Heuchlingen Bekommt Heuchlingen eine Event-Alm?

Der Ausschuss für Umwelt, Bauwesen und Verkehr tourte durch Hauptgemeinde und Teilorte. Der geplante Standort für die Event-Alm stand ebenfalls auf dem Programm.
Der Ausschuss für Umwelt, Bauwesen und Verkehr tourte durch Hauptgemeinde und Teilorte. Der geplante Standort für die Event-Alm stand ebenfalls auf dem Programm. © Foto: Christine Weinschenk
Heuchlingen / Christine Weinschenk 13.07.2018
Ein Herbrechtinger Unternehmer möchte unterhalb des Sportplatzes eine Almhütte für größere Veranstaltungen bauen.

Heuchlingen möchte sich aufübschen und sammelt dafür gerade Ideen – auf einen Investor übt das 800-Einwohner-Dörfchen offenbar bereits jetzt starken Reiz aus. Im Südwesten von Heuchlingen, unterhalb des RSV-Sportgeländes, möchte die bisher in Herbrechtingen ansässige Hensel OHG Catering & Operating eine Event-Alm errichten.

Der Ausschuss für Umwelt, Bauwesen und Verkehr (UBV) besah sich am Dienstag das Gelände im Gewann Steigwiese vor Ort. Landschaftlich sei die Wahl des Investors durchaus nachvollziehbar, so Bauverwaltungsamtsleiter Fabian Oßwald und meinte den Blick ins Hungerbrunnental. Gebaut im alpenländischen Stil soll die Location mit Platz bis zu 250 Personen für Hochzeiten und andere Feste gemietet werden können. Geplant sind neben der Almhütte auch ein Grillplatz, ein Biergarten und ein Kinderspielbereich. Dafür möchte der Investor ein gemeindeeigenes Stück Land in der Größe von rund 5000 Quadratmetern erwerben.

Schon zweimal war das Vorhaben Thema

Der Heuchlinger Ortschaftsrat hatte sich bereits zwei Mal mit dem Thema auseinandergesetzt. Zunächst nichtöffentlich, dann öffentlich. Bei der öffentlichen Sitzung fand auch eine Bürgerfragestunde in Anwesenheit des Investors, Frank Hensel, statt. „Es soll kein klassischer Gastronomiebetrieb werden, der jeden Tag geöffnet hat, sondern nur bei Events und auf Bestellung“, so Ortsvorsteherin Marianne Renner. Da die Hensel OHG nahegelegene Unternehmenskantinen mit Essen beliefere, möchte man auch die Großküche von Herbrechtingen nach Heuchlingen verlagern. Der Ortschaftsrat habe „einen Gewinn für alle“ gesehen und einstimmig für die Ansiedlung votiert.

„Ein Leuchtturmprojekt“

Franz Kraus (FWV) ergänzte, dass die Hensel OHG derzeit elf Personen, darunter vier Köche, beschäftigt. In Heuchlingen möchte man offenbar den Personalbestand um zehn Teilzeitkräfte in Service und Küche sowie zwei Vollzeitkräfte aufstocken. Kraus bezeichnete die mögliche Ansiedlung als Leuchtturmprojekt. „So etwas gibt es bei uns noch nicht. Das wäre ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.“

Andreas Müller (CDU) stellte die Frage, ob mit dem Projekt Tür und Tor für weitere Bauherren geöffnet würden. Bürgermeister Roland Polaschek: „Nur wenn wir es wollen. Nicht jeder x-beliebige kann im Außenbereich etwas Ähnliches machen.“ In diesem Projekt sehe er jedoch eine Bereicherung. „Damit kriegen wir eine zusätzliche Attraktion am Ort. Aber spruchreif wird es erst, wenn der Gemeinderat mitmacht.“

Georg Jäger (KWG) regte an, die Heuchlinger selbst über das Projekt entscheiden zu lassen. Ortsvorsteherin Renner sah dazu keinen Grund. Die Event-Alm sei bereits Dorfgespräch und sie habe nicht gehört, dass jemand strikt gegen das Projekt sei.

Da das Gelände außerhalb der Ortschaft liegt und damit kein Bauland ist, muss laut Fabian Oßwald zunächst der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Im nächsten Schritt will die Gemeinde mit dem Investor die Rahmenbedingungen klären und im Anschluss mit den Fachbereichen des Landratsamtes in Verbindung treten, um abzuklopfen, welche Gutachten notwendig sind. Oßwald: „Im Laufe von etwa einem Jahr könnte man viel auf den Weg bringen.“

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