigte Landrat Reinhardt an, dass in der Musterregion künftig ein Regionalmanager dafür sorgen soll, ökologischen Landbau weiter voranzutreiben. Voraussichtlich im September oder Oktober soll der neue Mitarbeiter am Landratsamt seinen Dienst antreten.

Die Umsetzung von Ideen und deren Koordination, so Reinhardt, zähle zu den Aufgaben des Managers. Ziele habe man sich bereits genug gesetzt. So wolle man etwa mehr Bildungsarbeit in der Sache betreiben und letztlich erreichen, dass künftig mehr biologisch und/oder regional produzierte Lebensmittel auf den Tellern der Kreisbewohner zu finden sind – im Restaurant und zu Hause. Verringern wolle man hingegen die Menge an Lebensmitteln, die verschwendet werden bzw. im Müll landen. Reinhardt: „Das ist skandalös, das muss sich ändern.“

Dass aber nicht jeder Landwirt seinen Betrieb auf Bio umstellen und nicht jeder Kunde ausschließlich Bio-Produkte kaufen kann, auch das erkannte Reinhardt an. „Konventionelle Landwirtschaft ist unverzichtbar.“ Grünen-Landtagsabgeordneter Martin Grath bekräftigte: „Es gibt keine gute und schlechte Landwirtschaft.“ Durch die Ernennung zur Bio-Musterregion aber habe man die Möglichkeit, die Wertschätzung für Lebensmittel an sich und die Arbeit der Landwirte massiv zu stärken. „Wir werden regionale Produkte voranbringen – egal ob konventionell oder bio“, zeigte sich Grath überzeugt.

In Vertretung von Minister Peter Hauk appellierte auch Grit Puchan, Ministerialdirektorin am Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, an die Besucher, sich für regionale Produkte zu entscheiden.

Diese seien nicht nur hochwertig und aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern auch wichtig für den Erhalt der hiesigen Kulturlandschaft. Die Entscheidung des Landes, Heidenheim zu einer von Bio-Musterregionen zu ernennen, jedenfalls sei richtig gewesen. „Das Konzept hat überzeugt“, so Puchan. Auch weil darin der Gewässerschutz eine wichtige Rolle spiele.

Konzept kommt gut an

Das Konzept für den Aktionstag auf dem Biohof fand am Sonntag ebenfalls Anklang: Bei bestem Sommerwetter nutzten die erwarteten 2000 bis 3000 Besucher die Gelegenheit, ganz nah dabei zu sein.

Zum Beispiel bei einem Gang durch den Kuhstall, bei Führungen und während Rundfahrten über die Felder. Oder aber an den zahlreichen Info-Ständen verschiedener Bio-Verbände sowie Anbieter von Bio-Produkten und Gewerbetreibender rund um Landwirtschaft und Ernährung. Alles in allem ein riesengroßes Fest für den gerade mal 55 Einwohner zählenden Ort.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel