Obst Ausstellung zeigt 120 Apfelsorten

Der Werdegang des Kultobstes Apfel kann in diesem Jahr bei der Sonderausstellung im Gussenstadter Ortsmuseum im Ursulastift besichtigt werden. Unser Bild zeigt eine moderne Destillieranlage zum Obst-Brennen.
Der Werdegang des Kultobstes Apfel kann in diesem Jahr bei der Sonderausstellung im Gussenstadter Ortsmuseum im Ursulastift besichtigt werden. Unser Bild zeigt eine moderne Destillieranlage zum Obst-Brennen. © Foto: Raphael Weidenbacher
Gussenstadt / 15.05.2013
„Holzapfel, Boskoop, M(a)cIntosh“ heißt die neue Sonderausstellung, die jetzt im Gussenstadter Ortsmuseum im Ursulastift ihre Pforten öffnete.

Im Ortsmuseum kann man sich in diesem Jahr ausgiebig mit der Geschichte des Kultobstes des Apfels beschäftigen. Jürgen Pfefferle, Vorsitzender der Ursulastiftung, stellte in seiner Eingangsrede die geplanten Umbauvorhaben im Ursulastift vor. Bei ihr sollen die Räume im Ursulastift, welches auch von der evangelischen Kirchengemeinde genutzt wird, barrierefrei zugänglich werden.

Die Sonderausstellung handelt von der Geschichte und der Entwicklung des „liebsten Obstes des Deutschens“, des Apfels. Dass der Apfel nicht nur gegessen, sondern auch getrunken wird, konnten die Gäste mit Probiersäften nachvollziehen.

Dr. Anton Hegele stellte die neue Sonderausstellung „Holzapfel, Boskoop, M(a)cIntosh“ näher vor. Er eröffnete seine Rede mit Worten aus Goethes „Faust“ und ließ einen Korb mit frischen Äpfeln herumgehen.

Das der Apfel auch für die Gesundheit Gutes tut, verdeutlicht das Sprichtwort „An apple a day keeps the doctor away“. Der Apfel enthält über 300 Bioinhaltsstoffe, und die höchsten Konzentrationen sind in und direkt unter der Schale vorhanden. Deshalb sollte man am besten ungespritzte Äpfel sonnengereift und frisch essen, erklärte Dr. Hegele.

Dass der Apfel auch als Kultsymbol berühmt wurde, zeigt die Geschichte des „grünen Granny-Smith Apfels“. Er diente den Beatles seit den 1960er Jahren als Logo für ihre Apple-Schallplatten und wurde durch die Gründung der Firma „Apple“ berühmt.

Eine weitere Apfel Geschichte ist die Geschichte des „Big Apple“ sprich New York City. Dieser Name entstand 1971 als die New Yorker Tourismusbehörde versuchte mit Roten Äpfeln Besucher in die Stadt zu locken. Die Äpfel sollten das Image New Yorks als dunkle, gefährliche und schmutzige Stadt „aufpolieren“.

Während der Wirtschaftswunderzeit in Deutschland wurde große Teile der Obstgärten und Obstplantagen gerodet, um Platz für Siedlungen und moderne Handels- und Produktionsgebäude zu bekommen. Naturschützer retteten die „Streuobstwiesen“ und so gibt es heute weltweit bis zu 20 000 Apfelsorten. Im Museum sind rund 120 Gussenstadter Apfelsorten zu besichtigen.

Ein weiters „junges“ Apfelprodukt stellt der Most dar. Nachdem man schon Jahrhunderte lang Wein angebaut hat, wird Most erst seit Ende des 19. Jahrhundert aus den Äpfeln gewonnen. Nach 1960 büßte der Most an Beliebtheit ein und ist heute nur noch wenig verbreitet. wei

Info Die Sonderausstellung „Holzapfel, Boskoop, M(a)cIntosh“ geht bis zum 6. Oktober und hat sonn- und feiertags von 13.30 - 16.30 Uhr geöffnet.