Verkehr B19-Umleitung: Kritiker vermissen Bautätigkeit

Einmal ums Karree: Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke beginnt in Mergelstetten (oberer Bildrand, Mitte), verläuft der auf dem Luftbild blau markierten Route folgend bis zum Bolheimer Feuerwehrmagazin, anschließend dann nach Osten Richtung Herbrechtingen. Am rechten Bildrand ist violett eingefärbt die halbseitig gesperrte, aber Richtung Mergelstetten befahrbare B 19 zu erkennen. Zunächst wird der gelb hervorgehobene Parallelweg bis zum künftigen Kreisverkehr beim Schwenks-Werksgelände gebaut.
Einmal ums Karree: Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke beginnt in Mergelstetten (oberer Bildrand, Mitte), verläuft der auf dem Luftbild blau markierten Route folgend bis zum Bolheimer Feuerwehrmagazin, anschließend dann nach Osten Richtung Herbrechtingen. Am rechten Bildrand ist violett eingefärbt die halbseitig gesperrte, aber Richtung Mergelstetten befahrbare B 19 zu erkennen. Zunächst wird der gelb hervorgehobene Parallelweg bis zum künftigen Kreisverkehr beim Schwenks-Werksgelände gebaut. © Foto: Geyer-Luftbild
Herbrechtingen / MICHAEL BRENDEL 17.05.2013
Verkehrsbremse B19-Umleitung: Zu den Stoßzeiten stauen sich die Fahrzeuge von Mergelstetten bis in den südlichen Heidenheimer Innenstadtbereich. Den Ärger der Betroffenen vermag das nicht auszubremsen. Im Gegenteil. Vor allem in Bolheim ist der Unmut groß.

Dass die voraussichtlich bis Mitte 2014 dauernde Sanierung der B19 zwischen Herbrechtingen und Mergelstetten einschließlich der begleitenden Neubaumaßnahmen erhebliche Belastungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer mit sich bringen würde, war von vornherein klar. Ebenso unbestreitbar hat aber der offenkundig etwas schleppende Beginn der Arbeiten bereits viel Verständnis und Toleranz zerstört.

Den Eindruck, auf der Baustelle habe sich in den vergangenen beiden Wochen nicht viel abgespielt, teilt Stadtrat Robert Smejkal (CDU) mit vielen anderen: „Auf der Fahrbahn spielte sich praktisch nichts ab, also hätte man die B19 noch nicht halbseitig sperren müssen. Man muss unbedingt aufs Gaspedal drücken.“

Darauf gedrängt, den Ablauf zu beschleunigen

Hoffnungsfroh, dass das geschehen wird, zeigt sich Dieter Frank, Leiter des Fachbereichs Bau im Herbrechtinger Rathaus, nachdem er dasselbe Anliegen an die in Ellwangen sitzende Bauleitung weitergegeben hat. Im Gespräch mit der Baufirma werde darauf gedrängt, den Ablauf zu beschleunigen, um eine möglichst kurze Bauzeit zu erreichen.

Frank sprach damit am Donnerstagabend Martin Müller (Freie Wähler) aus dem Herzen, der dafür plädiert hatte, „dass die Straßenbauverwaltung mehr Leute auf die Baustelle bringt, auch wenn sich der Verkehr natürlich nicht wegzaubern lässt“. Dieser sei vor allem zwischen 15.30 und 17.30 Uhr eine wahre Katastrophe, so Smejkal, an der auch Unternehmer zu knapsen hätten, deren Außendienstler viel wertvolle Zeit im Stau verbrächten. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb in Mergelstetten die Durchfahrt vom Lindenbühl auf die Zoeppritzstraße gesperrt sei.

Während das in Heidenheim damit begründet wird, es solle nicht auch noch aus dieser Richtung zusätzlicher Verkehr auf den ohnehin stark belasteten Kreuzungsbereich drängen, pflichtete Albert Tschente seinem Fraktionskollegen bei: „Die Handwerker bluten für diese Situation. Das tut weh, wenn man sieht, dass bei Fußballspielen auf dem Schlossberg ganze Hundertschaften der Polizei im Einsatz sind, während das an der Umleitungsstrecke zur Verkehrsregelung offensichtlich nicht möglich ist.“

Grünphase der Ampel sei zu kurz

Kritik wurde auch an der modifizierten Ampelschaltung laut. Erhard Reiter (SPD) beklagte, die Grünphase für den auf der Zoeppritzstraße in Mergelstetten Richtung Bolheim rollenden Verkehr sei erheblich zu kurz. Peter Aufleger (Sonstige) äußerte derweil sein Verständnis für die Bolheimer Bürger angesichts der ihm unerklärlich langen Bauzeit von eineinhalb Jahren: „Es ist unerträglich, was die Leute dort erleben. Man kann nicht verstehen, dass das so lange dauern soll. Volkes Zorn ist groß.“ (siehe untenstehenden Artikel „Ausschlafen? Unvorstellbar!“)

Auflegers abermals formulierten Vorschlag, Lastwagen ab Dettingen Richtung Hausen zur B19 zu leiten, bezeichnete der Beigeordnete Thomas Diem als chancenlos: „Wie haben diese Frage auch gestellt und die Antwort erhalten, die Landesstraßen seien für den Schwerverkehr vorgesehen.“ Diem wies auch darauf hin, dass ein früherer Bau des Wirtschaftswegs entlang der B19 an der augenblicklichen Situation nichts ändern würde, da er nach Fertigstellung ebenfalls nur als Umleitung für den Verkehr Richtung Mergelstetten diene.

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