Gerstetten Bandlift-Festival: Es ging um mehr als um den Sieg

Gerstetten / Joelle Reimer 15.07.2018
Sechs Bands traten am Samstag am Gerstetter Skihang gegeneinander an – dabei ging's viel mehr um die Musik an sich, als ums Gewinnen.

Zwei Bühnen, ein Zelt, bestes Sommerabendwetter und einen Skihang, auf dem es sich die Besucher gemütlich machen können: Mehr braucht es eigentlich nicht, damit das Bandlift-Festival in Gerstetten ein Erfolg wird. Und mehr brauchte es auch am zurückliegenden Wochenende nicht, an dem das gar nicht mehr so kleine Festival bereits zum dritten Mal stattgefunden hat – wobei das Wichtigste natürlich noch erwähnt werden sollte: die Musik.

Denn genau das stand von Anfang an und steht auch heute noch im Vordergrund des Bandlift-Festivals: jungen Musikern, Bands und Blaskapellen eine Plattform zu bieten und ihnen mit dem Wettbewerb die Chance zu geben, sich zu   messen oder auch einfach nur als Gig zwischendurch aufzutreten.

„Es werden immer mehr, die im Vorfeld anfragen. Die Bands schicken uns ihre Songs und wir wählen aus – dieses Mal mussten wir leider rund 50 bis 60 Bands absagen“, sagte Andreas Schmid, selbst Musiker und darüber hinaus Jurymitglied und Mit-Organisator beim Bandlift-Festival, hinter dem der Musikverein Gerstetten steht.

Übrig geblieben sind acht Bands, von denen sich am Freitag in der Vorrunde die drei Sieger „White Blossom Project“, „Mutwillig“ und „Roadstring Army“ für das Finale des Band-Contest am Samstag qualifiziert haben – allesamt junge Bands aus der Umgebung, die mit ihren eigenen Songs antraten. „White Blossom Project“ beispielsweise starteten 2015 mit ihrem ersten Auftritt in Auernheim, die vier Jungs von „Mutwillig“ aus Schwäbisch Gmünd zeigten am Samstag einen Querschnitt an Songs mit deutschen Texten und „Roadstring Army“ aus Ulm sind erst seit 2016 als Band unterwegs – am Gerstetter Skihang spielten sie eine Mischung aus Rock, Pop und Blues.

Zu diesen dreien kamen noch drei bereits im Vorfeld festgelegte Finalisten – eigentlich vier, doch die Band „Avenal“ war mit einer Panne auf der A 7 liegen geblieben –, sodass es im Finale am Samstagabend nochmal richtig spannend wurde.

Die Bands hatten jeweils eine knappe halbe Stunde Zeit, in der sie alles gaben: vom Gitarrensolo bei „Voodoo Kiss“ über peitschende Bässe und Alleinunterhalter, die den Skihang auf- und abliefen wie bei „Blöff The Monkey“ bis hin zu den acht Musikern von „Escandalos“ aus Ulm, die als letzte Band im Contest die Menge zum Tanzen brachte – nicht nur mit ihren deutschen Texten aus dem Ska-, Punk- und Rock'n'Roll-Genre, sondern auch durch überraschend eingesetzte Blasmusikinstrumente.

„Blöff The Monkey“ auf Platz eins

Die Gewinnerband jedoch setzte sich rein aus Gitarre, Schlagzeug und Bass zusammen, brachte damit aber eine dermaßen energiegeladenen Show auf die Bühne, die einfach überzeugen musste – und so sicherten sich „Blöff The Monkey“ den ersten Platz. „Die Band aus Biberach war 2016 schon mal da, ich glaube, damals hat die Jury geschlafen – ich jedenfalls bin absolut begeistert!“, sagte der 28-jährige Sebastian Jäger, der auf der Main-Stage moderierte.

Der Groove war genauso stimmig wie die Optik: eine goldene Jacke hier, silberne Schuhe da, Zebra-Optik an der Gitarre und im Hintergrund eine große, aufblasbare Banane, die später das Stagediving übernehmen durfte – die Gaudi war perfekt und so waren sich die Juroren Andreas Schmid, Markus Ehrlich und Alf List schnell einig.

„Wir schauen auf die Performance, aufs Musikalische, darauf, wie die Bands das Publikum mit einbeziehen und auf ihre Authentizität“, sagte Schmid – bei den drei Jungs von „Blöff The Monkey“ stimmte das Gesamtpaket. Den zweiten Platz sicherten sich „Voodoo Kiss“ und auf Rang drei landeten „Escandalos“.

Auf der Local-Stage gab's zwar keinen Wettbewerb, dafür aber nicht minder gute Bands: „Glasmost“ spielten irisch-schottischen Folk, „Work it out“ als Gerstetter Urgestein präsentierten eigene Rock-Kompositionen und „Reload“ brachte Rock'n'Roll auf die Bühne. Als Special Guests begeisterten zum Abschluss „Emyrox“, „Dickes Gebäude“ und das „Tabula Rasa Orchestra“ – Letzteres bot einen Vorgeschmack auf den nächsten Tag, für den zahlreiche Blaskapellen angekündigt waren.

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