Gewässer Bäume am Härtsfeldsee müssen weichen

Bei der Verbandsschau des Wasserverbands Egau stand neben der Sanierung der Hochwasserrückhaltebecken auch die des Kiosks am Härtsfeldsee (Bild oben) auf dem Themenprogramm.
Bei der Verbandsschau des Wasserverbands Egau stand neben der Sanierung der Hochwasserrückhaltebecken auch die des Kiosks am Härtsfeldsee (Bild oben) auf dem Themenprogramm. © Foto: Fotos: Christina Baumgartner
Dischingen / Christina Baumgartner 15.06.2015
Noch wachsen zahlreiche Bäume und Büsche auf dem Damm rund um den Härtsfeldsee, doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Grund ist die sicherheitstechnische Überprüfung aller Hochwasserrückhaltebecken des Wasserverbands Egau.

Die Diskrepanz zwischen Erholungsfunktion und Hochwasserschutz, die durch die Entfernung des Bewuchses entsteht, ist unbestritten. Klar ist aber auch: Für die Stabilität des Damms sind Bäume und Büsche nicht gerade förderlich. „Die Wurzeln beeinträchtigen das Dammgefüge“, sagte Udo Awiszus vom Fachbereich Bau und Umweltschutz am Landratsamt Heidenheim, der die notwendig gewordenen Sanierungsmaßnahmen an den 40 bis 50 Jahre alten Becken vorstellte. Auch sei die Oberfläche der Dämme durch den starken Bewuchs kaum kontrollierbar. Deshalb sollen am Härtsfeldsee in mehreren Abschnitten binnen zwei bis fünf Jahren die Bäume und Büsche entlang des Damms rund um den See entfernt werden. Möglich sei aber eine anschließende Ersatzpflanzung in einzelnen Bereichen vor dem Dammfuß.

Der Kiosk soll vom erwarteten Besucherzuwachs durch den künftigen Halt der Härtsfeldbahn am See profitieren. Doch das bringt auch Probleme mit sich, denn bereits jetzt ist Unterpächter Reinhold Bauerschmid an Tagen mit hohem Gäste-Aufkommen in seiner Küche an den Grenzen des Möglichen. „Maximal sechs Leute passen gleichzeitig in den Raum“, sagte Bauerschmid. Zu Stoßzeiten sei die Situation kaum zu meistern.

Die Lösung könnte ein Durchbruch in einen Nebenraum sein: Dann wäre eine Trennung von Küche und Kassiertätigkeit sowie Getränkeausschank möglich. „Der Kiosk ist das Aushängeschild des Härtsfeldsees“, sagte Dischingens Bürgermeister Alfons Jakl. Deshalb soll sich nun ein Architekt mit der Sanierung von Küchen- und Sanitärtrakt des Gebäudes befassen und einen ersten Vorentwurf unter Berücksichtigung der Arbeitsabläufe erstellen.

Der Bewuchs der Dammböschungen stellt nicht nur am Härtsfeldsee, sondern an allen der insgesamt neun Becken ein Problem dar. „Da sind durchaus einige Weihnachtsbäume drin“, sagte Awiszus. Doch nicht nur die Entfernung von Bäumen und Büschen, auch die Erhöhung von Dämmen, die Betonsanierung an Ein- und Auslaufbauwerken oder arbeitssicherheitsrelevante Maßnahmen wie das Anbringen neuer Geländer oder Zäune sind als umfangreiche Aufgaben in den nächsten Jahren an den Hochwasserrückhaltebecken des Wasserverbands Egau vorzunehmen. Auch sollen auf kurz oder lang an etlichen Becken zweite Betriebsausläufe sowie dreidimensionale Rechen angebracht werden, um zu verhindern, dass sich Einläufe mit Ästen oder anderem zusetzen.

Insgesamt wird mit einem Investitionsvolumen von 2,6 Millionen Euro gerechnet. Gerade am größten Becken, dem Tiefental bei Iggenhausen, das bei einer Dammhöhe von knapp 20 Metern 1,48 Millionen Kubikmeter Wasser fasst, fallen mit rund 860 000 Euro aufgrund der teuren Sanierung der Dichtung auch die höchsten Kosten an.

An etlichen Becken könnte eine elektronische Überwachung der Sickerwasser-Messstände und damit eine Datenfernübertragung eingeführt werden. Die Höhe des Wasserstands würde dann direkt ins Pegelhaus am Härtsfeldsee übermittelt und dort aufgezeichnet. Eine Erleichterung auch für Markus Starz vom Wasserverband, der für die Funktionalität der Becken sorgt, diese bei jedem Einstau und ohnehin in regelmäßigen Abständen kontrolliert und unter anderem auch die Dammböschungen mäht.

Von den insgesamt neun Becken des Wasserverbands Egau liegen sieben im Kreis Heidenheim – darunter fallen die Becken Tiefental, Fleinheimer Tal, Zwinkeltal, Fünfter Graben, Krätzental, Heinzental sowie Härtsfeldsee. Die Rückhaltebecken Dorfmerkinger Tal und Nördlinger Tal befinden sich dagegen im angrenzenden Ostalbkreis.

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