Sontheim/Brenz Bekommt jetzt auch Sontheim ein Dorfauto?

In Sontheim wird über die Installation einer Ladesäule für Elektroautos nachgedacht. Dort könnte dann unter anderem das ebenfalls zur Debatte stehende Dorfauto aufgeladen werden.
In Sontheim wird über die Installation einer Ladesäule für Elektroautos nachgedacht. Dort könnte dann unter anderem das ebenfalls zur Debatte stehende Dorfauto aufgeladen werden. © Foto: privat
Sontheim/Brenz / Laura Strahl 13.03.2018
Die Gemeinde will sich mit der ENBW/ODR und einem Autohaus Gedanken über eine E-Ladesäule und die Anschaffung eines Dorfautos machen.

In Gerstetten bietet das Elektro-Dorfauto seit November eine Alternative zum eigenen Pkw. Jetzt macht das Car-Sharing-Modell des Energieanbieters ENBW/ODR und des Autohauses Baur aus Mutlangen offenbar Schule: Nachdem bereits in Steinheim darüber nachdenkt, steht die Anschaffung eines gemeinsam genutzten Elektrofahrzeugs auch in Sontheim/Brenz zur Debatte. Aktuell überlegt die Verwaltung mit der ENBW/ODR, wo die dafür notwendige Elektro-Ladesäule installiert werden könnte. Möglich wären als Standort beispielsweise die Bereiche Rathaus und Bahnhof.

Planung und Betrieb dieser öffentlichen Säule würde die ENBW/ODR übernehmen, die Gemeinde Sontheim müsste dem Unternehmen dafür lediglich den Parkraum überlassen. Und zwar laut Philipp Röhrer, bei der ENBW Ostwürttemberg Donauries in Ellwangen zuständig für den Bereich kommunale Beziehungen, idealerweise für einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren. An der Säule könnte dann jedes Elektrofahrzeug aufgeladen werden – also nicht nur das angedachte Car-Sharing-Dorfauto.

Ein Bus für die Vereine?

Dieses wiederum könnte genau wie in Gerstetten ein Nissan Leaf sein oder aber ein Bus, der dann auch von Vereinen genutzt werden könnte. Wie Autohaus-Geschäftsführer Reimund Baur sagt, richte man sich bei der Art des Fahrzeugs ganz nach den Bedürfnissen der Gemeinde. Zudem übernehme das Autohaus die laufenden Kosten für den Pkw, etwa für Winterreifen und Pflege, und garantiere den Austausch des Fahrzeugs im Abstand von zwei bis drei Jahren. „Dann ist es immer auf dem aktuellen technischen Stand.“

Bei der Technik kommt allerdings auch die Gemeinde wieder ins Spiel: Für Anschaffung und Installation eines Satellitenempfangssystems müssten einmalig rund 4000 Euro bezahlt werden. Zudem würden auch Information über bzw. Ausgabe der Chipkarten, die zur Nutzung des Dorfautos berechtigen, im Rathaus für Arbeit sorgen. Aus Sicht von Bürgermeister Matthias Kraut ist die Idee an sich dennoch keine schlechte: „Es ist der richtige Weg, um den Menschen E-Fahrzeuge schmackhaft zu machen. Allzu viel Aufwand würde es nicht bedeuten.“

Wie hoch wäre die Auslastung?

Ob sich die Sontheimer aber auf dieses neue Mobilitätsmodell einlassen würden? Reimund Baur weiß: „Man braucht einen gewissen Anlauf, bis es von den Bürgern angenommen wird.“ So müsse man müsse den Leuten erst einmal zwei bis drei Jahre Zeit geben, um sich mit dem Car-Sharing-Modell zu arrangieren. Als Nutzer des Autos könne aber auch die Gemeindeverwaltung selbst für Auslastung sorgen, oder aber ein Fahrdienst à la „Rentner fahren Rentner“ wie er auch in Sontheim vom Ortsseniorenrat angeboten wird. So erhoffe man sich eine Auslastung von mindestens 20 Prozent/24 Stunden, wisse aber aus anderen Gemeinden, dass zwischen fünf und weit über 20 Prozent alles möglich ist.

„Unser Ziel ist es, ein Umdenken zu erreichen“, sagt Baur. Wer sein eigenes Auto nur selten brauche, könne mit dem Car-Sharing-Modell deutlich günstiger fahren. Hätten diesen Gedanken erst einmal genügend Pkw-Fahrer verinnerlicht, sagt Baur, könne er sich für eine Gemeinde in der Größenordnung Sontheims vorstellen, bis zu sechs Fahrzeuge zu betreiben.

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