Gerstetten Bandlift-Festival: Zum dritten Mal am Gerstetter Skihang

Der Musik am Skihang lauschen: Das Bandlift-Festival macht's möglich. Drei Bühnen, ein Contest und zahlreiche andere Live-Bands sorgen an den insgesamt fünf Tagen für Stimmung im Tal in Gerstetten.
Der Musik am Skihang lauschen: Das Bandlift-Festival macht's möglich. Drei Bühnen, ein Contest und zahlreiche andere Live-Bands sorgen an den insgesamt fünf Tagen für Stimmung im Tal in Gerstetten. © Foto: Archiv/Jens Eber
Gerstetten / Tina Lischka 22.06.2018
Zum dritten Mal findet das Spektakel des Musikvereins Gerstetten am Skihang statt. Wie die Macher auf diesen Veranstaltungsort gekommen sind und was ein Geburtstag damit zu tun hatte.

Sebastian Jäger feiert gerne – daraus macht der 28-jährige Gerstetter kein Geheimnis. Deshalb fallen seine Geburtstags-Partys schon mal etwas größer aus. Blaskapellen und Bands dürfen bei einem Vollblutmusiker, wie Jäger einer ist, nicht fehlen. Und wenn's zu Hause zu eng für die große Sause wird, lässt sich das Ganze auch nach Draußen verlagern. So war es auch vor einigen Jahren, als aus der speziellen Geburtstagsparty am Gerstetter Skihang die Idee für eine noch viel größere Veranstaltung hervorging: das Bandlift-Festival.

Das Ziel des Festivals ist es, jungen Musikern, Bands und Blaskapellen aus der Umgebung eine Plattform zu bieten. Darauf legt Jäger besonders viel Wert. Er selbst macht Musik und ist unter anderem Mitglied im Musikverein Gerstetten, bei „Erpfenbrass“ und „Ma'cappella“. Bei einem Contest können sich die Nachwuchsmusiker deshalb messen oder einfach nur als Gig zwischendurch auf der Bühne stehen. Was 2015 klein und an nur zwei Tagen begonnen hat, ist im darauf folgenden Jahr schnell auf drei Festivaltage angewachsen. „Im zweiten Jahr hatten wir bereits 200 Bewerbungen von Bands, die am Wettbewerb teilnehmen wollten“, erinnert sich Jäger.

Fünf Tage Festival

In diesem Jahr legt die Party am Skihang noch eine Schippe drauf. Etwa 70 Bands und Kapellen werden in Gerstetten die drei Bühnen rocken. Und auch das Rahmenprogramm wurde erweitert. So kommt das Festival auf insgesamt fünf Tage. Geschuldet ist das der Fußball-WM. Dienstag und Mittwoch (10. und 11. Juli) gibt es deshalb vorab ausschließlich Public-Viewing. „Man muss die Leute rechtzeitig abholen und etwas bieten“, erklärt Jäger. Am Freitag, 13. Juli, beginnt dann der Band-Contest-Vorentscheid. Am Contest selbst nehmen nur etwa 15 Gruppen teil, die restlichen rund 50 Bands sind aus der Region und sorgen zwischendurch auf den anderen Bühnen und während der Contest-Pausen für Stimmung.

Unter den Bands befinden sich auch die Sieger der vergangenen Jahre, Bands die Soul-, Funk- oder Blasmusik machen und sogar eine Truppe aus Indien. „Die haben wir mit „Erpfenbrass“ auf einer Reise nach Indien kennengelernt“, freut sich Jäger. Für das Bandlift reist die vierköpfige Band nun extra nach Deutschland.

Wichtig ist für Jäger, dass Bandlift kein Standard-Blasmusikfest sein soll. „Wir wollen damit eine breite Masse ansprechen und nicht nur Covermusik präsentieren“, unterstreicht er. „Das Bandlift-Festival ist für Musikschaffende.“ Und die haben auch am Samstag noch genügend Zeit, sich auf den Bühnen zu zeigen. Das Programm wird schon am Vormittag beginnen und um einen weniger musikalischen Wettbewerb erweitert, an dem jeder teilnehmen kann. „Die Alblandgames in der Zeltkirche sind im vergangenen Jahr so gut angekommen, deshalb bieten wir das auch bei Bandlift an“, sagt Jäger. In den Disziplinen Matratzenweitwurf, Baumstammtragen oder Torwandschießen am Hang können die Besucher schon ab 10 Uhr ihre Kräfte messen. Weiter geht's am Nachmittag mit Fußball und Public-Viewing, bevor dann am Abend der Wettbewerb fortgesetzt wird und das Finale folgt. Zu später Stunde wird das musikalische Programm zudem um Techno-Musik und DJs erweitert – „So ist für jeden etwas dabei“, sagt Jäger.

Ein Tag nur für Blasmusik

Doch damit nicht genug: Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Blasmusik. Nach dem ökumenischen Gottesdienst mit dem Bezirks-Jugendposaunenchor um 10 Uhr findet das Musikantentreffen am Skihang statt. Kapellen wie „Meeblech“, das Polkaprojekt des Vereins Hepp Süddeutschland, der Musikverein Auernheim und viele mehr sind dann zu hören. Außerdem wartet auf jeden, der zum Musikertreffen in der Uniform seines Musikvereins erscheint, ein besonderes Schmankerl. Mit einem weiteren Public-Viewing geht am Sonntag, 15. Juli, das Festival dann zu Ende.

Ein Festival, viele Helfer

Dass in den fünf Tagen ein Berg an Arbeit steckt, dürfte klar sein. Bereits im September 2017 hat das vierköpfige Organisationsteam um Jäger deshalb mit den Vorbereitungen begonnen. Unterstütz werden sie dabei von ihrem Verein, dem Musikverein Gerstetten. 150 Leute gehören zum eingeschworenen Helfer-Team.

Und obwohl die Zusammenarbeit gut ist, man das Festival bislang erfolgreich über die Bühne gebracht hat, gibt es doch immer wieder Probleme, mit denen man zu kämpfen hat. „Das Sponsoring ist nicht leicht“, weiß Pressewartin Rita Halbauer. Man könne das kleine Festival noch lange nicht mit den großen seiner Art vergleichen, immerhin ist das Motto: umsonst und draußen.

Außerdem muss aufgebaut, abgebaut und bewirtet werden. Hier kommen weitere Helfer ins Spiel: Zum Beispiel fährt die Feuerwehr für die fünf Tage extra Wasser ins Tal. Und dass das Festivalgelände in einem Landschaftsschutzgebiet auch bestimmten Auflagen unterliegt, macht die Aufgabe für die Organisatoren nicht leichter. Das ist der Grund dafür, dass das Festival nur alle zwei Jahre stattfindet – „Alles andere würde sich nicht lohnen“, sagt Jäger.

Trotzdem wird das Ganze immer größer. „Man muss schließlich mit der Zeit gehen“, sagt er und freut sich darüber, dass man in diesem Jahr campen kann. Wenn dann alles gut läuft, tritt für Sebastian und Jan Jäger, Wolfgang und Jürgen Berger der „Optimalfall“ ein. Der da wäre? „Im Optimalfall haben wir nichts mehr zu tun und trinken stattdessen Bier“, sagt Jäger und lacht.

Das Bandlift-Programm auf einen Blick

An fünf Tagen verwandelt sich der Gerstetter Skihang wieder in eine große Spielwiese für Musikliebhaber. Bereits zum dritten Mal geht dann das Bandlift-Festival über die Bühne.

Musikalisch wird es allerdings erst ab Freitag, 13. Juli. Denn dann beginnt der Bandcontest-Vorentscheid ab 17 Uhr. Am Dienstag, 10. Juli, und am Mittwoch, 11. Juli, wird ausschließlich Public-Viewing mit dem Halbfinale der Fußball-WM in Russland ab 20 Uhr zu sehen sein.

Am Samstag, 14. Juli, folgt dann der zweite Teil des Wettbewerbs ab 18 Uhr. Und auch das Contest-Finale wird im Anschluss zu sehen sein. Wer gewinnt, entscheidet eine Jury. Davor finden ab 10 Uhr die Alblandgames in Zusammenarbeit mit dem CVJM statt. Und um 16 Uhr gibt es auch noch einmal ein Public-Viewing.

Am Sonntag, 15 Juli: Ökumenischer Gottesdienst mit dem Bezirks-Jugendposaunenchor ab 10 Uhr und im Anschluss findet das Musikantentreffen statt, bei dem unterschiedliche Kapellen auftreten. Den Abschluss macht das Finale der Fußball-WM ab 17 Uhr.

Bilder vom Bandlift-Festival 2015 gibt’s unter www.noise-online.de

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